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Großes Lob beim FC Bayern : „Manuel Neuer ist in der Form seines Lebens“

  • -Aktualisiert am

Viele Paraden und eine Gelbe Karte: Manuel Neuer im Einsatz für den FC Bayern gegen Salzburg. Bild: EPA

Der dezimierte FC Bayern zeigt einige Schwächen, besiegt Salzburg in der Champions League aber und steht vorzeitig im Achtelfinale. Dass es zu einem 3:1 reicht, liegt vor allem am Torwart, der ein großes Lob erhält.

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          Es war noch eine knappe Viertelstunde zu spielen, als Hansi Flick das entscheidende Zeichen gab. Ein paar Minuten später wartete Javi Martinez darauf, eingewechselt zu werden. Wenn der Spanier beim FC Bayern ins Spiel kommt, geht es oft um Absicherung, darum, ein wenig mehr Stabilität und Wucht ins Mittelfeld zu bekommen. In der Schlussphase der Champions-League-Partie gegen Salzburg konnte das jedenfalls nicht schaden, obwohl sich der Münchner Trainer zu jenem Zeitpunkt eigentlich keine großen Sorgen mehr machen musste.

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          Der 15. Königsklassensieg nacheinander war den Bayern nicht mehr zu nehmen. Mit dem 3:1 haben sie sich nur zwei Spieltage vor Ende der Vorrunde bereits für das Achtelfinale qualifiziert. 15 Tore erzielte der Titelverteidiger in den bisherigen vier Partien, mehr als jede andere Mannschaft. Außerdem stehen die Münchner als einzige Mannschaft bereits als Gruppensieger fest. Klingt alles ziemlich souverän.

          Aber manchmal ist der Blick auf die Statistik ganz aufschlussreich – und die zeigt ein etwas anderes Bild. Neunzehn Mal schossen die Salzburger in der Münchner Arena aufs Tor, der Triple-Sieger dagegen nur elf Mal. Dass die Mannschaft von Trainer Jesse Marsch dennoch verlor, spricht nicht für deren Treffsicherheit. Allerdings genügte auch der Auftritt der Bayern vor allem in der ersten Hälfte nicht den eigenen Ansprüchen. Zu viele Ballverluste und ein paar Unkonzentriertheiten wollte Flick aber nicht auf die Dauerbelastung und oder die Umstellungen aufgrund vieler Ausfälle zurückführen.

          Gegen Salzburg fehlten neben den Langzeitverletzten Alphonso Davies und Joshua Kimmich die angeschlagenen Bouna Sarr und Corentin Tolisso, dazu der derzeit wegen Trainingsrückstands aus dem Kader gestrichene Niklas Süle. Weil auch Lucas Hernandez nicht für 90 Minuten fit war, durfte auf der linken Abwehrseite der jungen Chris Richards ran. „Wir waren zu nachlässig“, findet Flick und fordert: „Wir müssen bei Ballbesitz eine andere Souveränität ausstrahlen.“

          Allerdings konnten sich die Münchner anders als am Samstag beim 1:1 gegen Bremen auf ihre Qualitäten vor dem Tor verlassen. „Ich bin nur zufrieden mit der Effizienz“, sagt der Bayern-Trainer. Die wenigen guten Chancen, die die Münchner kreierten, führten tatsächlich fast alle zu Treffern.

          Das 1:0 leitete Robert Lewandowski mit einem Zuspiel ein und schob den Ball nach Thomas Müllers Distanzschuss, den der Salzburger Schlussmann Cican Stankovic nur abklatschen konnte, ein (43.). Mit seinem insgesamt 71. Champions-League-Treffer rückte der Pole in der Königsklassen-Torschützenliste auf den dritten Platz vor. Das 2:0 fiel nach freundlicher Unterstützung des Gegners: Maximilian Wöber fälschte den Schuss von Kingsley Coman unhaltbar für Stankovic ab (52.). Und schließlich vollendete der kurz zuvor eingewechselte Leroy Sané eine wunderbare Flanke von Coman zum 3:0 (68.).

          Den insgesamt besseren Eindruck in der zweiten Hälfte trübte schließlich die Gelb-Rote Karte von Marc Roca, der bis dahin bei seinem Startelf-Debüt eine ansprechende Leistung gezeigt hatte. Den Platzverweis nach wiederholtem Foulspiel in der 66. Minute bezeichnete Flick als „unnötig“, dennoch könne der Spanier, wie er findet „mit seinem Debüt zufrieden sein“. Roca malträtierte aus Ärger zunächst den Rasen mit seinen Händen und anschließend die Aluminium-Verkleidung der Treppe, die hinunter in den Katakomben der Arena führt. Die Bayern zogen sich auch in Unterzahl noch ordentlich aus der Affäre. „Wir ließen nicht groß was anbrennen“, sagte Flick.

          Aber das lag vor allem an Manuel Neuer. Der Torhüter vereitelte rund eine Handvoll bester Salzburger Möglichkeiten. Lediglich in der 73. Minute war er machtlos, als Mergim Berisha frei vor ihm auftauchte und das 1:3 erzielte. „Er ist in der Form seines Lebens“, sagt Flick. „Sensationell, wie er Großchancen pariert und uns Gegentore erspart.“ Nicht nur gegen Salzburg, sondern auch im Bundesliga-Duell mit Bremen am vergangenen Wochenende. „Bei ihm wird das Tor für die Stürmer immer kleiner“, findet sein Trainer.

          Neuer selbst will sich nicht so wichtig nehmen. „Man tut, was man kann“, sagt er. Aber das Wichtigste sei doch, „Rückhalt für die Mannschaft zu sein.“ Einer seiner Ausflüge aus dem Strafraum wäre beinahe schiefgegangen. Bei einem Klärungsversuch an der Seitenlinie gut 30 Meter vor seinem Tor konnte er den Ball nur noch ins Aus und gegen die Werbebande schlagen. Um einen schnellen Salzburger Einwurf zu verhindern, rempelte er anschließend den Gegenspieler um – und sah dafür Gelb. Eine Bestrafung, die Neuer verkraften kann.

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