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3:3 gegen Lyon : Hoffenheim macht zu viele ärgerliche Fehler

Hoffenheim und Lyon lieferten sich ein wildes Spiel. Bild: AFP

Die TSG fährt Achterbahn in der Champions League. In einem turbulenten Spiel gegen Lyon reicht es durch ein Tor in letzter Minute noch zum Remis. Trainer Nagelsmann ärgert sich dennoch sehr.

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          Königsklasse im Kraichgau, das hört sich vielleicht immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig an. Es ist aber zugleich eine Kombination, die für leidenschaftlichen Fußball und beste Unterhaltung bürgt. Allerdings aus Sicht der TSG Hoffenheim nicht mit den möglichen Ergebnissen. Gegen Olympique Lyon war es am Ende zwar ein emotionales Hoch, als Joelinton in der Nachspielzeit zumindest noch das 3:3 und damit einen Punkt sicherte.

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          Über die komplette Spieldauer betrachtet aber wäre für die Hoffenheimer mehr drin gewesen – wie schon bei ihrer Heimpremiere gegen Manchester City vor drei Wochen (1:2). Es waren höchst ärgerliche Fauxpas in der Abwehr, die die leidenschaftlich auf Sieg spielende Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann am Ende beinahe mit leeren Händen dastehen ließen. Auf das 0: 1 durch Bertrand Traoré in der 27. Minute nach einem Fehler von Kapitän Kevin Vogt hatte die TSG zwar eine Antwort, die beiden Treffer von Andrej Kramaric (33. und 47.), und in dieser Phase deutete alles auf einen Premierensieg in der Königsklasse hin. Doch weil danach auch Torwart Oliver Baumann und Kevin Akpoguma in entscheidenden Momenten nicht voll im Bilde waren, war „OL“ nach den Treffern von Tanguy Ndombele (59.) und Memphis Depay (67.) dem Sieg ganz nah – bis am Ende zumindest Joelinton traf. „Wir haben sehr gut gekämpft, daher ist es schade“, sagte Torwart Baumann. „Wir hätten es verdient gehabt, zu gewinnen, aber in den entscheidenden Szenen hat uns das Glück gefehlt.“

          Die Anfangsphase gehörte dem Fünften der Ligue 1. Schon nach knapp drei Minuten wurde es höchst brenzlig für die TSG, als Traoré und Ndombele Doppelpass mit Fersentrick spielten und der Schuss von Traoré hauchdünn am rechten Pfosten vorbeistrich. Nagelsmann hatte gegenüber dem 3:1 in Nürnberg drei Veränderungen vorgenommen. In der Abwehr spielte Akpoguma für Adams, im Sturm begannen Belfodil und Szalai für Joelinton und Nelson. Letzterer hatte beim „Club“ doppelt getroffen, steht allerdings mit seinen 18 Jahren unter dem Vorbehalt wechselhafter Leistungen. Umso mehr rückte Belfodil in den Fokus. Zum einen, weil er selbst eine Vergangenheit bei „OL“ hat, vor allem aber wegen seines beherzten Auftritts inklusive Blitztreffer zur Führung beim unglücklichen 1:2 gegen Manchester City.

          Auch gegen Lyon sollte er seine Chancen bekommen. Zuvor aber war es noch ein anderer Angriff, der die nach einer Viertelstunde sichtlich konsolidierten Hoffenheimer nahe an eine Führung brachte. Bei der schnittigen Flanke von Schulz griff Torwart Lopes aber gerade noch vor Szalai ein (18.). Dass Nagelsmanns Team just in dieser Phase in Rückstand geraten würde, war nicht abzusehen. Nach einem Abstoß von Baumann zu Vogt wollte der Kapitän den Ball zu seinem Torwart zurückspielen, das geriet aber so schlampig, dass Traoré dazwischenfunkte.

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          Nagelsmanns Team schüttelte sich kurz und lieferte dann bis zur Pause einen Auftritt voller Lust und Leidenschaft, der noch reicher hätte belohnt werden dürfen als mit dem Ausgleich durch Kramaric, der nach Vorarbeit von Grillitsch und Kaderabek aus kurzer Distanz kühlen Kopf bewahrte. Überhaupt waren vor allem diese Drei kaum zu bremsen: Kaderabek, der für Drive über rechts sorgte, Grillitsch, der umsichtige Lenker mit Spielverlagerungen im Stile von Toni Kroos, und Kramaric, der Freigeist mit Tordrang. Nicht immer gelingt alles, was er im Sinn oder Instinkt hat, am Dienstag aber hatte er auch beim zweiten Versuch in fast identischer Lage vor dem Tor die Ruhe weg.

          2:1 – eigentlich sprach nun alles für die TSG, doch wieder fing sie sich einen vermeidbaren Treffer ein. Ndombele hatte rechts im Strafraum zu viel Platz, und beim folgenden knallharten Schuss ins kurze Eck stand Torwart Baumann nicht ganz richtig. Beim 2:3 war es der Stellungsfehler von Akpoguma, der Depay den Weg zum Tor öffnete.  „Wir haben eigentlich drei Eigentore geschossen“, sagte Trainer Nagelsmann. Hoffenheim ließ aber nicht locker und wurde am Ende zumindest noch mit einem Punkt belohnt.

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