https://www.faz.net/-gtm-9hlil

Champions League : Der Extra-Kick des FC Bayern

  • Aktualisiert am

„Wir sind die Nummer 1, das wollen wir beibehalten“: Niko Kovac. Bild: dpa

Die Münchner stehen schon im Achtelfinale der Champions League. Die Motivation vor dem Duell mit Ajax ist dennoch groß. Eine bittere Nachricht gab es aber zum Start der Amsterdam-Reise.

          3 Min.

          Mit kräftigem Schritt und wehendem Sakko eilte Niko Kovac zum Flieger. Der Münchner Trainer verkörperte die ganze Entschlossenheit des FC Bayern, der im Achtelfinale der Champions League unbedingt Europas Fußball-Großmächten aus dem Weg gehen will. Dazu muss der Gruppensieg gegen Ajax Amsterdam her. „Wir sind die Nummer 1, das wollen wir beibehalten“, verkündete ein selbstbewusster Kovac am Abend vor dem Gruppenfinale mit leicht angekratzter Stimme.

          Champions League

          Den Auftrag nach zuletzt drei Siegen an Kovac und die Stars, bei denen Arjen Robben in seinem Heimatland enttäuscht fehlte, benannte Karl-Heinz Rummenigge klar. „Wir wollen auch nach dem Spiel Erster sein. Die Gruppenzweiten sind weniger stark als das, was man etwa bei Barcelona oder Real Madrid erwarten darf“, sagte der Vorstandschef. Champions-League-Dauersieger Madrid und Barcelona stehen wie der nicht ganz so starke FC Porto als Gruppensieger fest. Manchester City mit dem früheren Coach Pep Guardiola und Juventus Turin mit Cristiano Ronaldo stehen kurz vor dem Ziel. Das dürfte den Münchnern im Gruppenfinale am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky) einen Extra-Kick geben. „Ganz schöne Kracher“, wertete Rummenigge. Aber, versicherte Kovac, die ganz großen Namen „möchten auch nicht gerne gegen uns spielen“.

          Ergebnisse, Termine, Auslosung: Spielplan der Champions League

          Der von Rummenigge zum Sprecher am Flughafen beorderte Sportdirektor Hasan Salihamidzic forderte einen Erfolg in der Johan-Cruyff-Arena. „Es ist im Hinblick auf das Achtelfinale sehr wichtig, weil man theoretisch vielleicht auch einen leichteren Gegner erwischen könnte“, sagte er. Laut Rummenigge arbeitet Salihamidzic „im Moment mit Volldampf an der Zukunft des FC Bayern“. Erst einmal muss aber die Gegenwart erfolgreich gemeistert werden, im Winter sortieren sich die Münchner dann für einen neuen Angriff. Auf Dortmund – und in Europa.

          Eine bittere Nachricht gab es aber zum Start der Amsterdam-Reise: Der angeschlagene Robben stieg nicht in den Lufthansa-Sonderflieger. Auf seiner sechs Monate langen Abschiedstournee bleibt ihm eine letzte Dienstreise in seine Heimat erst einmal verwehrt. Trainer Kovac wird nach seinem Rotationsstopp also aller Voraussicht nach dieselbe Mannschaft aufbieten, die gegen Bremen und Nürnberg siegte. „Ich glaube nicht, dass ich allzu viel ändern werden“, sagte der Coach.

          Ein Unentschieden reicht den Bayern, um erstmals seit der Saison 2015/16 und zum insgesamt 15. Mal eine Gruppe an der Spitze zu beenden. Nach zuletzt drei Pflichtsiegen sind die ebenfalls für das Achtelfinale qualifizierten Niederländer der erste richtige Prüfstein, wie gut sich die Kovac-Bayern stabilisiert haben. „Die Burschen sind wieder gut in die Spur zurückgekommen“, sagte Rummenigge. „Wir wollen diese Saison nicht nur mit Anstand, sondern auch mit Erfolg zu Ende spielen. Dementsprechend ist es wichtig, dass wir Mittwoch eine gute Leistung abliefern.“

          Ausgelost werden die am 12./13. oder 19./20. Februar und am 5./6. oder 12./13. März ausgetragenen Achtelfinalspiele am Montag in Nyon. „Man will immer Platz eins haben und gegen den Zweiten einer anderen Gruppe spielen. Das ist unser Ziel“, sagte Kapitän Manuel Neuer. Nach dem 1:1 im Hinspiel sind Ajax-Talente wie Frenkie De Jong (21) und Matthijs de Ligt (19) mehr in den deutschen Fokus gerückt. Beide sollen schon länger auf der Wunschliste der Münchner stehen, aber auch andere Spitzenklubs wie etwa Paris Saint-Germain locken mit irren Summen. „Ajax hat gute Arbeit geleistet in der Jugendakademie. Das sind gute Spieler, keine Frage“, sagte Salihamidzic. „Wir haben viele Spieler, die wir beobachten.“

          Im Winter könnte es Zugänge bei den Münchnern geben, auch der Name des Stuttgarters Benjamin Pavard fiel. „Ich glaube, es ist ein bisschen zu früh. Wir sollten jetzt erst mal in Ruhe die Hinrunde zu Ende spielen“, sagte Rummenigge. Im Winter könnte es möglicherweise einen Transfer geben, das wäre dann aber „auch ein Vorgriff auf den nächsten Sommer“. Salihamidzic habe auch den einen oder anderen Spieler von Ajax im Blickfeld, berichtete Rummenigge.

          Winterzugang Alphonso Davies reiste als Gast mit, als Hoffnungsträger ist seit kurzem wieder der lange verletzte Kingsley Coman zurück. Nachdem der 22-Jährige darüber sinnierte, dass er eine dritte Operation bei einer neuen Verletzung am Fuß nicht zulassen würde, sprachen ihm die Bosse und Kovac Mut zu. „Ein Weltklasse-Spieler, der sicherlich noch viele Titel holt“, sagte der Coach.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Trump-Biden-Duell : Die Latte lag zu niedrig

          Der Präsident verbreitet Verschwörungstheorien, verkauft sich als neuer Abraham Lincoln und preist sich nach 220.000 Toten als Bezwinger der Pandemie. Das soll gesittet sein?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.