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Streit in Champions League : Nagelsmann legt sich in Pause mit Simeone an

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Julian Nagelsmann lässt sich auch im Disput in der Halbzeit nicht kleinkriegen. Bild: AP

Julian Nagelsmann gelingt mit Leipzigs Einzug ins Halbfinale der bisher größte Erfolg seiner Trainerkarriere. Dann berichtet er über einen Vorfall mit Atléticos Hitzkopf Diego Simeone in der Halbzeit des Spiels.

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          So ganz rausrücken mit der Sprache über den Vorfall in der Halbzeitpause wollte Julian Nagelsmann nicht. Mit Atlético-Trainer Diego Simeone war der Coach von RB Leipzig am Donnerstagabend in der Halbzeitpause offensichtlich recht heftig aneinandergeraten. Ging es möglicherweise im Estádio José Alvalade sogar handgreiflich zur Sache?

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          Im Wonnegefühl des Halbfinaleinzugs wollte Nagelsmann die Angelegenheit nach dem 2:1 (0:0) gegen die Spanier beim Champions-League-Blitzturnier dann nicht überbewerten und berichtete von einer „sehr herzlichen Gratulation“ Siemones nach dem Abpfiff. Aber: „In der Halbzeit wollte ich klarstellen, dass er ein unheimlicher Winner ist, dass er auch im Kabinentunnel gewinnen will“, deutete Nagelsmann den Disput an. Es seien „ein paar Dinge passiert, die mich traurig gemacht haben, ich war etwas enttäuscht“, sagte er am Tag danach bei Sky und stellte klar: „Er hat mich nicht beleidigt, aber andere Dinge gemacht.“

          „Dass ich das Nötige dagegengehalten habe, dass es im Kabinentunnel unentschieden ausgegangen ist und im Spiel haben wir gewonnen“, führte er seine Erzählung am Vortag etwas kryptisch fort, um mit einem Kompliment für den als Hitzkopf bekannten Kollegen zu enden: „Ich wollte das nicht dramatisieren, sondern hervorheben, dass ich das geil finde, was er für ein Typus ist, dass er wahrscheinlich auch im Schnick-Schnack-Schnuck unbedingt gewinnen will.“

          Nun freut sich Nagelsmann auch wegen Trainerkollege Thomas Tuchel auf das Halbfinale gegen Paris Saint-Germain. „Spiele gegen ihn sind immer interessant, weil er eine gute Idee vom Fußball hat. Ich hoffe, dass ich auch eine ordentliche Idee finde und die Jungs wieder so auftreten. Dann werden wir ein gutes Spiel machen“, sagte der Coach von RB Leipzig nach dem Viertelfinalsieg über Atlético.

          In der Vorschlussrunde am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League, bei Sky und DAZN) in Lissabon gegen PSG trifft Nagelsmann auch auf seinen früheren Trainer. Tuchel hatte den heute 33-Jährigen in der Saison 2007/08 beim FC Augsburg II trainiert. „Natürlich war ich sein Spieler, aber das ist lange Jahre her. Ich bin im Tagesgeschäft, genau wie er“, sagte Nagelsmann.  „Das wünschen sich die Medien so ein bisschen, aber das gibt es in der realen Fußball-Welt nicht.“

          Beide hätten „noch nie ein extrem inniges Verhältnis“ gehabt, verriet Nagelsmann. „Das Verhältnis ist, seitdem er bei PSG ist, normal.  Wir haben immer mal SMS geschrieben, uns ausgetauscht über zum Beispiel Christopher Nkunku, als der Transfer anstand.“

          Nach den Siegen gegen José Mourinhos Tottenham und Diego Simeones Atlético kann Nagelsmann Tuchel als Trainer auf Augenhöhe begegnen. Seine Rolle beim nächsten Coup gegen einen unangenehmen Trainer-Widersacher wollte Nagelsmann nicht überbewerten: „Ich muss schon festhalten, dass die Mannschaft und wir als kollektiv Tottenham ausgeschaltet haben und heute Atlético. Da geht es nicht um Trainerduelle gegen Mourinho, Simeone oder jetzt gegen Tuchel. Es ist ein Mannschaftssport und die Mannschaft hat es herausragend gemacht.“

          Nagelsmann sorgte mit RB Leipzig gegen Atlético für ein Novum. Als erster Coach überhaupt schaltete der 33-Jährige mit dem Bundesligaverein in einer Saison gleich beide Trainer-Heißsporne Mourinho und Simeone aus. Nagelsmann ist überhaupt erst der vierte Coach, der sich in der Königsklasse gegen den Trainer-Einpeitscher aus Argentinien behaupten konnte. Das gelang zuvor nur den prominenten Kollegen Carlo Ancelotti (2014, 2015) und Zinedine Zidane (2016, 2017) je zweimal mit Real Madrid und Massimiliano Allegri 2019 mit Juventus Turin. Mourinhos Bezwingerliste ist bei 17 Champions-League-Teilnahmen seit 2001 naturgegeben etwas länger.

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