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Kritik an Frankreichs Verband : Ärger beim FC Bayern nach Hernández’ Verletzung

Lucas Hernandez (Mitte) wird in Piräus verletzt vom Platz geführt. Bild: dpa

Die Reise von Lucas Hernández zur Nationalelf sorgte für Streit zwischen den Münchnern und Frankreichs Verband. Nun verletzt sich der Spieler bei seinem Klub schwer – und der FC Bayern erneuert seine Kritik.

  • Aktualisiert am
          3 Min.

          Nach der Verletzung von Verteidiger Lucas Hernández hat der FC Bayern München seine Kritik am französischen Fußball-Verband erneuert. Er sei „ein bisschen verärgert“ über den Umgang der französischen Nationalmannschaft mit der Thematik, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Der Verteidiger hatte sich beim 3:2-Auswärtssieg in der Champions League gegen Olympiakos Piräus verletzt und eine Teilruptur des Innenbandes am rechten Sprunggelenk zugezogen. Er müsse deshalb operiert werden, teilten die Münchener am Mittwochabend mit.

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          „Wir wollen natürlich, dass unsere Spieler so viele Spiele machen, wie es möglich ist. Aber es ist schon bitter, dass er sich heute verletzt hat. Das hängt nicht nur an dem Spiel heute. Er kommt aus einer langen Verletzungspause und hat viele Spiele gemacht“, sagte Salihamidzic. Er wolle „da keinem die Schuld geben“, sagte der Sportdirektor, aber man hätte der Einschätzung des FC Bayern vertrauen sollen.

          Der Einsatz von Hernández in Frankreichs Nationalteam während der jüngsten Länderspielpause war im Vorhinein umstritten. Nachdem der Abwehrspieler gegen Island nicht zum Einsatz kam, lief er gegen die Türkei auf. Die Reise zum Nationalteam sorgte für reichlich Ärger zwischen dem deutschen Rekordmeister und dem französischen Verband, da die Münchner ein Mitwirken von Hernández nach dessen letzter Verletzungspause als zu hohes Risiko ansahen. Das im Frühjahr operierte Knie hatte wieder Probleme gemacht. Die Bayern wollten ihren Verteidiger deshalb ursprünglich erst gar nicht abstellen, doch Frankreichs Teamleitung beorderte Hernández trotzdem zur Nationalmannschaft und wollte ihn selbst untersuchen.

          Der Verteidiger kehrte nach Angaben von Trainer Niko Kovac gesund zu den Münchnern zurück. Der Coach zeigte sich sogar froh, dass Hernández zum Einsatz gekommen war. Jetzt setzte er ihn wieder für den Klub ein – und der Profi verletzte sich. Hernández fällt mit einer eine Teilruptur des Innenbandes am rechten Sprunggelenk vorerst aus, wie die Münchner am Mittwoch nach einer genaueren Untersuchung mitteilten.

          Beim nächtlichen Bankett des FC Bayern richtete Karl-Heinz Rummenigge derweil klare Worte an Trainer Niko Kovac und das Starensemble. „Ich glaube nicht, dass die Leistung, die wir heute Abend gebracht haben, uns in diesem Jahr große Erfolge bescheren wird, wenn wir nicht die Kurve langsam kriegen“, sagte der Vorstandschef tief in der Nacht zum Mittwoch und wies auf alarmierende Signale hin: „Wir spielen ein bisschen zu sorglos. Das wird irgendwann zu Problemen führen.“

          Zuvor hatte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister zu einem 3:2-Auswärtssieg in Piräus gemüht. Robert Lewandowski (2) und Corentin Tolisso sorgten für die Tore, der in die Startelf zurückgekehrte Thomas Müller war an allen Treffern beteiligt. „Das Ergebnis ist super“, sagte Kapitän Manuel Neuer. Die Mannschaft stehe aktuell aber nicht da, „wo sie sein soll“.

          Nach zwei verpassten Siegen in der Bundesliga gegen Hoffenheim (1:2) und in Augsburg (2:2) bleibt das Team von Niko Kovac aber wenigstens in der Königsklasse punktemäßig auf Kurs. „Ein kleiner Schritt vorwärts ist es auf jeden Fall“, sagte Neuer, der von selbstkritischen Analysen der Mannschaft sprach. In der griechischen Hafenstadt wurmte die Verantwortlichen vor allem das anfällige Defensivspiel. „Man wird verrückt, wenn man so ein Spiel sieht. Wir haben nicht die Kontrolle. Es muss alles besser werden“, forderte Sportdirektor Salihamidzic.

          Neun Punkte aus drei Spielen lautet die bisher optimale Ausbeute der Münchner in der Champions League. „Beim Blick auf die Tabelle kann man optimistisch in die Zukunft schauen, dass wir damit zumindest den ersten Step, die Qualifikation für das Achtelfinale erreichen können“, sagte Rummenigge. Doch zittern mussten die Bayern am Dienstagabend abermals – und das trotz eines zwischenzeitlichen 3:1-Vorsprungs. „Wir sind hier in Griechenland, und da ist der Marathonlauf erfunden worden. Heute Abend war das so ein bisschen wie Marathonlauf mit Hürden, den wir auf dem Platz erlebt haben“, beschrieb es Rummenigge.

          Ein Erfolgsfaktor war wieder einmal Lewandowski: Treffer Nummer 18 im 13. Pflichtspiel der Saison, die Tore 57 und 58 beim 83. Königsklasseneinsatz. Als Vorbereiter glänzte Müller, der sich zuletzt sechsmal bei Anpfiff auf der Bank wiedergefunden hatte. „Ich versuche, mich aufs Fußballspielen zu konzentrieren. Langsam können die ganzen Diskussionen auch mal ein bisschen zu Ende gehen“, sagte der 30-Jährige. „Die Feuertaufe haben wir bestanden, aber natürlich wissen wir auch, dass nicht alles perfekt war.“

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