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Europapokal der Zukunft : Kampf um Milliarden des Fußballs

Diesmal holte der FC Liverpool die Champions League. Bild: dpa

Wie der Fußball-Europapokal in Zukunft aussehen wird, ist alles andere als klar. Vereine, Ligen und Verbände streiten – und haben vor allem den eigenen Vorteil im Blick. Nun spitzen sich die Machtkämpfe zu.

          Wie künftig die Europapokalwettbewerbe ausgespielt werden, darüber wird von der Fußballbranche nun auch in der Öffentlichkeit gerungen. Doch eine Einigung erscheint immer schwieriger. Die Interessenlagen sind zu unterschiedlich. Das vom europäischen Fußballverband (Uefa) und der europäischen Klubvereinigung (ECA) vorgestellte Modell (Start zur Saison 2024/25) hat kaum Chancen auf eine Einführung. Ausgedacht wurde ein Pyramidensystem mit drei Ligen sowie Auf- und Abstieg.

          In der höchsten, der Champions League, würden die 24 besten der 32 Mannschaften für die Folgesaison ihren Platz behalten können. Vier Klubs stiegen aus der Europa League 1 (32 Klubs) auf, und nur vier kämen als Qualifikanten aus nationalen Ligen. Dass sich in jeder Spielzeit nur noch wenige Vereine zu Hause für die internationalen Wettbewerbe qualifizieren müssten, würde zu einem Spannungsverlust in der Meisterschaft führen. In einer Europa League 2 spielten 64 Teams in vier regionalen Zonen.

          Getrieben ist der Vorschlag vor allem von größeren Vereinen aus kleineren und weniger lukrativen Fußballmärkten – wie Ajax Amsterdam, Benfica Lissabon, oder dem FC Kopenhagen. Sie verlangen nach regelmäßigem Zugang zur Champions League und regelmäßig höheren Einnahmen. Kleine Fußballverbände mit kleinen Ligen unterstützen die Neuerung einer Europa League 2, worüber sie sich eine sportliche und wirtschaftliche Aufwertung ihrer Klubs erhoffen.

          Gegen eine solche Reform sind die stärksten Ligen in Europa wie die Bundesliga, die spanische La Liga oder die Premier League in England. Sie befürchten eine Entwertung ihrer Meisterschaft, wenn der Qualifikationsdruck für den Europapokal abnähme. Auch die Mehrheit deutscher Vereine opponiert. Zwar gäbe es in dem neuen System mehr Geld zu verdienen. Doch was bringt das den Klubs, wenn in den nationalen Ligen wegen des Spannungsverlustes weniger von TV-Partnern gezahlt würde?

          Die wirtschaftlich dominanten Vereinsmarken (Real Madrid und Co.) halten sich bedeckt. Deren Pläne einer Superliga sind vorerst vom Tisch. Sie können sich dafür eine größere und finanziell aufgebesserte Klub-WM des Weltverbandes Fifa gut vorstellen. Diesen Plan will wiederum die Uefa mit der Stärkung ihrer Wettbewerbe bekämpfen. Die Machtkämpfe auf dem Milliardenmarkt spitzen sich zu.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

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