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Finaleinzug nach 2:4 gegen Rom : Klopp ist mit Liverpool fast am Ziel

Ein glücklicher Trainer, ein glücklicher Spieler, und ein enttäuschter Gegner: Jürgen Klopp mit Mohamed Salah und Radja Nainggolan (von rechts). Bild: AFP

Kein zweites Fußballwunder: Im Halbfinal-Rückspiel der Champions League siegt der AS Rom gegen den FC Liverpool, doch der Rückstand aus dem Hinspiel ist zu groß. Nun will Jürgen Klopp mit seinem Team den Henkelpott.

          Erstmals in dieser Saison in der Champios League verloren – und trotzdem das große Los gezogen: Der FC Liverpool hat nach der 2:4-Niederlage beim AS Rom dank des 5:2 aus dem Hinspiel das Finale gegen Real Madrid erreicht. Trotz einer 2:1-Pausenführung aber benötigte die Mannschaft des deutschen Trainers Jürgen Klopp danach auch etwas Spielglück, um nicht noch in große Bedrängnis zu geraten.

          „Das Spiel war wahnsinnig intensiv“, sagte ein sichtlich erschöpfter Klopp im Sky-Interview. „Wir haben eine außergewöhnliche Champions-League-Saison gespielt. Heute mussten wir Glück in Anspruch nehmen. Wir können und müssen das Spiel besser machen, aber für heute ist alles gut“, sagte der deutsche Liverpool-Coach. Und Liverpools Torhüter Loris Karius fügte an: „Bisschen Glück brauchst du, um ins Finale zu gehen, aber wir waren über zwei Spiele die bessere Mannschaft.“

          „Ci credo“ – das war zum großen Bekenntnis in den vergangenen Tagen in Rom geworden. Doch der Glaube daran, wie im Viertelfinale gegen den FC Barcelona einen Drei-Tore-Rückstand im Olympiastadion wettmachen zu können, wurde schon nach neun Minuten zum ersten Mal erschüttert. Der AS Rom hatte in dieser Champions-League-Saison noch kein Gegentor in der eigenen Arena hinnehmen müssen, aber Mané scherte sich um diese Statistik nicht allzu viel.

          Zuvor hatte sich Naingolan einen Fehlpass an der Mittellinie geleistet – und dann machte der FC Liverpool das, was er bekanntermaßen am besten kann. Firmino trieb den Konter nach vorne, spielte seinen Kollegen frei, und der bedankte sich mit der frühen Führung. Es schien danach für ein paar Minuten so, als sei die große Aufholjagd damit schon gestoppt. Liverpool kontrollierte die Partie – und brachte den Gegner selbst wieder ins Spiel. Eine harmlose Kopfballvorlage von El Shaaraway wollte Lovren im Fünfmeterraum nach vorne schlagen, aber weit kam er dabei nicht. Er knallte den Ball dem zwei Meter entfernten Kollegen Milner an den Kopf – und der Abpraller flog am verdutzten Loris Karius vorbei zum Ausgleich (15.) ins Netz.

          Zumindest beim Publikum war der Glaube danach wieder zurück. Der FC Liverpool aber fand schnell trotzdem die Balance zwischen einem sicheren risikolosen Spiel im Mittelfeld und überfallartigen Angriffen wieder. Einen solchen präsentierte Henderson, als er Mané nach einem energischen Spurt an der linken Seite den Ball zur nächsten Großchance vorlegte. Beim brasilianischen Nationaltorwart Alisson konnte sich der AS Rom bedanken, nicht schon wieder in Rückstand geraten zu sein – allerdings nur für einen paar Sekunden.

          Jürgen Klopp gefiel nicht alles, was seine Mannschaft im Rückspiel gegen Rom zeigte. Bilderstrecke

          Beim folgenden Eckball wurde der Klärungsversuch von Dzeko, dem der Ball von Kopf allerdings Richtung eigenes Tor prallte, zur perfekten Vorlage für Wijnaldum (25.). Dass der AS Rom in dieser Partie nicht wieder ohne Gegentor bleiben würde, hatte man vermuten können. Schließlich war dies der 46. Treffer des FC Liverpool in der Königsklasse, der damit die Bestmarke des FC Barcelona aus der Saison 1999/2000 übertraf. Bangen mussten die Briten vor der Pause nur noch einmal, als Millner (35.) nun die Füße im Spiel hatte und den Schuss von El Shaarawy abfälschte – der Pfosten bewahrte ihn vor dem nächsten Eigentor.

          Vier Tore benötigte der AS Rom also nach der Pause, um die Verlängerung zu erreichen. Zu viel offenbar für die Vorstellungskraft des FC Liverpool, der in der Folge das machte, was Klopp hatten verhindern wollen. Die Engländer beschränkten sich darauf, dieses Polster zu verteidigen. Das hätte früh ziemlich schief gehen können, als Karius nach 49 Minuten Dzeko von den Bein holte, Schiedsrichter Skomina aber fälschlicherweise auf Abseits statt auf Elfmeter und möglicherweise Platzverweis entschied.

          Das 2:2 des omnipräsenten Dzeko nach 52 Minuten brachte einen Hauch Spannung zurück, weil die Abwehr des FC Liverpool plötzlich häufiger ins Schwimmen geriert. So in der 63. Minute, als Alexander-Arnold im Fünfmeterraum erst Kolarov anschoss und ihm der Nachschuss von El Shaarawy so deutlich wie folgenlos an die Hand prallte. Sechs Minuten vor dem Ende startete Naingolan mit dem 3:2 die Aufholjagd doch noch und legte mit einem Handelfmeter (90 + 3) sogar noch nach. Doch direkt danach war der FC Liverpool am großen Ziel.

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