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Istanbul, München, Manchester : RB Leipzig und die Woche der Wahrheit

  • Aktualisiert am

Voller Terminplan: Nagelsmann und seinem Team haben eine harte Woche vor sich. Bild: dpa

Binnen sieben Tagen kämpft RB Leipzig um das Weiterkommen in der Champions League und die Tabellenführung in der Bundesliga. Dafür hat Trainer Julian Nagelsmann eigens die Reiseplanung optimiert.

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          Als der Charterflieger TK3301 in den grauen Morgenhimmel in Richtung Bosporus abhob, begann für RB Leipzig die Woche der Wahrheit. Bereits zum Auftakt am Mittwoch (18.55 Uhr auf im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League sowie bei DAZN) ist ein Sieg bei Istanbul Basaksehir Pflicht, dann geht es bei Bayern München um die Tabellenführung der Fußball-Bundesliga und schließlich gegen Manchester United um den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse. Drei Hochkaräter in sieben Tagen – ein echter Stresstest für RB.

          Champions League

          „Es sind alles drei bedeutende Spiele“, sagte RB-Trainer Julian Nagelsmann und ordnete ein: „Aber sollten wir bei Bayern nicht gewinnen, können wir in der Bundesliga noch immer alle unsere Ziele erreichen. In der Champions League sieht das anders aus, da haben wir schon zwei Fehler gemacht.“ Grundsätzlich sei er positiv gestimmt, da man das Schicksal in der eigenen Hand habe und nicht auf Dritte angewiesen sei.

          „Wir müssen mutig spielen“

          Auch Spielmacher Emil Forsberg ist nicht bange. „Wir müssen mutig spielen und an uns selbst glauben. Dann ist alles möglich. Wir fliegen dahin, um zu gewinnen“, sagte der schwedische Nationalspieler der Deutschen Presse-Agentur vor dem Abflug nach Istanbul. „Es wird kein leichtes Spiel. Istanbul hat viel Qualität, das hat man gegen uns gesehen. Außerdem haben sie Manchester United zu Hause geschlagen.“

          Um optimal durch die Woche zu kommen, hat Nagelsmann die Reiseplanung gestrafft. „Wir werden von Istanbul direkt nach München fliegen. So sparen wir uns einen Flug“, sagte der 33-Jährige. Beim Sparen geht es weniger ums Geld als vielmehr um eine möglichst effiziente Belastungssteuerung.

          Denn Leipzig muss raus aus dem Energiesparmodus, in dem die Mannschaft zuletzt den Bundesliga-Sieg gegen Bielefeld nach Hause zitterte. Der türkische Meister ist ein anderes Kaliber als der Aufsteiger. „Wir sind gezwungen zu gewinnen. Istanbul hat Qualität, wenn man ihnen viel Raum gibt“, sagte Nagelsmann. Das Hinspiel hatte RB zwar 2:0 gewonnen, den Türken vor allem im zweiten Durchgang aber großzügig Platz geboten.

          Nur bei einem Sieg hat es Leipzig noch selbst in der Hand, das Achtelfinale zu erreichen. Verliert man, kann bei einem Sieg von Paris Saint-Germain bei Manchester United schon alles vorbei sein und RB müsste sogar um das Überwintern in der Europa League bangen. Diesen Rechenspielchen wollen die Sachsen aus dem Weg gehen.

          Und so dürfte Nagelsmann seine beste Elf ins Rennen schicken. Die gegen Bielefeld geschonten Forsberg, Kapitän Marcel Sabitzer, Yussuf Poulsen und Christopher Nkunku werden wohl beim Lieblingsklub des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan von Beginn an auf dem Platz stehen. Verzichten muss RB nur auf die Langzeitverletzten Lukas Klostermann und Konrad Laimer.

          Eine Frage, die Nagelsmann umtreiben dürfte, ist ein möglicher Einsatz von Alexander Sörloth. Der bisher äußerst glücklose Norweger verschoss zwar gegen Bielefeld einen Elfmeter und ist im RB-Trikot noch immer ohne Torerfolg. Doch in der vergangenen Saison hat der Stürmer noch mit dem früheren Klub Trabzonspor im Fatih-Terim-Stadion von Basaksehir gespielt und beim 2:2 ein Tor erzielt. Man könnte es als gutes Omen nehmen.

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