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8:2-Gala gegen FC Barcelona : Alle Achtung, FC Bayern!

Robert Lewandowski und der FC Bayern beweisen Stärke beim 8:2-Sieg über den FC Barcelona. Bild: EPA

Die Münchner demütigen den einst so großen FC Barcelona mit Lionel Messi im Viertelfinale der Champions League. Das 8:2 erinnert an das deutsche 7:1 im WM-Halbfinale 2014. Doch für den FC Bayern hat die Sache nicht nur einen Haken.

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          Bei den letzten beiden der acht Tore verzichteten die Spieler des FC Bayern sogar auf allzu großen Jubel. Als Philippe Coutinho mit seinen Treffern die Schlusspunkte eines denkwürdigen Fußballabends setzte, lag das weniger daran, dass den Münchnern aufgrund der schieren Masse am Ende schlicht die Lust vergangen war auf das extrovertierte Zelebrieren des eigenen Torerfolgs. Vielmehr folgte die emotionsreduzierte Reaktion dem seit einiger Zeit unter Fußballprofis gebräuchlichen Ritual, auf den Torjubel zu verzichten, wenn man gegen eine Mannschaft getroffen hat, die einem nahesteht.

          Champions League
          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Coutinho steht dem FC Barcelona, dem Bayern-Gegner vom Freitagabend, ziemlich nahe: Er besitzt bei den Katalanen nämlich einen Vertrag bis Mitte 2023. Der ruht aber derzeit. Der Brasilianer ist für diese Saison, in der die Corona-Pandemie alle Spielpläne über den Haufen geworfen hat, noch bis Ende August an den FC Bayern verliehen. Sobald das Finalturnier der Champions League beendet ist, kehrt Coutinho zurück zu dem spanischen Verein. Und er ist ein viel zu anständiger Kerl, als dass er es sich mit seinen früheren wie zukünftigen Mitspielern verscherzen wollte. Denn die litten eh schon allzu sehr.

          Um die diesen Fußballabend von Lissabon greifbarer zu machen, hilft es womöglich, die Fakten noch einmal nüchtern zu nennen. Der FC Bayern besiegte im Viertelfinale der Champions League den FC Barcelona mit 8:2 Toren. Diese erzielten auf Münchner Seite Thomas Müller (4. und 31. Minute), Ivan Perisic (21.), Serge Gnabry (27.), Joshua Kimmich (63.), Robert Lewandowski (82.) und eben Coutinho (85. und 89.). Für Barcelona trafen David Alaba (7.) mit einem Eigentor und Luis Suarez (57.). Nun geht es für den FC Bayern im Halbfinale gegen Manchester City oder Olympique Lyon, die an diesem Samstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League bei Sky und DAZN) aufeinandertreffen.

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          Selbst für die Spieler war das Ergebnis des Abends schwer zu fassen. Dabei waren sie hautnah dabei und für den unglaublichen Verlauf verantwortlich. „Man muss sich vor Augen führen, dass wir gegen Barcelona mit 8:2 gewonnen haben“, sagte etwa Joshua Kimmich beim TV-Sender Sky. „Das ist schon brutal schwierig zu begreifen. Am Ende war es ein unglaubliches Ergebnis. Wir haben immer auf das nächste Tor gespielt.“ Bis der Schiedsrichter die Partie im zuschauerleeren Estádio Da Luz beendete und die Gegner des einst großen Futbol Club Barcelona um Lionel Messi von der fußballerischen Demütigung erlöste.

          Arturo Vidal, einst in München, nun bei Barça, hatte ob der bayrischen Form vor dem Spiel versucht, den Gegner kleinzureden. „Die Bayern haben großes Selbstbewusstsein“, sagte der Chilene, der von 2015 bis 2018 das Münchner Trikot getragen hatte. „Sie haben in dieser Saison zwei Titel gewonnen. Aber morgen spielen sie nicht gegen einen Bundesliga-Gegner, sondern gegen den FC Barcelona.“ Das sollte stark klingen vom „Krieger“ mit dem markanten Irokesenschnitt auf dem Kopf. Alleine: Den Worten folgten keine Taten. Und eigentlich hatte Vidal sogar recht – nur anders als er es im Sinn hatte. Viele Bundesliga-Gegner verlieren zwar, aber kassieren kaum acht Gegentore. In diesem Jahrtausend passierte das nur dem Hamburger SV (2013, 2015 und 2017) und dem FC St. Pauli (2011).

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