https://www.faz.net/-gtm-9kpma

Champions League in Manchester : Schalke geht mit einer 0:7-Blamage

  • -Aktualisiert am

Nicht nur der Schalker Benjamin Stambouli litt unter der Blamage. Bild: AFP

Die Krise der Königsblauen führt zu einem schlimmen Abgang aus der Königsklasse. Bei Manchester City bricht Schalke im Duell mit dem Team von Pep Guardiola völlig auseinander.

          Die rund 3000 mitgereisten Fans des FC Schalke 04 hatten zumindest ein wenig Spaß an diesem Champions-League-Abend in Manchester. Immer wenn der Ruhrgebietsjunge Leroy Sané nämlich am Ball war, erinnerten sie sich scheinbar an die guten alten Zeiten, in denen der mittlerweile 23-Jährige noch das Trikot der Schalker trug. Das 0:7 im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim hohen Favoriten Manchester City hatte bei den Anhängern dagegen abermals für ungläubiges Staunen darüber gesorgt, wie schnell die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco nach einem Rückschlag auseinanderbrechen kann.

          Champions League
          ANZEIGE

          „Wenn du sieben Tore kriegst und so ausscheidest, ist das extrem bitter. Wir sind hochverdient ausgeschieden“, sagte Tedesco am Sky-Mikrofon: „Bis zum 0:1 haben wir es okay gemacht, dann hatten wir einen extremen Leistungs- und Spannungsabbau. Danach haben wir aufgehört, daran zu glauben. Nur eine Mannschaft hatte Spaß heute. Wir müssen dieses Spiel am besten heute Abend noch abhaken.“ Glücklicher war selbstredend Pep Guardiola „Es ist nicht einfach, sieben Tore in der Champions League zu erzielen. In den ersten 20 Minuten hatten wir zu sehr das Ergebnis aus dem Hinspiel im Hinterkopf“, sagte der City-Trainer. „Nach der Führung waren wir viel ruhiger und haben gut gespielt. In der Situation von Domenico ist es nicht einfach. Ich wünsche ihm und Schalke alles Gute.“

          Die Schalker hatten schließlich recht hoffnungsvoll begonnen. Die „vorsichtige Offensive“, die Tedesco als taktisches Mittel ausgewählt hatte, beinhaltete von der ersten Minute vor allem die Sicherung des eigenen Tores. Lediglich zehn Minuten lang sollte dieses massive Schalker Defensiv-Bollwerk standhalten, ehe Raheem Sterling Angreifer Kun Agüero bediente, der aus kurzer Distanz nur den Pfosten traf. Spätestens von diesem Zeitpunkt an agierte nur noch das Team von Trainer Pep Guardiola. Doch selbst das englische Starensemble, das derzeit einen Gesamtmarktwert von mehr als eine Milliarde Euro hat, tat sich zunächst schwer gegen diese Kompaktheit. Die Schalker hielten körperlich dagegen und wirkten zunächst nicht so verängstigt und destruktiv wie zuletzt in der Bundesliga. Allerdings konnten sie dieses laufintensive Spiel und diese Courage nicht allzu lange durchhalten.

          Der Spielfreude und den Fertigkeiten der „Citiziens“ waren die Schalker mit zunehmender Spieldauer nicht mehr gewachsen. Der Führungstreffer nach 34 Minuten fiel allerdings aus eher glücklichen Umständen für Manchester. Nach einem harmlosen Zweikampf zwischen Jeffrey Bruma und Bernardo Silva im Schalker Strafraum entschied Schiedsrichter Clement Turpin auf Elfmeter. Agüero lupfte den Ball unhaltbar für Torhüter Ralf Fährmann ins Tor. Es war der Anfang vom Ende. Danach ging es Schlag auf Schlag weiter.

          Kaum war der Ball nämlich wieder im Spiel, erhöhte Manchester schon auf 2:0 (37.). Abermals hatte sich Sterling auf der rechten Seite durchgesetzt und mit der Hacke zurück auf Agüero gepasst, der Fährmann den Ball aus drei Metern durch die Beine schob. Leroy Sané erzielte nur fünf Minuten später das 3:0, das Tedesco-Team wurde zum Sparringspartner degradiert. Das 4:0 gelang Sterling nach 52 Minuten, nachdem ein weiterer Treffer für Manchester schon aberkannt worden war, Bernardo Silva (71.) traf zum 5:0, Foden (78.) zum 6:0, Gabriel Jesus (84.) zum 7:0 – und dann waren alle Schalker froh, dass es endlich vorbei war.

          Champions League

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Charismatisch und skrupellos : Was will Boris Johnson?

          Er ist Held der englischen Nationalisten und Favorit für den Vorsitz der Konservativen. Einen echten Plan für den Brexit hat der begabte Scharlatan noch immer nicht.

          FAZ Plus Artikel: Eurofighter-Absturz : 50 Meter an der Katastrophe vorbei

          Ein Pilot stirbt, einer ist schwer verletzt – schlimm genug. Bei der Suche nach Wrackteilen der abgestürzten Eurofighter in Mecklenburg zeigt sich, dass es noch schlimmer hätte kommen können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.