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FC Liverpool verliert Finale : „Was soll der Mist?“

Applaus, Applaus: Jürgen Klopp hebt die Saisonleistung trotz des verlorenen Champions-League-Finales hervor. Bild: EPA

Vier Titel waren möglich, zwei gewinnt Liverpool. Die anderen verpasst das Team von Jürgen Klopp knapp. Der Trainer will sich die Party aber nicht nehmen lassen – auch wenn das nicht alle verstehen.

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          An diesem Sonntag steigen einige Partys – zu viele für Thibaut Courtois. Der Torwart von Real Madrid wird mit seiner Mannschaft und Tausenden Fans nach der Rückkehr in die spanische Hauptstadt den Champions-League-Titel feiern. Dafür muss er die Einladung seines Bruders Gaetan ausschlagen. Der hatte, schon bevor klar war, dass Thibaut am Vortag im Endspiel gegen Liverpool stehen wird, seine Hochzeit auf den 29. Mai gelegt. „Es tut mir ein bisschen leid um meinen Bruder, dass ich nicht dabei sein kann“, sagte der Belgier, den beim Finale in Paris die Eltern, seine Freundin und seine Kinder begleiteten.

          Champions League
          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Courtois hatte allerdings auch sehr viel dafür getan, dass parallel zur Familienfeier noch eine große Fiesta in Madrid steigen kann. Dass Real das einzige Tor des Samstagabends durch Vinícius Junior in der 59. Minute zum Sieg reichte, lag zu großen Teilen am Torwart. Der reagierte bei den zahlreichen Chancen des Liverpool Football Club mal gut, mal sehr gut und mal unglaublich gut. Insbesondere die Parade gegen Mohamed Salah (82. Minute) stach hervor. Der Ball landete nicht im Tor, dafür David Alaba vor Begeisterung über die sensationelle Aktion mit einem Sprung in den Armen des Torwarts.

          Der hatte, wie Liverpool, das 2018 im Endspiel gegen Real verloren hatte, noch eine Rechnung offen mit der finalen Partie der Königsklasse. 2014 stand Courtois auf der Verliererseite, als er mit Atlético Madrid unterlag – gegen Real. All die Jahre nagte das Drama mit einem Gegentor in der 94. Minute und der Niederlage in der Verlängerung an ihm. Nun ist der Schmerz vergessen. „So viele Jahre, so viel Arbeit, um zum Klub meines Lebens zu kommen“, sagte er emotional angefasst. „Gestern habe ich gesagt, dass Real gewinnt. Und heute habe ich bei der ersten Parade gefühlt, dass keiner gegen mich trifft, weil ich mein Leben dafür geben würde, die Champions League zu gewinnen.“

          „Ich hoffe, dass alle kommen“

          Diesen Punkt auf der Wunschliste hat Jürgen Klopp schon 2019 abgehakt. Auch er musste mehr als einen Anlauf nehmen. 2013 unterlag er mit Borussia Dortmund im deutschen Finale dem FC Bayern, 2018 mit Liverpool Real. Im Jahr danach gelang der Sieg im englischen Endspiel gegen die Tottenham Hotspur. Nun wieder eine Niederlage. Gefeiert werden soll nach der Rückkehr an den River Mersey am Sonntag dennoch: „Selbst wenn niemand auf dem Planeten verstehen wird, dass wir eine Parade machen, machen wir eine“, sagte Klopp in Paris. „Ich hoffe, dass alle in Liverpool kommen.“

          „Wir werden die Saison feiern. Nach etwas Schlaf und ein paar Worten von mir werden meine Spieler das hoffentlich auch verstehen“, sagte er. Der Trainer war mit seiner Trotzhaltung zunächst allerdings allein. „Ich fühle den Stolz. In der Kabine war ich damit aber der Einzige. Die Jungs brauchen etwas länger, und das verstehe ich natürlich.“ Man habe ein außergewöhnliches Jahr gespielt, aber das sei in dem Moment (des verlorenen Endspiels/d.Red.) natürlich „völlig wurscht. Aber die zwei Titel, die wir nicht gewonnen haben, haben wir mit dem kleinsten Unterschied verloren, der möglich ist. Uns ist natürlich nichts vorzuwerfen, was soll der Mist?“, fragte Klopp rhetorisch.

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