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Leipzig-Sieg in Königsklasse : Sabitzer lässt RB mit Traumtor träumen

Satter Schuss direkt ins Netz: Leipzigs Marcel Sabitzer Bild: EPA

Gegen Zenit St. Petersburg dreht der Bundesligaklub in der Champions League nach einem Rückstand noch das Spiel und nimmt Kurs auf die K.o.-Runde. Dabei läuft für RB längst nicht alles rund. Ein Kunstschuss ändert am Ende aber alles.

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          Als auch der letzte Eckball in der vierten Minute der Nachspielzeit abgewehrt war, stand Trainer Nagelsmann mit ausgebreiteten Armen vor der Trainerbank und ein ganzes Stadion jubelte. Mit einem hart erarbeiteten 2:1-Sieg hat sich RB Leipzig die Chance erhalten, erstmals in seiner noch jungen Geschichte das Achtelfinale der Champions League zu erreichen.

          Champions League
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Leipzig rückte nach dem Erfolg gegen den bisherigen Tabellenführer Zenit Sankt Petersburg als neuer Spitzenreiter wieder auf einen Qualifikationsplatz vor. Zur Pause hatte es danach nicht ausgesehen: Nach einem 0:1-Rückstand durch ein Tor von Rakizki (25. Minute) drohte noch die zweite Leipziger Heimniederlage nacheinander in der Champions League (0:2 gegen Lyon). Doch innerhalb von zehn Minuten setzten sich die Leipziger durch Tore von Laimer (49.) und Sabitzer (59.) über alle Widerstände hinweg.

          Am Ende stand nach einer deutlichen Leipziger Steigerung in der zweiten Hälfte ein verdienter Erfolg, der den Schritt unter die besten 16 Mannschaften in Europa noch möglich macht. „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung und dem Ergebnis“, sagte Trainer Nagelsmann nach dem verdienten Erfolg. „Wir haben mit sechs Punkten eine gute Situation. Wenn wir das Rückspiel in Sankt Petersburg gewinnen, haben wir eine sehr gute.“

          Schon der Anfang erschien vielversprechend. Nach 54 Sekunden landete der Ball bereits an der Latte von Zenit, nachdem Torwart Kerschakow nach einem Schuss von Laimer die Finger gerade noch an den Ball bekommen hatte. Ausgangspunkt des ersten Leipziger Angriffs war ein scharfer Sprint von Werner über 30, 40 Meter an der Außenlinie und ein gefährliches Zuspiel in den Strafraum vorangegangen. Doch so schön und einfach machten es der Tabellenführer der Gruppe G dem Team von Trainer Nagelsmann fortan in der ersten Halbzeit nicht mehr. Nach zehn Minuten war Sankt Petersburg im Spiel und deutete seine offensiven Qualitäten mit seinen ersten schnellen Angriffen über beide Außenpositionen an.

          Den ersten der regelmäßigen Vorstöße fehlten noch die Präzision beim letzten Zuspiel oder im Abschluss, aber sie wurden von den auch physisch starken Sankt Petersburgern mit hohem Tempo und Entschlossenheit vorgetragen. Bis zur 25. Minute musste der Leipziger Torwart Gulasci daher nicht eingreifen, als er es dann aber erstmals hätte tun müssen, war er auch gleich geschlagen. Nachdem Leipzig einen Angriff der Russen zunächst blocken, aber nicht beenden konnte, landete der Ball nach einem Kopfball von Orban in zentraler Position rund 30 Meter vor dem Tor. Rakizki nahm ihn mit der Brust an und jagte ihn aus der Distanz hart und flach in die rechte Ecke zum 1:0 für Sankt Petersburg. Die Führung der Russen geriet bis zur Pause nur einmal ernsthaft in Gefahr, als Werner in der 40. Minute auf Höhe des Elfmeterpunkts den Ball freistehend annehmen konnte, ihn aber in leichter Rücklage über die Latte schoss.

          Nicht zufrieden mit der eigenen Chancenverwertung: Stürmer Timo Werner

          In der zweiten Halbzeit – Nagelsmann brachte im Angriff Cunha für Werner, mit dem er nicht zufrieden war – hatte Leipzig wieder den besseren und diesmal auch den erfolgreicheren Start. Nach einer schnellen Kombination in den Strafraum erreichte Laimer im Sprint das Zuspiel von Sabitzer und nutzte es mit einem plazierten Schuss zum 1:1 (49.). Die Russen brauchte wiederum rund zehn Minuten, um mit einem eigenen Angriff wieder an ihre Gefährlichkeit zu erinnern. Doch Leipzig entwickelte weiter stärkeren Druck als in der ersten Halbzeit – und bejubelte in der 59. Minute ein Traumtor von Sabitzer, dessen Volleyschuss aus schwieriger Position sich spektakulär in den Torwinkel zum 2:1 drehte.

          Leipzig hatte innerhalb zehn Minuten das Spiel und die Konstellation in Gruppe G gedreht – und sich damit zumindest zwischenzeitlich an die Spitze gesetzt. Beide Teams hatten in der letzten halben Stunde noch große Chancen auf weitere Treffer, doch für Sankt Petersburg vergab zunächst Osorio freistehend im Strafraum (68.). Und in der Schlussphase hatte Cunha gleich zweimal alleine vor dem Zenit-Torhüter nicht die Nerven (83. und 85.), das Spiel vorzeitig für RB zu entscheiden. Aber auch dieses doppelte Versäumnis sollte den Sieg der Leipziger und ihre schöne Aussicht nicht mehr gefährden.

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