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1:3 in Porto : Schalke ist ein glücklicher Verlierer

  • Aktualisiert am

Spiel verloren, Achtelfinale erreicht: Schalke verlässt Porto nicht mit ganz leeren Händen. Bild: AFP

Die Königsblauen können nicht an die Gala gegen Nürnberg in der Bundesliga anknüpfen. In der Champions League gibt es ein 1:3 in Porto. Die beste Nachricht des Abends gibt es für Schalke schon vor dem Spiel.

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          Königsblauer Jubel schon vor dem Anpfiff: Dank der Schützenhilfe von Lokomotive Moskau hat der FC Schalke 04 vorzeitig das Achtelfinale in der Champions League erreicht, die Chance auf den Gruppensieg aber nach einer schwachen Vorstellung verspielt. Der Fußball-Bundesligaverein unterlag am Mittwochabend in seinem 200. Europacup-Spiel beim FC Porto zwar 1:3 (0:0) und kassierte seine erste Niederlage in der Gruppenphase, steht aber vor dem letzten Spiel mit acht Punkten als Zweiter der Gruppe D hinter dem portugiesischen Meister (13) bereits fest.

          Champions League

          Dabei profitierte der Revierklub vom 2:0-Sieg der Russen (3) zuvor gegen Galatasaray Istanbul (4). Das letzte Heimspiel gegen Moskau mit dem früheren Schalker Benedikt Höwedes am 11. Dezember ist für die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco somit sportlich ohne Bedeutung. Mit dem erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse seit vier Jahren darf sich der Revierclub über eine weitere Einnahme von 9,5 Millionen Euro freuen – die Leistung gegen Porto jedoch sorgte eher für Ernüchterung statt Begeisterung. „In der zweiten Halbzeit waren wir viel zu passiv“, sagte Daniel Caligiuri. 

          Ergebnisse, Termine, Auslosung: Spielplan der Champions League

          Vor 41.603 Zuschauern im Estadio do Dragao trafen Eder Militao (52. Minute), Jesus Manuel Corona (55.) und Moussa Marega (90.+4) für die überlegenen Gastgeber. Nabil Bentaleb gelang mit einem verwandelten Handelfmeter nur der zwischenzeitliche Anschluss (88.). „In der Champions League werden Fehler sofort bestraft“, sagte Schalkes Abwehrchef Naldo bei DAZN. „Aber wir sind im Achtelfinale und müssen weiter kämpfen.“

          Die ersatzgeschwächten Gäste aus Gelsenkirchen konnten sich bei ihrem starken Schlussmann Ralf Fährmann bedanken, dass es nicht noch mehr Gegentore wurden. In der Offensive blieben die Königsblauen viel zu harmlos und ideenlos und hatten in der zweiten Halbzeit auch noch Glück bei einem Fallrückzieher von Felipe an die Latte (60.) und einem Corona-Schuss, der knapp vorbeiging (63.). „Der Einzug ins Achtelfinale wäre für uns ein Meilenstein“, hatte Tedesco vor der Partie in Portugal gesagt. Dass dieser Schritt schon vor dem Anpfiff perfekt war, schien sich auf das Engagement der Schalker auszuwirken. Porto war von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft. Bei zwei guten Chancen durch Distanzschüsse von Danilo Pereira (15.) und Moussa Marega (19.) reagierte Fährmann glänzend.

          Portos Torschütze Corona streckt dem Gegner die Zunge heraus.

          Die Schalker, mit fünf Änderungen in der Startelf nach dem 5:2-Sieg in der Bundesliga gegen Nürnberg, ließen es in der Offensive viel zu zurückhaltend angehen. Die Abwehr stand zwar ganz gut und ließ nach den beiden frühen Möglichkeiten auch bis zur Pause wenig zu, doch Torgefahr ging vom Tedesco-Team in den ersten 45 Minuten keine aus. „Sehr, sehr diszipliniert“ nannte Mike Büskens, mit Schalke 1997 Uefa-Cup-Sieger, in der Halbzeit die Vorstellung seiner Nach-Nachfolger bei DAZN. Diszipliniert ja, inspiriert nein. Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Keine zwei Minuten waren gespielt, als Hector Herrera am starken Fährmann scheiterte (47.).

          Wenig später war auch der beste Schalker chancenlos. Nach einer Flanke von Oliver ließ Eder Militao mit seinem Kopfball Fährmann keine Abwehrmöglichkeit. Kurz darauf vollendete Corona nach feinem Doppelpass mit Yacine Brahimi zum verdienten 2:0. Auf der anderen Seite musste Torwart-Routinier Iker Casillas bei einem Versuch von Jewgeni Konopljanka eingreifen – hatte aber keine Mühe (54.). Beim Elfmeter von Bentaleb jedoch war der 37-Jährige geschlagen.

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