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0:3 beim FC Barcelona : „Manchmal gibt es bei Bayern auch Fußballwunder“

  • -Aktualisiert am

Bild: Reuters

Aus einem verheißungsvollen Champions-League-Abend wird beim 0:3 in Barcelona am Ende eine Bestrafung. Trotzdem gibt es für die Münchner nach der kalten Dusche durch Lionel Messi warme Worte – und leise Hoffnung.

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          Die warmen Worte des Chefs nach der kalten Dusche von Barcelona heiterten die Gemüter auch nicht mehr auf. Zu tief saßen das Erschrecken und der Ärger in den Spielern des FC Bayern München, als dass die kämpferische Ansprache ihres Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge noch heilsame Wirkung entfalten konnte.

          Der westfälische Vormann des deutschen Rekordmeisters pries beim Bankett kurz nach Mitternacht den „heldenhaften“ Kampfesmut der Spieler und musste dann doch der Wahrheit die Ehre geben: „3:0 zu verlieren, ist bitter.“ Da Aufgeben aber auch keine Option ist, beschwor Rummenigge den Glauben an die unverhoffte Wende im Münchner Rückspiel am kommenden Dienstag (20.45 Uhr / Live im ZDF, bei Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET): „Wir haben noch ein Spiel, und wir heißen Bayern München. Manchmal gibt es bei Bayern auch Fußballwunder.“

          Manchmal. Am späten Mittwochabend jedoch, nach dem 0:3 im Halbfinalhinspiel der Champions League beim FC Barcelona, zeichnete sich das bevorstehende Ende der diesjährigen Euopapokal-Kampagne ab. Wenn nicht alle Vorzeichen trügen, findet das Finale in Berlin am 6. Juni wohl mit dem Topfavoriten FC Barcelona, aber wohl kaum mit dem Endspielteilnehmer Bayern München statt. Die Watschen, die ihnen Lionel Messi, der weltbeste Spieler, zu einem Zeitpunkt verpasst hatte, als so mancher Münchner schon das Ziel und ein hart erkämpftes 0:0 vor Augen hatte, waren außerdem zu schmerzhaft, um auch nur für ein paar Sekunden über ein Märchen nachzudenken.

          Die Entscheidung: Lionel Messi lupft den Ball zum 2:0 an Manuel Neuer vorbei. Bilderstrecke
          0:3 beim FC Barcelona : 0:3 beim FC Barcelona

          Der argentinische Superstar, von Beginn an der überragende Spieler im Camp-Nou-Stadion, machte ernst, als unter den Bayern schon der eine oder andere Profi gedacht haben mag, dass das Ärgste überstanden sei. Bernats missglückter Dribbelversuch gegen Dani Alves in der 77. Minute war der Anfang vom Ende. Nach der Vorlage des brasilianischen Rechtsverteidigers fackelte Messi nicht lange und schlug mit einem Flachschuss aus sechzehn Metern zum ersten Mal zu.

          Und weil’s so schön war, setzte ihn Rakitic drei Minuten später so gut in Szene, dass der fintenreiche Messi zunächst Boateng mit einer Körpertäuschung zu Boden purzeln ließ, ehe er den Ball kunstvoll über Torhüter Neuer hinweglupfte. In der fünften Minute der Nachspielzeit leistete sich Schweinsteiger bei dem untauglichen Versuch, einem letzten Verzweiflungsangriff der Münchner die passende Richtung zu geben, einen Heber, den die Katalanen so locker abfingen, dass sie den Konter über Messis Steilpass bis zum Torschützen Neymar mühelos zum Ziel führten.

          Aus einem verheißungsvollen Abend, an dem sich die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola lange sehr geschickt verteidigt und selbst immer wieder, wenn auch nicht mit letzter Konsequenz, den Weg nach vorn gesucht hatte, war schließlich eine Bestrafung geworden. Sie fuchste so manchen Münchner gewaltig. So sagte Kapitän Philipp Lahm: „Ballbesitz ist unsere Identität, aber unsere Identität ist es nicht, dass wir Konterchancen zulassen.“

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