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Bayer Leverkusen : „Ich glaube, Son wird schlecht beraten“

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Applaus, Applaus? Eher nicht! Heung-Min Son will Leverkusen verlassen. Bild: dpa

Beim 3:0-Sieg über Lazio Rom fehlte Heung-Min Son. Womöglich spielt der Koreaner nie mehr für Bayer Leverkusen. Das Theater um einen möglichen Wechsel verwundert nicht nur die Bayer-Kollegen.

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          Heung-Min Sons bevorstehender Abgang sorgt in Leverkusen für Verwunderung, Enttäuschung – und sogar etwas mehr. „Ich bin sehr traurig, die ganze Mannschaft ist ziemlich enttäuscht. Wir waren immer für ihn da. Es ist aber nicht seine Schuld, er ist ein feiner Kerl. Ich glaube, er wird schlecht beraten“, sagte Bayer-Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu nach dem 3:0 im Champions-League-Playoff gegen Lazio Rom.

          Erst vor zwei Jahren war der südkoreanische Offensivstar Son für rund zehn Millionen Euro vom Hamburger SV nach Leverkusen gewechselt. Nun steht er vor dem Wechsel zu Tottenham Hotspur. Die angeblich 30 Millionen Euro Ablösesumme standen in Leverkusen aber zunächst nicht so im Blickpunkt – vielmehr war es das Unerwartete.

          Sons Vater soll die treibende Kraft hinter dem möglichen Transfer sein. „Wenn man 23 ist, hat man sicher Respekt vor seinem Vater, aber man muss irgendwann auch mal seine eigenen Entscheidungen treffen“, sagte Calhanoglu. Vielleicht war Son unglücklich mit seinem Status bei Bayer. „Es ist für ihn zu Saisonbeginn nicht so gelaufen. Auf seiner Position ist die Konkurrenz natürlich auch groß“, sagte Sportchef Rudi Völler. Einer der Offensiv-Konkurrenten ist unter anderem Neuzugang Admir Mehmedi, der gegen Lazio das 2:0 erzielte.

          Schon beim 1:0 der Leverkusener am Samstag in Hannover fehlte Son wegen einer Erkältung. Zum Abschlusstraining vor dem Lazio-Duell war er dann nicht da. Möglicherweise wegen eines Trips nach London, möglicherweise wegen des Medizin-Checks bei den Hotspurs. „Das mit Sonny ist eine traurige Entscheidung, ich hätte mir gewünscht, dass es anders gelaufen wäre. Er war hier integriert und emotional sehr verwurzelt“, sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt.

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          Die Beteiligten gehen pragmatisch mit der Angelegenheit um. „Spieler wechseln den Verein, das kommt nun mal vor. Wenn er das tut, dann ist er kein Teil dieser Mannschaft mehr“, sagte Kapitän Lars Bender. Völler erklärte, dass man den Wunsch des Spielers respektieren und Gespräche führen müsse. „Wir haben unsere Vorstellungen, wie das zu funktionieren hat. Es müssen einige Bedingungen erfüllt werden“, sagte Völler.

          Das Wichtigste ist dabei die Ablösesumme. Deren Höhe dürfte auch den HSV interessieren. Denn die Hanseaten hatten nach Angaben des ehemaligen Aufsichtsratschef Carl-Edgar Jarchow 2013 eine Beteiligungsklausel an einem Weiterverkauf in den Vertrag aufnehmen lassen. „Ja, das stimmt, ich habe damals verhandelt, dass wir bei einem Weiterkauf beteiligt sind“, bestätigte Jarchow der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag einen möglichen Geldregen für die klammen Norddeutschen.

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