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Grenzenlose Ambitionen : Die roten Bullen greifen an

  • -Aktualisiert am

Mit zwei Toren trug Timo Werner entscheidend zum Leipziger Erfolg in Lissabon bei. Bild: dpa

Doppelsieg für Red Bull: Mit Salzburg und Leipzig starten gleich zwei Vereine aus dem Brause-Kosmos siegreich in die Champions League. Und der Blick geht vor allem in Leipzig schon längst weiter.

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          Es war ein Tag, den die roten Bullen und auch ihre Gegner so schnell nicht vergessen werden. Einer, an den sich die Konkurrenz in Europa vielleicht gewöhnen muss. Die Kicker des Red-Bull-Konzerns, die einen aus Salzburg, die anderen aus Leipzig, grüßen nun erstmals sogar als Spitzenreiter ihrer Gruppen in der Champions League. So hoch hinaus ist es in Europa für die RB-Reißbrettklubs made in Austria und seine sächsische Variante jedenfalls noch nie gegangen, wenngleich erst eine Gruppenrunde gespielt ist.

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          Aber das 6:2 der Salzburger bei seiner Premiere in der europäischen Königsklasse gegen den belgischen Meister KRC Genk und das 2:1 von RB Leipzig beim portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon sind gleichwohl erste internationale Ausrufezeichen für grenzenlose Ambitionen einer konzernhaft und länderübergreifend organisierten Fußballfirma. Die großen, alten Namen des europäischen Fußballs können nicht mehr sicher sein, in der Spitze unter sich zu bleiben.

          In den vergangenen elf Jahren war Red Bull Salzburg immer in der Qualifikation gescheitert – und machte sich regelmäßig wie gegen den luxemburgischen Vertreter F 91 Düdelingen zum europäischen Fußballgespött. Aber weil Österreich auf Platz elf der europäischen Fünfjahreswertung vorrückte, fiel die Qualifikation diesmal weg. Und nun steht Salzburg nach seinem spektakulären Sieg sogar schon vor dem Titelverteidiger FC Liverpool sowie dessen überraschendem Bezwinger SSC Neapel.

          In zwei Wochen kommt es damit an der Anfield Road zu einem Duell, wie es der Fußball in diesen Höhen noch nicht erlebt hat, wenn uralte englische Fußballtradition zusammen mit Jürgen Klopp auf kommerzielle Fußballentwicklungen von heute mit einem amerikanischen Trainer namens Jesse Marsch trifft, der zuvor schon beim Red-Bull-Schwesterklub in New York tätig war und auch bei RB Leipzig als Assistenztrainer gearbeitet hat.

          Der 2:1-Sieg von RB Leipzig unter Trainer Julian Nagelsmann in Lissabon markiert aus dieser Perspektive nur den nächsten Schritt in einer Entwicklung, die tendenziell nur eine Richtung kennt: nach oben. Bei seinem ersten Gastspiel in der Champions League war für Leipzig vor zwei Jahren nach der Gruppenphase gleich wieder Schluss. Nach dem starken Start in Lissabon mit zwei Toren von Timo Werner zum verdienten Sieg hat der Tabellenführer der Bundesliga gute Chancen, es in einer Gruppe mit St. Petersburg und Olympique Lyon diesmal bis in die K.o.-Runde zu schaffen. Der Blick von RB Leipzig, dem mit Abstand am schnellsten gewachsenen Klub in Europa in den vergangenen vier Jahren, geht aber schon längst weiter. Der neue Sportdirektor Markus Krösche spricht ganz offen von der deutschen Meisterschaft als Ziel der kommenden Jahre, als nächsten großen Schritt. Um die Nummer eins in Europa zu werden, brauchten sie aber noch sehr viel Zeit. Was auch immer das für einen Klub heißen mag, der erst seit zehn Jahren existiert.

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          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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