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Einzug ins Achtelfinale : FC Bayern mit Fehlern, Glück und einem Platzverweis

Augen zu und durch: Das Spiel gegen Salzburg war nicht immer hohe Fußballkost. Bild: EPA

Beim Schlusspfiff ist das Ergebnis deutlich, doch längst nicht alles läuft rund für die Münchner in der Champions League gegen Salzburg. Der FC Bayern muss die Partie sogar in Unterzahl beenden.

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          Auf den Rasen im Stadion regnete das Wasser der Sprinkler, da ertönte aus den Lautsprechern ein Lied, das es in München eigentlich nicht zu hören gibt. Der Titel: Don‘t Cry for Me Argentina. Von Madonna. Für Maradona. Der Tod des argentinischen Ausnahmefußballers war erst drei Stunden zuvor vermeldet worden, aber in München war sein Einfluss nicht zu überhören und nicht zu übersehen. Vor dem Anpfiff stellten sich Spieler und Schiedsrichter für eine Schweigeminute auf. Sogar der vierte Offizielle trug einen Trauerflor am Arm. Und dann ging dieser Abend weiter, wie er nicht anders weitergehen konnte: mit Fußball.

          Champions League
          Christopher Meltzer

          Sportkorrespondent in München.

          Am vierten Vorrundenspieltag der Champions League hat der FC Bayern München den FC Salzburg 3:1 besiegt. Das reichte dem Titelverteidiger, um sich frühzeitig für das Achtelfinale zu qualifizieren. Die Tore schossen Robert Lewandowski (43. Minute), Kingsley Coman (52.) und Leroy Sané (68.). Und im eigenen Tor hielt Torhüter Manuel Neuer fast alles – bis zur 73. Minute. Da traf Mergim Berisha für Salzburg. „Es ist wichtig, dass wir jetzt bereits Gruppensieger sind. Das ist ein klarer Schritt in die richtige Richtung“, sagte Neuer später zum Spiel.

          Am Mittwoch musste Hansi Flick ein Problem lösen, mit dem er sich vor einem Champions-League-Spiel noch nie auseinandersetzen musste: Wer ersetzt Joshua Kimmich? Als Flick vor etwas mehr als einem Jahr zum Cheftrainer in München aufgestiegen ist, stand für ihn damals sofort ein Vorrundenspiel gegen Piräus an. Er stellte Kimmich im Mittelfeld auf. Seine Mannschaft siegte 2:0 – und Kimmich, unter Niko Kovac stets Rechtsverteidiger, machte seine ersten Schritte zum Chef in der Mitte. So fing an, was mit dem Triple endete.

          Flicks neue Lösung für Kimmich

          Jetzt aber fehlt Kimmich, mindestens bis Januar. Ein Meniskus-Einriss im rechten Knie. Was war Flicks Lösung? Sie war neu. Er schickte neben Leon Goretzka, seinem zweiten festen Mann in der Mitte, den Spanier Marc Roca aufs Feld. Der trainiert schon seit fast zwei Monaten in München, aber einen Platz in der Startelf hat Flick ihm noch nie anvertraut. Am Mittwoch fing Roca gut an. In der vierten Minute stand er mit dem Rücken zum Tor und obwohl mehrere Salzburger ihn bedrängten, passte er den Ball aus der Drehung auf die rechte Seite. Das war geschickt. Und danach? Machte er nicht viel falsch. Bis zur 67. Minute. Da foulte er Zlatko Junuzovic und sah seine zweite Gelbe Karte. Das war‘s. Platzverweis.

          Es gab noch ein Problem, das Flick lösen musste. Auf der linken Seite fehlten ihm die Außenverteidiger Lucas Hernandez (im Kader, aber angeschlagen, er kam in der 62. Minute ins Spiel) und Alphonso Davies (nicht im Kader). So setzte Flick auf Chris Richards, 20 Jahre alt, der manchmal noch in der Drittligamannschaft spielt. Der rannte immer wieder hinterher.

          Alaba macht den ersten Fehler

          Den ersten Fehler des Spiels machte aber nicht er, sondern David Alaba, der Abwehrchef. Er passte in den Fuß des Salzburgers Sekou Koita, der den Ball Mergim Berisha zuspitzelte. Der stand alleine vor Neuer. Und damit fingen die Probleme für Salzburg an diesem Abend an. An dem Torhüter kamen sie lange nicht vorbei. So ging es Berisha (15.), Dominik Szoboszlai (35.) und vor allem Enock Mwepu. In der 70. Minute schoss er aus fünf Metern aufs Tor, doch Neuer riss seinen Arm nach oben und lenkte den Ball über die Latte. Einmal war dann aber auch Neuer machtlos. In der 73. Minute schoss Berisha flach an ihm vorbei. Die Sache war nur: Da stand es schon 3:0 für München.

          Im Angriff musste Flick keine Probleme lösen. Er konnte mitansehen, wie Thomas Müller und Robert Lewandowski im Zusammenspiel die Salzburger Abwehr das erste Mal ausspielten. Das war in der 43. Minute. Da legte Lewandowski an der Strafraumgrenze auf Müller ab. Der schoss flach aufs Tor, aber Salzburgs Keeper Cican Stankovic konnte den Ball nicht festhalten. Lewandowski musste ihn nur ins leere Tor schieben.

          An den nächsten zwei Toren war vor allem Kingsley Coman beteiligt. Beim 2:0 hatte er Glück, dass der Salzburger Maximilian Wöber seinen Schuss ins Tor abfälschte (52.). Beim 3:0 flankte er präzise auf den Kopf des eingewechselten Leroy Sané, der ihn ins Tor drückte (68.). Da waren die Bayern schon in Unterzahl. Aber in echte Bedrängnis kamen sie nicht mehr. Wegen Neuer, der auch in der letzten Minute der Nachspielzeit glänzend reagierte.

          Champions League

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