https://www.faz.net/-gtm-89tu0

Bayern München : Das Weiterkommen ist nicht genug

  • Aktualisiert am

Arjen Robben (links) traf mit dem ersten Ballkontakt, Thomas Müller überholt Karl-Heinz Rummenigge. Bild: AP

Die Torgala gegen Arsenal und die fast sichere Qualifikation fürs Achtelfinale der Champions League genügt den Bayern nicht: Die Münchner wollen nun auch den Gruppensieg. Thomas Müller hat zudem Vorstandschef Rummenigge übertroffen.

          Nach dem nahezu erreichten Etappenziel in der Champions League war Pep Guardiola auf seine Mannschaft als designierter Gruppensieger stolz. Die Frage, ob das die besten Bayern seiner knapp zweieinhalb Jahre langen Münchner Amtszeit seien, beantwortete der spanische Startrainer mit einem knappen „Ja“.

          Weiter beflügelt von der 5:1-Gala gegen den FC Arsenal geht es in drei Wochen im Heimspiel gegen Olympiakos Piräus um den Gruppensieg. Nach dem Angriffsfußball der Extraklasse gegen die Londoner zweifelt keiner mehr daran, dass der erste Platz nur an die Bayern gehen kann.

          „Wir hatten ein Finale, jetzt sind wir theoretisch schon für die nächste Runde qualifiziert“, erklärte Guardiola. „Wir wollen Erster in der Gruppe werden, und das ist der Grund, warum du gegen Olympiakos gewinnen musst.“ Als Gruppenerster würde man vermutlich Schwergewichten wie Real Madrid oder Titelverteidiger FC Barcelona im Achtelfinale aus dem Weg gehen.

          Robert Lewandowski (10. Minute), Thomas Müller (29./89.), David Alaba (44.) und Joker Arjen Robben (55.) verzückten die 70.000 Zuschauer am Mittwochabend mit Toren vom Feinsten. „Super-Bayern, Super-Bayern“, schallte es von den Rängen. Herausragender Antreiber beim nächsten Tor-Festival dieser Saison war der Ballstreichler Thiago Alcantara.

          „Er hat diese Persönlichkeit für wichtige Spiele. In den wichtigsten Spielen ist er der Beste“, lobte Guardiola den „jungen Spieler mit großem Charakter und großer Persönlichkeit“. Aber Thiago, der in seinen ersten zwei Bayern-Jahren viel Verletzungspech hatte, müsse auch noch viel lernen, betonte der Coach.

          Bilderstrecke

          Mit je neun Punkten führen der FC Bayern (13:3 Tore) und Piräus (6:6) die Gruppe an. Arsenal und Dinamo Zagreb (je drei Punkte) liegen deutlich zurück. „Klar sind wir zufrieden. Wir standen ein bisschen unter Druck nach dem Hinspiel, die Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt und eine gute Leistung gebracht gegen eine Mannschaft, die gut in Form ist“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer. „Wir wollen Erster werden. Wir wollen beide Spiele noch gewinnen.“

          Das müssen die Londoner auf jeden Fall, wenn sie womöglich doch noch weiterkommen wollen. „So wie die Bayern aufgetreten sind, waren wir nicht in der Lage dagegenzuhalten“, gestand Arsenal-Kapitän Per Mertesacker. Drastischer erklärte es Trainer Arsène Wenger. „Abgesehen vom Kopf haben wir keine weiteren Schäden davongetragen.“ Erstmals seit 2001 droht Arsenal ein Aus schon in der Gruppenphase.

          Öffnen

          Besonderen Grund zur Freude hatte derweil Thomas Müller: Mit seinen Königsklassen-Treffern 31 und 32 verdrängte Müller am Mittwochabend Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (30 Tore) vom zweiten Platz der erfolgreichsten Europapokalschützen des FC Bayern. „Ich freue mich drüber, denn er (Rummenigge) war ja schon eine große Nummer im Weltfußball“, kommentierte Nationalspieler Müller.

          Müller vor Müller heißt es nun in der vereinsinternen Rangliste. Nur noch Gerd Müller liegt vor Thomas Müller, allerdings weit: 66:32 Tore heißt es. Aber es passte, dass Müller II ausgerechnet einen Tag nach dem 70. Geburtstag von Müller I auf den zweiten Rang vorrückte. Die Bayern-Fans hatten vor Spielbeginn mit einer eigenen Choreographie an den „Bomber“ erinnert. Auch Thomas M. gedachte des Ehrentags der an Alzheimer erkrankten Sturmlegende Gerd M. „Ich selbst habe mit ihm bei den Amateuren zusammengearbeitet. Man kann ja nur den Hut ziehen vor dem, was er geleistet hat“, sagte Thomas Müller.

          Weitere Themen

          Abschied eines Werbegags

          Basketball-Bundesliga : Abschied eines Werbegags

          Der mit viel Wirbel verpflichtete einstige Basketball-Nationalspieler Andrej Mangold, eher bekannt aus der RTL-Show „Der Bachelor“, erhält keinen neuen Vertrag bei den Skyliners Frankfurt.

          Kältekammer für müde Pferdebeine Video-Seite öffnen

          Cryotherapie : Kältekammer für müde Pferdebeine

          Auch Rennpferde sind Hochleistungssportler. Was bei den Menschen das Eisbad nach einem harten Training ist, ist für Pferde neuerdings die Cryokammer. Die Tiere werden in einen Behälter geführt, in dem die Temperatur auf -140 C° heruntergekühlt wird.

          Starker Start für deutsche Flotte

          Kanu-WM : Starker Start für deutsche Flotte

          Tom Liebscher und der deutsche Kajak-Vierer der Männer gewinnen bei der Kanu-WM in Ungarn jeweils Gold – allerdings in nicht olympischen Wettbewerben. Doch auch dort sind die Aussichten gut.

          Topmeldungen

          Wegen Amazonas-Bränden : Europa droht Bolsonaro mit Blockade

          Der Streit mit Brasilien um die Waldbrände eskaliert: Finnland prüft ein Einfuhrverbot für brasilianisches Rindfleisch in die EU. Irland und Frankreich drohen, ein Handelsabkommen zu blockieren. Politiker aus Europa schießen gegen Präsident Bolsonaro.
          Empfindet Schäubles Äußerungen als „wohltuend“: der frühere Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen

          Streit über Maaßen : Nach der Attacke ist vor der Attacke

          Mit einer gezielt gesetzten Äußerung heizt Wolfgang Schäuble den Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen weiter an. Wieso macht er das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.