https://www.faz.net/-gtm-a54hp

Champions League : Darum ist Flick trotz des 6:2 der Bayern genervt

  • -Aktualisiert am

Hansi Flick störten in Salzburg nicht nur die Unkonzentriertheiten seiner Mannschaft. Bild: EPA

Durch einen furiosen Schlussspurt gewinnen die Münchner auch in Salzburg. Bayern-Trainer Hansi Flick ist aber nicht zufrieden. Mehr als die Nachlässigkeiten seiner Spieler stört ihn noch etwas anderes.

          3 Min.

          Hansi Flick hatte sich eigentlich ganz gut gewappnet gefühlt. Und das Schlimmste, so dachte der Trainer des FC Bayern an diesem nassen Novemberabend in Salzburg wohl, habe er sicher schon überstanden, als er eine Viertelstunde nach Spielschluss noch einmal für Interviews auftauchte im Stadion. Dann drohte es doch auf ihn niederzuprasseln, aber ein freundlicher Herr reichte ihm einen großen blauen Schirm, damit er wenigstens nicht im Regen stehen musste vor der Sponsorenwand.

          Champions League

          Nein, es war kein ganz gemütlicher Ausflug für die Bayern und ihren Trainer – und das lag bei diesem dritten Gruppenspiel in der Champions League gegen RB Salzburg nicht nur am Wetter. Ein bisschen war der Gegner, der sich als ziemlich aufmüpfig erwies, dafür verantwortlich. Ein bisschen die eigene Mannschaft, die erst in der Schlussphase dafür sorgte, dass die Partie so endete, wie die 13 Begegnungen in der Königsklasse zuvor: mit einem Sieg.

          Mit dem 6:2-Erfolg beim österreichischen Serienmeister sind die Bayern dem Achtelfinale schon sehr nahe gekommen. „Für den neutralen Zuschauer war das mit Sicherheit ein Topspiel“, sagte Flick. „Für die Trainer nicht ganz so top.“ Aber offenbar noch mehr als die Nachlässigkeiten seiner Mannschaft in den ersten 70 Minuten nervte ihn, dass sich vieles um die Zukunft von David Alaba drehte und darum, was in der jüngeren Vergangenheit alles passiert ist zwischen dem Spieler und den Klub-Verantwortlichen bei den Verhandlungsrunden um eine mögliche Verlängerung des im kommenden Sommer auslaufenden Vertrages.

          „Mir ist es wichtig, dass wir Ruhe in der Mannschaft haben“, ließ Flick wissen, auch mit Blick auf den Bundesliga-Gipfel gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky). Alles andere zum Thema Alaba sei bereits gesagt, findet der Bayern-Trainer, der genau ein Jahr zuvor vom Assistenten zum Cheftrainer befördert worden.

          Sportvorstand Hasan Salihamidzic sah dies offenbar ein wenig anders. Jedenfalls befeuerte er die Diskussion kurz vor Anpfiff noch weiter, nachdem am Tag zuvor Alaba selbst seine Sicht der Dinge, die ein wenig anders ist als die des Vereins, zum Besten gegeben hatte. „Im Leben und im Fußball soll man niemals nie sagen“, erklärte Salihamidzic beim TV-Sender Sky. Aber er wisse nicht, „wie wir noch zusammenfinden sollen. Wir haben ihm ein Angebot vorgelegt, das wurde abgelehnt und jetzt müssen wir uns damit beschäftigen, dass uns David verlassen wird.“

          Es gehörte viele Jahre zum Geschäftsmodell des FC Bayern, in sportlich schwierigen Zeiten ganz bewusst für Wirbel zu sorgen, um Druck von der Mannschaft und dem Trainer zu nehmen, um abzulenken. Solche Manöver hat der Verein eigentlich angesichts der Erfolgsserie in diesem Jahr überhaupt nicht nötig, aber vielleicht hat es manchen Münchner auch nicht besonders gestört haben, dass das Spiel in Salzburg fast nur noch ein Randaspekt war und keine großen Erklärungen, warum der Champions-League-Sieger mit der mutigen Spielweise des Gegners lange Schwierigkeiten hatten, gefordert wurden.

          Nach Salzburgs Führung durch Mergim Berisha in der vierten Minuten hatte der Triple-Sieger durch das Elfmetertor von Robert Lewandowski (21.) und das von Müller erzwungene Eigentor von Rasmus Kristensen (44.) die Partie zwar gedreht, aber der erst eine Minute zuvor eingewechselte Masaya Okugawa nährte mit dem Ausgleich (66.) die Hoffnung der Gastgeber auf eine Überraschung. Jerome Boatengs 3:2 (79.) löste den Knoten, ehe Leroy Sané (83.), noch einmal Lewandowski (88.) und Lucas Hernandez (90.) mit ihren Treffern für eine fulminante Schlussphase sorgten.

          „Das Ergebnis ist ein bisschen hoch ausgefallen“, gab Flick zu. „Aber die Mentalität der Mannschaft hat mir gefallen, so wie sie zurückgekommen ist“. Überrascht waren die Bayern jedenfalls nicht vom Auftritt der Salzburger. „Die Spielweise war uns bekannt“, sagte Müller. Vor allem weil sie der des Triple-Siegers nicht ganz so unähnlich sei, wie der Mittelfeldspieler feststellte, „vielleicht mit einem Tick weniger Spielkontrolle“.

          Die Bayern scheinen nach den beiden Arbeitssiegen zuletzt in Moskau und Köln und nun dem lange ebenbürtigen Duell mit Salzburg die Länderspielpause herbeizusehnen, so wie schon jene Anfang Oktober. Davor steht aber noch eine große Aufgabe. Mit einem Sieg in Dortmund würden sie die erst am vergangenen Spieltag zurückeroberte Tabellenführung in der Bundesliga festigen. Und der Konkurrenz fast schon wieder die Hoffnung rauben. Die auf wenigstens noch einen spannenden Spätherbst und Winter.

          Champions League

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Hat wesentlich zur Bekanntheit von Pennystocks beigetragen: Der Film „The Wolf of Wall Street“.

          Die Vermögensfrage : Spielwiese Pennystocks

          Pennystocks bezeichnen Titel unter einem Wert von einem Euro. Der flotte Handel mit solchen Aktien verspricht das schnelle Geld. Leider gibt es einen Haken: das Risiko.
          Ein Arbeiter trägt einen Abgeordnetenstuhl durch den Plenarsaal.

          Söder oder Laschet : Abgeordnete befürchten Reise nach Jerusalem

          Viele Abgeordnete der CDU haben Söder unterstützt, weil sie glauben, er sei besser in der Lage, ihren Sitz im Bundestag zu retten. Laschet-Anhänger sehen sich weniger auf die Umfrage-Lokomotive aus Bayern angewiesen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.