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Champions League : Der FC Bayern springt gerade hoch genug

Kein Freudenfest, aber ein weiterer Sieg: der FC Bayern beim Spiel gegen Moskau Bild: AFP

Ohne mehrere Stars treten die Münchner im letzten Gruppenspiel der Champions League gegen Lokomotive Moskau an. Das macht sich auf dem Feld bemerkbar. Am Ende reicht es für den FC Bayern dennoch zum Sieg.

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          Er rannte so schnell er konnte, aber François Kamano kam nicht weit. Auf der rechten Seite hatte der Stürmer von Lokomotive Moskau den Ball an Alphonso Davies vorbeigespitzelt und als er das freie Feld vor sich sah, machte er, was ein Stürmer eben so macht: Kopf runter, Turbo an. Sofort drehte sich Davies um, aber da war Kamano schon ein bis zwei Meter vor ihm. Doch dann machte auch Davies, was Davies eben so macht: Kopf runter, Superturbo an. Mit jedem Schritt holte er auf und nur ein paar Meter später schob er seinen Körper zwischen Kamano und den Ball.

          Champions League
          Christopher Meltzer

          Sportkorrespondent in München.

          Am Mittwochabend hat Alphonso Davies zum ersten Mal seit fast sieben Wochen wieder für den FC Bayern München gespielt und als er in der 10. Minute François Kamano überholte, konnte man sagen: Er ist immer noch so schnell wie vor seiner Sprunggelenksverletzung. Das war dann vielleicht schon die wichtigste Erkenntnis in einem Champions-League-Spiel, das ansonsten eigentlich keine wichtigen Erkenntnisse lieferte. Im eigenen Stadion siegte der FC Bayern gegen Lokomotive Moskau 2:0 (0:0). Und es passte gut, dass das erste Tor nach einem Eckball fiel – durch den Innenverteidiger Niklas Süle (63.). Das zweite machte dann ein Stürmer: Eric Maxim Choupo-Moting (80.).

          „Wir wollten dieses Jahr 2020 – es war ein herausragendes Champions-League-Jahr – mit einem Sieg abschließen“, sagte Trainer Hansi Flick. „Wir haben defensiv gut gestanden“, fügte er an und lobte Choupo-Moting: „Es hat ihm gut getan, das Tor zu machen.“

          2,7 Millionen obendrauf

          Am sechsten und letzten Vorrundenspieltag der Champions League mussten die Bayern zu einem Duell antreten, in dem sie auf den ersten Blick nichts gewinnen konnten. Sie führten ihre Gruppe schon vor diesem Match uneinholbar an, für das Achtelfinale sind sie gesetzt. Ihr Trainer Hansi Flick nutzte das, um seinen Abwehrchef David Alaba und seinen Mittelstürmer Robert Lewandowski zu schonen. Ein paar Stammspieler stellte er trotzdem auf – denn auf den zweiten Blick gab’s schon etwas zu gewinnen.

          Zum einen war da die Sache mit der Prämie. In der Chmapions League verteilt die Uefa für jeden Vorrunden-Sieg 2,7 Millionen Euro – eine Summe, die auch der FC Bayern in Krisenzeiten nicht ignorieren kann. Und zum anderen war da noch die Sache mit Alphonso Davies. Das Spiel war für Flick die perfekte Gelegenheit, um den Linksverteidiger seine ersten Wettkampfminuten zu geben. In der Abwehr musste Davies dann aber nicht viel tun. Obwohl die Russen sich noch für die Europa League hätten qualifizieren können, traten sie in München mit einem Mini-Kader an. Sie hatten nur fünf Auswechselspieler, darunter zwei Torhüter.

          Unter diesen Umständen fing ein Spiel an, dem wenig überraschend die Höhepunkte fehlten. In der ersten Halbzeit musste man sich an Kleinigkeiten erfreuen. Es gab einen Trick-Abwurf des Torhüter Manuel Neuer mit der Hand hinter dem eigenen Rücken und ein flottes Dribbling des Innenverteidigers Niklas Süle im Strafraum von Lokomotive. Und sonst? Ein Schuss von Dmitri Rybchinsky, den Neuer wegfaustete und ein Schuss von Thomas Müller, der das Außennetz berührte. Das war’s.

          In der zweiten Halbzeit fielen dann immerhin zwei Tore. Das hatte auch mit zwei Einwechselspielern zu tun. Jamal Musiala und vor allem Serge Gnabry belebten das Spiel – und waren entscheidend an den Toren beteiligt. Vor dem 1:0 holte Musiala den Eckball heraus, auch wenn die Fernsehbilder  hinterher zeigten, dass er eigentlich als letzter Spieler den Ball berührt hatte. Sei’s drum. Costa flankte, Süle stieg hoch, köpfte, drin (63.).

          Vor dem 2:0 passte Gnabry den Ball geschickt mit dem Außenrist in den Strafraum, wo Choupo-Moting ihn mit der Innenseite unter die Latte schoss (80.). Danach kniete er sich hin und streckte die Faust in die Luft – eine Botschaft nach Paris, wo seine früheren Mitspieler von PSG am Dienstagabend gemeinsam mit den Profis von Basaksehir Istanbul wegen der rassistischen Äußerung eines Schiedsrichters das Feld verlassen und einen Spielabbruch provoziert hatten.

          Da saß Alphonso Davies schon in einer Winterjacke auf der Tribüne und konnte sich über einen Sieg freuen, der am Ende mal wieder auch seinen Trainer bestätigte: Unter Hansi Flick haben die Bayern noch nicht ein Champions-League-Spiel verloren.

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