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Diskussionen beim FC Bayern : Die letzte Dienstreise von Präsident Hoeneß

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Auf Abschiedstournee: Bayern-Präsident Uli Hoeneß, hier im November 2018 bei der Mitgliederversammlung des Vereins Bild: AFP

Am 15. November tritt Uli Hoeneß als Präsident und Aufsichtsratschef bei Bayern München ab. Vor dem Spiel seines Klubs in der Champions League befindet er sich aber noch im Angriffsmodus.

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          Uli Hoeneß schmunzelte. Es sei schon erstaunlich, sagte er, „dass sich alle mehr Gedanken um mein Seelenleben machen als ich selbst“. Er habe gar nicht daran gedacht, dass es seine letzte Königsklassen-Dienstreise als Präsident und Aufsichtsratschef von Bayern München sei. Es sei „alles wie immer“, betonte der 67-Jährige vor dem Abflug des Rekordmeisters zum Champions-League-Gruppenspiel bei Olympiakos Piräus (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky).

          Champions League

          Von Wehmut war bei Hoeneß in diesem Moment nichts zu spüren. Er sehe ohnehin „überhaupt keinen Cut. Ich werde dem FC Bayern immer stark verbunden bleiben.“ Ein tiefer Einschnitt wird es dennoch sein, wenn Hoeneß bei der Mitgliederversammlung am 15. November seine Ämter an den designierten Nachfolger Herbert Hainer übergeben wird. „Ich werde am 16. November zum ersten Mal in meinem Leben ohne Plan aufwachen“, sagte er unlängst. Spannend sei das, aber er freue sich darauf.

          Doch noch ist Hoeneß von einem Ruhestand weit entfernt. Auch vor der Partie in Griechenland befand sich der Münchner Patriarch im gewohnten Angriffsmodus. Er nahm die Mannschaft in die Pflicht, geißelte die Diskussionen um Thomas Müller, stellte sich vor Trainer Niko Kovac, um diesem aber gleichzeitig Ratschläge in Bezug auf die Aufstellung zu geben. Schon zuletzt hatte er mit seinen Tiraden gegen den DFB wegen Torwart Manuel Neuer für reichlich Aufsehen in Fußball-Deutschland gesorgt.

          Und das soll in rund dreieinhalb Wochen der Vergangenheit angehören? Schwer vorstellbar. Aber Hoeneß hat zuletzt mehrmals versprochen, sich öffentlich nicht einmischen zu wollen. Er werde seinen Erben als einfaches Aufsichtsratsmitglied (bis November 2023) ungefragt keine Ratschläge erteilen, versicherte er. Aber: „Ich werde kein Golf spielender älterer Rentner sein und über den Tegernsee schauen. Sie brauchen sich keine Sorgen machen, von mir wird schon noch was zu hören sein.“

          Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mutmaßte bereits, dass Hoeneß bei den Bayern immer präsent sein werde. „Es ist nicht sein letzter Tag heute“, sagte Rummenigge, als Hoeneß seinen Abschied offiziell gemacht hatte, „und es wird nie sein letzter sein.“ Zumal Hoeneß einräumte, dass ihm die Machtübergabe nicht leicht gefallen sei. Er habe nachts „auch mal wach gelegen“, bekannte er. Aber, sagte er über den Hauptgrund für den Abschied: „Meine Frau hat mich beim Frühstück immer wieder daran erinnert, dass sie auch ein paar Rechte und mehr Zeit mit mir haben wollte.“

          Hoeneß ist sich sicher, dass sein Lebenswerk auch ohne ihn vor einer glänzenden Zukunft steht. „Dieser Verein ist in einem Topzustand“, der FC Bayern habe „so viel Kraft“, dass er ihn nicht mehr „an vorderster Front“ benötige. Bei Hainer und Rummenigge-Nachfolger Oliver Kahn sei der Klub künftig „in besten Händen“.

          Hainer hatte bereits angekündigt, sein eigenes Profil entwickeln zu wollen. Allerdings sieht auch der langjährige adidas-Chef keinen Anlass, sich von Hoeneß komplett zu distanzieren. „Wenn ich den FC Bayern zu ähnlichen Erfolgen wie Uli Hoeneß führen könnte, wäre das sicher nichts Schlechtes“, sagte er: „Es wäre also klug von mir, wenn ich auf seinen Rat hören würde.“

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