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Champions League : Klopps Liverpool verhindert Salzburger Festspiele

  • Aktualisiert am

Türöffner: Naby Keita hat Liverpool in Salzburg ins Achtelfinale der Champions League geschossen. Bild: Reuters

Salzburg fordert Jürgen Klopp und seinen FC Liverpool heraus. Am Ende aber setzt sich der Titelverteidiger durch und erreicht das Achtelfinale als Gruppensieger. Chelsea und Valencia sind ebenfalls weiter. Ajax scheidet aus.

          3 Min.

          Jürgen Klopp applaudierte seinem Gegenüber Jesse Marsch demonstrativ und umarmte ihn, dann gratulierte der Star-Trainer des FC Liverpool seinen erleichterten Spielern. Das Horrorszenario Vorrunden-Aus ist souverän abgewendet, der Titelverteidiger steht nach dem verdienten 2:0 (2:0) im „Endspiel„ bei RB Salzburg sogar als Gruppensieger im Achtelfinale der Champions League und trifft auf dem Weg ins Endspiel am 30. Mai in Istanbul zunächst auf einen vermeintlich leichteren Gegner.

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          Als Zweiter erreichte Neapel das Achtelfinale nach einem 4:0-Sieg gegen Genk. Im altehrwürdigen Stadio San Paolo ebnete der frühere Leverkusener Arkadiusz Milik (3./26./38., Foulelfmeter) mit einem Hattrick den Weg zum ersten Sieg der Azzurri nach zuletzt neun sieglosen Pflichtspielen. Es war der schnellste Hattrick ab Anpfiff  gerechnet seit Zlatan Ibrahimovics Dreierpack gegen den RSC Anderlecht im Oktober 2013. Der Belgier Dries Mertens (75., Handelfmeter) schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe.

          Genks Maarten Vandevoordt, seit Dienstag mit 17 Jahren und 287 Tagen der jüngste Torhüter, der jemals in der Königsklasse jemals eingesetzt wurde, erwischte einen unglücklichen Abend. Vor dem ersten Gegentor schob er Milik den Ball vor die Füße, dann verschuldete er den Strafstoß vor dem 0:3.

          „Es war ein sehr hartes Spiel gegen einen starken Gegner. Wir wussten, dass es intensiv werden würde. Aber wir haben es gut gemacht. Zu Null gespielt, gewonnen, eine Runde weiter“, sagte Liverpools Abwehr-Star Virgil van Dijk bei DAZN: „Der Trainer mahnte uns in der Halbzeit, unsere Chancen zu nutzen.“ Der frühere Leipziger und Salzburger Naby Keita per Kopf (57.) und Mohamed Salah mit einem Kunstschuss fast von der Torauslinie (58.) ließen Klopp mit ihrem Blitz-Doppelschlag jubeln. RB-Jungstar Erling Haaland ging erstmals in der Champions League leer aus und knallte nach Abpfiff frustriert eine Trinkflasche auf den Rasen.

          Kein Duell mit Bayern

          Eine Neuauflage des Vorjahresduells mit Bayern München in der ersten K.o.-Runde ist für Liverpool ausgeschlossen, weil auch der deutsche Rekordmeister seine Gruppe B gewonnen hat. Die Reds setzten sich als Sieger der Staffel E vor dem SSC Neapel durch. Salzburg, das als erstes Team aus Österreich das Achtelfinale hätte erreichen können, überwintert in der Europa League.

          Gut gebrülllt, Trainer: Auf dem Weg in die K.o.-Phase musste Jürgen Klopp sein Team wachrütteln.

          Nur 192 Tage nach dem Triumph von Madrid drohte Klopp gegen mutige Österreicher als erst zweitem Titelverteidiger nach dem FC Chelsea in der Saison 2012/13 das Vorrunden-Aus. Entsprechend gab der frühere Dortmunder an der Seitenlinie wie gewohnt alles. Er trieb an, munterte auf und - wenn es sein musste - bequatschte er den Vierten Offiziellen oder den Schiri-Assistenten. Die Tore seiner Elf bejubelte Klopp wie immer ausgelassen. Die Gastgeber zogen bei ihrem „Spiel der Spiele„ zumindest neben dem Platz alle Register. „Wir sind nicht Barca oder Real, aber wir sind bereit für unseren verdammten Traum! Des is Soizburg!„, stand bei der Choreographie in Weiß auf blauen Bannern, die 29.520 Fans in der ausverkauften Arena sangen sich zum Klassiker "I am from Austria" von Rainhard Fendrich ein. Als die Champions-League-Hymne erklang, hatte Haaland ein Grinsen im Gesicht, schon nach 15 Spielsekunden stürzte er sich in den ersten Zweikampf gegen Weltstar van Dijk - und verlor ihn.

          Die Szene setzte den Ton für eine sehr temporeiche Begegnung, in der es rauf und runter ging. Klopp baute vor allem auf schnelle Gegenstöße, Salzburg hielt mit viel Leidenschaft, aber auch fußballerischen Akzenten dagegen. Salah hatte die frühe Führung auf dem Fuß (5.). Glück hatte Liverpool, als kurz darauf ein Handspiel von Kapitän Jordan Henderson im eigenen Strafraum ungeahndet blieb.

          Auffälligster Gästeprofi war der formstarke Ex-Salzburger Sadio Mane, der gute Chancen ungenutzt ließ (8./20.), die Führung aber per Flanke vorbereitete. Der hochgelobte Haaland, der zuvor in allen Spielen getroffen hatte, prüfte Liverpools Torwart Alisson in der 24. Minute erstmals. Kurz nach der Pause vergab er das mögliche 1:0 (51.). Dann drehte Liverpool auf - und Klopp durfte mal wieder seine berühmten Jubel-Fäuste zeigen.

          Chelsea und Valencia weiter

          Inter Mailand hat derweil das Achtelfinale der Champions League klar verpasst und muss in der Europa League weiterspielen. Der italienische Fußballclub verlor am Dienstagabend selbst gegen ein B-Team des FC Barcelona 1:2 (1:1). Dafür folgt nun Borussia Dortmund dem Sieger der Gruppe F in die erste K.o.-Runde der Königsklasse. Der BVB gewann das Parallelspiel gegen Slavia Prag mit 2:1 (1:1) und rettete mit zehn Punkten noch Platz zwei hinter Barça (14).

          Weiterhin qualifizierten sich Olympique Lyon durch ein 2:2 gegen den G-Gruppensieger RB Leipzig sowie der FC Chelsea (2:1 gegen Lille) und der FC Valencia durch ein 1:0 bei Ajax Amsterdam, das somit nach dem Halbfinaleinzug im Vorjahr in der Europa League weiter spielen muss.

          Bereits vor dem 6. und letzten Gruppenspieltag hatten der FC Barcelona, Bayern München, Juventus Turin, RB Leipzig, Manchester City, Paris Saint-Germain, Real Madrid und Tottenham Hotspur den Sprung in die K.o.-Runde geschafft, die am kommenden Montag in Nyon ausgelost wird. Spieltermine für das Achtelfinale sind der 18./19., 25./26. Februar sowie der 10./11. und 17./18. März.

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