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FC-Bayern-Druck auf Kimmich : „Wer die Klappe aufmacht, muss vorneweg marschieren“

  • Aktualisiert am

Klappe auf oder lieber zu? Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic Bild: EPA

Vor dem Duell des FC Bayern mit Tottenham in der Champions League nimmt Sportdirektor Hasan Salihamidzic Joshua Kimmich in die Pflicht. Das liegt vor allem an den jüngsten Aussagen des Münchener Profis.

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          Karl-Heinz Rummenigge trat den London-Trip des FC Bayern mit ganz besonderer Neugierde an – und sehr klaren Ansagen. Der Münchner Vorstandschef ist nicht nur gespannt auf die brandneue Fußball-Arena von Tottenham Hotspur. In dem Milliarden-Bau muss das eigene, neuformierte Ensemble um den neuen Fixpunkt Philippe Coutinho am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League, bei DAZN und in der Sky-Konferenz) gegen den letztmaligen Finalisten nachweisen, ob es in Europa wieder Titelambitionen anmelden darf.

          Champions League

          „Ich bin schon neugierig. Es wird sicherlich ein sehr anspruchsvolles Spiel werden, ein schwerer Prüfstein für uns“, sagte Rummenigge am Montag und formulierte die Zielsetzung für das Topspiel in Gruppe B: „Wir wollen idealerweise nach dem Spiel weiter Tabellenführer sein.“ Englands Topklubs sind aktuell der Maßstab in Europa, auch wenn Tottenham zum Auftakt nur 2:2 gegen Olympiakos Piräus spielte. Nach dem kollektiven Achtelfinal-K.o. des Bundesliga-Trios Bayern (gegen Liverpool), Dortmund (gegen Tottenham) und Schalke (gegen Manchester City) in der vergangenen Spielzeit geht es für den deutschen Meister auch darum, den Ruf der Bundesliga international aufzupolieren.

          Dafür werden die Bayern freilich anders auftreten müssen als beim nachlässigen 3:2-Erfolg am Wochenende in Paderborn. „Da hat schon einiges gefehlt, um in London zu bestehen. Da muss man nicht groß herumreden“, betonte Rummenigge. Der Auftritt irritierte ihn, die Aufarbeitung stimmte ihn aber zuversichtlich. „Ich bin danach in die Kabine – und da war keine Partystimmung. Da war sehr viel Selbstkritik zu spüren. Die Mannschaft weiß, dass sie in allen Bereichen eine Schippe drauflegen muss“, sagte Rummenigge.

          „Ich hoffe, dass wir in der Champions League unser Spiel von der ersten Minute an spielen werden“, äußerte Robert Lewandowski. Das Duell des Bayern-Torjägers mit Tottenham-Goalgetter Harry Kane könnte spielentscheidend werden. „Es sind vielleicht die beiden besten Mittelstürmer der Welt im Moment“, bemerkte Rummenigge: „Jeder ist für seine Mannschaft fast überlebensnotwendig. Ich hoffe, das Robert das eine Tor mehr gelingt als Harry Kane.“ Neugierde weckt zudem, ob Coutinho Bayerns Offensivspiel auch im ersten großen Europa-Test entscheidend prägen kann. Rummenigge ist optimistisch: „Er wird sogar noch besser werden in den nächsten Wochen, weil er jetzt in die beste körperliche Verfassung kommt.“

          Einen Münchner Profi rückte der Bayern-Chef dann noch neben Coutinho und Lewandowski in den Fokus: Joshua Kimmich. Der Nationalspieler profiliert sich gerade als schärfster interner Kritiker. „Wir laufen so ein bisschen unserem Anspruch hinterher“, monierte der Juniorchef trotz der Eroberung der Tabellenführung in der Bundesliga und formulierte klare Ansprüche für London. „Ein Champions-League-Abend gegen Tottenham in London ist etwas Besonderes. Da können wir mal wieder ein Ausrufezeichen setzen, dass wir international noch auf der Bildfläche sind. Und das wollen wir auf jeden Fall machen.“

          Kimmichs Worte sind in der Münchner Chefetage vernommen worden. Und Rummenigge reagierte mit einer Forderung an den 24-Jährigen: „Wenn man kritisch ist, muss man die Flagge in die Hand nehmen, nach oben halten – und alle müssen demjenigen hinterher rennen. Dann muss er auch große Leistungen liefern, den Anspruch muss er jetzt an sich selbst haben.“ Als Bezugsgröße für Kimmich wählte Rummenigge die „älteren Herren“ Neuer (33) und Lewandowski (31). „Die sind da gute Vorbilder auch für Joshua“, urteilte der Vorstandsvorsitzende.

          Sportdirektor Hasan Salihamidzic urteilte in die gleiche Richtung: „Wer die Klappe aufmacht, muss natürlich auch vorneweg marschieren. Das tut er auch.“ Grundsätzlich befürwortete er das klare Auftreten von Kimmich. „Ich mag ja Spieler, die was sagen, die Verantwortung übernehmen. So ist der Josh.“ Kimmich soll also nun im Tottenham Stadium vorangehen, zumal ihn Trainer Niko Kovac wohl wieder im Mittelfeld aufbieten wird. Auch Kovac ist wie Rummenigge sehr neugierig, wie seine Mannschaft gegen das aktuell sehr wechselhaft agierende Team des Argentiniers Mauricio Pochettino auftreten wird. „Tottenham hat sehr, sehr große Qualität und wird uns alles abverlangen“, lautet die Prognose des Trainers.

          Joshua Kimmich profiliert sich gerade als schärfster interner Kritiker beim FC Bayern.

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