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Javier Martínez : Der Bayern-Stabilisator

  • -Aktualisiert am

Bestens gelaunt: Javi Martinez hat seine Leidenszeit beim FC Bayern überwunden. Bild: Reuters

Lange wusste Martínez nicht, wo er am besten aufgehoben ist. Vor dem Champions-League-Rückspiel beim FC Arsenal überzeugt der Spanier in der Münchner Abwehr – und muss wohl doch bald weichen.

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          Das „Landmark“ in der Nähe des Regent’s Parks hat sich bewährt. Als standesgemäßes Quartier für den FC Bayern während einer ChampionsLeague-Reise, aber auch als geeignete Party-Location. Wenn die Münchner in den vergangenen Jahren in der Herberge an der Londoner Marylebone Road residiert haben, gab es meistens etwas zu feiern. Den einen oder anderen Sieg gegen den FC Arsenal zum Beispiel und natürlich den Triumph in der Champions League 2013.

          Auch dieses Mal dürfen sich die Münchner darauf einstellen, dass dem Auftritt im Emirates Stadium gegen den FC Arsenal ein entspanntes Bankett folgen wird. Der deutsche Rekordmeister, der auf den gesperrten Kapitän Philipp Lahm verzichten muss, geht ins Achtelfinal-Rückspiel an diesem Dienstag (20.45 Uhr / live auf Sky und im Champions-League-Ticker auf FAZ.NET) mit einem 5:1-Vorsprung aus dem ersten Spiel vor drei Wochen. „Die Tür ist auf, aber wir müssen jetzt noch seriös und respektvoll durchgehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

          „Das emotionalste Spiel meiner Karriere“

          Zu jenen Spielern, die mit London beste Erinnerungen verbinden werden, gehört Javier Martínez. Der Sieg im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund, „das emotionalste Spiel meiner Karriere“, wie er findet, war für ihn die Krönung einer unglaublichen ersten Saison in München gewesen. Er galt als Stabilisator des Bayern-Spiels. Vier Jahre später ist Martínez das wieder, aber auf einer anderen Position. Pep Guardiola hatte ihn vom defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung versetzt, als Martínez nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrt war. Unter Carlo Ancelotti blieb es dabei, weil der Italiener genügend Spieler fürs Zentrum hat, aber nach der langwierigen Schulterverletzung von Jerome Boateng einen Engpass in der Abwehr.

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          Lange gab es Diskussionen, ob der 28 Jahre alte Spanier nicht besser im Mittelfeld aufgehoben wäre. Martínez hat sich daran nie beteiligt. Er sei flexibel, betonte er stets, außerdem gebe es zwischen den beiden Positionen keinen so großen Unterschied. Dass er in der vergangenen Saison den Beweis schuldig geblieben war, auch als Innenverteidiger auf Weltklasse-Niveau spielen zu können, hatte mit seinen vielen Verletzungen zu tun. Er sei „ein Spielertyp, der einige Spiele braucht, um in Form zu kommen“, sagt Martínez. Aber kaum war er halbwegs in Form, fiel er wieder aus. Neben einer lädierten Patellasehne, eine Folge des Kreuzbandrisses im August 2014, machten ihm ein Meniskusschaden sowie eine Sprunggelenkblessur zu schaffen - auch in seiner Comeback-Saison fiel er fast drei Monate aus.

          In diesem Jahr zwickten einmal die Adduktoren und einmal der Oberschenkel, insgesamt musste er fünf Spiele pausieren, aber zuletzt fehlte er im November. 24 Pflichtspiele hat Martínez bestritten, nur eines weniger als in der gesamten vergangenen Saison. Am Samstag in Köln war er der prägende Mann auf dem Platz, weil er aufmerksam die gelegentlichen Kölner Angriffsaktionen störte und mit seinem Führungstor die Basis für den Sieg legte. „Ich muss diese Konstanz beibehalten, dann kann ich dem Team helfen“, sagte Martínez.

          Womöglich ist genau das die Krux. Wenn Boateng zurückkommt – vermutlich steht er am Samstag gegen Frankfurt im Kader –, könnte Trainer Ancelotti in der Abwehr zwar rotieren in der entscheidenden Phase der Saison, aber in der Innenverteidigung ist es wichtig, eingespielt zu sein, wichtiger noch als in anderen Mannschaftsteilen - vor allem, wenn es in der Champions League gegen Weltklasse-Angreifer geht. Martínez ist sich sicher, dass er sich mit den Leistungen in dieser Saison für die großen Spiele empfohlen hat. „Ich kann auf die Unterstützung des Trainers zählen“, sagt er. Mats Hummels und Boateng vermutlich auch.

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