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Suche nach Kovac-Nachfolger : Noch zwei Absagen für den FC Bayern

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„Ich bin nicht interessiert“: Trainer Thomas Tuchel konzentriert sich auf Paris, nicht auf den FC Bayern. Bild: AP

Zunächst betreut Hansi Flick die Bayern. Wer dann Münchner Trainer wird, ist unklar. Neben Thomas Tuchel, der nun deutlich absagt, lässt ein anderer potentieller Kandidat ausrichten, dass er nicht Kovac-Nachfolger wird.

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          Der angeblich von Bayern München umworbene Trainer Thomas Tuchel beschäftigt sich derzeit nach eigenen Aussagen nicht mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister. Er konzentriere sich nur auf seine Aufgabe bei Paris St. Germain und könne „nicht eine Minute an einen anderen Klub denken“, sagte Tuchel am Dienstagabend. „Ich bin nicht interessiert, weil ich Trainer von Paris Saint-Germain bin. Ich habe einen Vertrag.“ Zuvor hatte Sky den ehemaligen Dortmunder und Mainzer Bundesligatrainer als einen Kandidaten auf die Nachfolge des in München entlassenen Niko Kovac ins Spiel gebracht.

          Champions League

          Vorerst betreut Hansi Flick die Münchner. Der ehemalige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw wird bei den Spielen in der Champions League gegen Olympiakos Piräus an diesem Mittwoch (18.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) und am Samstag im Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) auf der Bank sitzen. Präsident Uli Hoeneß hatte bereits am Montagabend angekündigt, „dass wir bis zum nächsten Auswärtsspiel in Düsseldorf in drei Wochen wissen, wie es in der Trainerfrage weitergeht.“ Auf die Rheinländer trifft der FC Bayern nach der Länderspielpause am 23. November.

          Niko Kovac wurde am Sonntag entlassen, tags zuvor hatte der Rekordmeister ein 1:5 (1:2) bei Eintracht Frankfurt kassiert. Während die Bayern in der Champions League auf Achtelfinalkurs liegen, sind sie in der Liga nur Vierter. Tuchel war als Kandidat auf die Nachfolge gehandelt worden. Er soll bereits vor der Verpflichtung von Kovac vor eineinhalb Jahren vor allem von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge favorisiert worden sein. Ein Kandidat bleibt offenbar Arsene Wenger, der langjährige Teammanager des FC Arsenal. Der Franzose soll auch einem Bayern-Engagement bis zum Saisonende nicht abgeneigt sein und signalisierte am Dienstag als Studiogast bei beIN Sports zumindest Interesse.

          Der angeblich ebenfalls gehandelte Ralf Rangnick will auch nicht Trainer der Münchner werden. „Nein, Ralf Rangnick steht nicht zur Verfügung“, zitierte die „Bild“-Zeitung seinen Berater Marc Kosicke. Auf die Frage, warum nicht, habe Kosicke geantwortet: „Wir glauben nicht, dass das, was Ralf Rangnick mitbringt, derzeit bei Bayern gesucht wird. Und darum macht es keinen Sinn, konkrete Gespräche zu führen.“ Rangnick ist derzeit bei Red Bull hochrangiger Fußball-Funktionär. Auch Erik ten Hag aus Amsterdam hatte schon gesagt, „dass ich diese Saison bei Ajax bleibe“.

          Flick blendet derweil vor seiner spannenden Premiere als Interimscoach Vergangenheit und Zukunft beim FC Bayern München einfach aus. „Die Gegenwart ist für mich entscheidend“, betonte der 54-Jährige vor Spiel eins nach der Trennung von Kovac. Der Auftrag für den ehemaligen Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw in den zunächst zwei Partien als Aushilfs-Chef lautet, das Team wieder in die Spur zu bringen. Flick schnürt die Heimaufgaben gegen Piräus und am Samstag in der Bundesliga gegen Dortmund zu einem Paket. „Wir haben zwei schwere Spiele. Und wir müssen alle Körner, die in uns sind, raushauen“, lautet die Forderung an seine Mannschaft, die wisse, „dass sie in der Verantwortung steht“.

          Der Formverfall vom rauschhaften 7:2 Anfang Oktober in London gegen den Champions-League-Finalisten Tottenham Hotspur bis hin zum desaströsen 1:5 der Bayern am Wochenende in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt ist extrem. Flick soll sofort den Umkehrschub zünden, auch wenn er nur wenig Zeit zur Arbeit mit der Mannschaft hatte. Ein Training und viele Einzelgespräche mit den Spielern sollen in der ausverkauften Münchner Arena Wirkung zeigen. Es könne bei der hohen Qualität des Kaders einfach nicht sein, dass allein Torwart Manuel Neuer und Torjäger Robert Lewandowski konstant auf „Weltklasse-Niveau“ spielen. Ein weiterer zentraler Ansatzpunkt für Flick ist eine bessere Abwehrarbeit: „Die Tore, die wir bekommen haben, das ist nicht Bayern-like. Da müssen wir ansetzen.“

          Flick wird Umstellungen vornehmen – taktisch und auch personell. Dabei hat er gegen Piräus den Liga-Kracher gegen Dortmund bereits mit im Blick. „Ich will eine Mannschaft haben, die für das Spiel am Samstag schon eingespielt ist“, sagte er. Javi Martínez wird deswegen gegen Olympiakos in der Innenverteidigung auflaufen. Schließlich wird neben den langfristig verletzten Niklas Süle und Lucas Hernández gegen den BVB auch Jérôme Boateng gesperrt fehlen. Flick setzt zudem auf die „Identifikationsfigur“ Thomas Müller (30): „Er ist einer, der eine Mannschaft mitreißen und führen kann.“

          Nach dem 3:2 vor zwei Wochen in Piräus können die Bayern als Tabellenführer mit einem Heimsieg gegen die Griechen vorzeitig das Achtelfinal-Ticket lösen. „Wir müssen zusehen, dass wir das Spiel gewinnen“, erklärte Joshua Kimmich. Der Nationalspieler sieht seine Kollegen und sich nach dem Trainerwechsel in der Pflicht. „Die Hauptverantwortung tragen jetzt wir Spieler. Die Ausrede Trainer, falls sie jemand hatte, gibt es nicht mehr“, sagte der 24-Jährige.

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