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Dortmunder Kampfansage : „Wir können Barcelona wehtun“

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Hat mit dem BVB Großes vor: Trainer Lucien Favre Bild: EPA

Für das Champions-League-Duell mit dem FC Barcelona hat sich der BVB einiges vorgenommen. Die Borussia hofft dabei auf ein Fußball-Fest mit Happy End. Doch etwas dürfte die Dortmunder Vorfreude gehörig trüben.

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          Was für ein Auftakt! Gleich zum Start in die Champions League geht für Borussia Dortmund ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Das erste Duell mit dem ruhmreichen FC Barcelona um Superstar Lionel Messi und den deutschen Torhüter Marc-André ter Stegen seit über 20 Jahren sorgt selbst in der mittlerweile an große Europapokal-Abende gewöhnten Revierstadt für besonderen Nervenkitzel. „Das wird ein Fußballfest“, schwärmte BVB-Sportdirektor Michael Zorc vor der frühen Reifeprüfung am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky), „Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften der Welt.“

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          Nach diversen Partien gegen Dauergegner Real Madrid in den vergangenen Jahren darf sich die Borussia diesmal mit dem zweiten spanischen Ausnahmeteam messen.  Nach dem 4:0 über Leverkusen verspüren alle Beteiligten Rückenwind. „Wie am Samstag wird es wichtig sein, mutig zu sein. Wir haben auch in den vergangenen Jahren gegen große Mannschaften hervorragende Leistungen gezeigt. Deshalb sind wir selbstbewusst genug zu sagen, dass wir dieses Spiel gewinnen können“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus.

          Bei allem Respekt vor dem Gegner verspürt auch Lucien Favre eine positive Anspannung. Der BVB-Coach machte aus seiner großen Wertschätzung für den Spielstil der Katalanen keinen Hehl: „Wir freuen uns total, gegen Barcelona zu spielen. Ich habe 1991 dort hospitiert. Das hat mich inspiriert.“

          Bereits gegen Leverkusen deutete der BVB an, wie es auch gegen den derzeitigen Tabellen-5. der spanischen Liga funktionieren könnte. Obwohl die Gäste beim Ballbesitz mit über 60 Prozent deutliche Vorteile hatten, gewann der BVB mit gekonnten Konterfußball verdient. BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl erwartet am Dienstag ein ähnliches Szenario: „Es wird Phasen geben, in denen wir längere Zeit nicht den Ball haben. Aber wir haben ein paar Waffen, um Barcelona wehzutun.“

          Besonders groß ist die Motivation bei Paco Alcácer. Schließlich feiert der Dortmunder Tor-Matador ein Rendezvous mit der eigenen Geschichte. Liebend gern würde er seinem ehemaligen Coach Ernesto Valverde beweisen, dass er in seiner Zeit bei Barça (2016 bis 2018) zu Unrecht meistens auf der Bank saß.

          Gut möglich, dass der Wunsch in Erfüllung geht. Denn Alcácer befindet sich derzeit in bestechender Form und traf in bisher allen acht Saison-Pflichtspielen für den BVB und die spanischen Nationalelf. Trotz der leidvollen Erfahrung als Reservist will er seine Jahre in Barcelona nicht missen. „Ich bereue nichts. Der Wechsel zu Barça war eine große Erfahrung und eine weitere Möglichkeit, Fußball zu erlernen“, sagte er dem BVB­Journal.

          Ein Fehlstart in den Wettbewerb will der BVB unter allen Umständen vermeiden. Schließlich gilt die Gruppe F mit den weiteren Gegnern Inter Mailand und Slavia Prag als besonders knifflig. Nicht zuletzt deshalb hofft Trainer Lucien Favre auf die Rückkehr des erfahrenen und zuletzt angeschlagenen Außenverteidigers Lukasz Piszczek. Dagegen wird Nationalspieler Nico Schulz sicher fehlen.

          Rechtzeitig vor dem Auftakt der Champions League scheint auch der bisher eher durchwachsen in die Saison gestartete FC Barcelona in Fahrt zu kommen. Auch ohne Messi, der nach wochenlanger Zwangspause kurz vor dem Abflug nach Dortmund ohne Probleme am Teamtraining teilnahm, setzte sich der spanische Meister am Samstag mit 5:2 gegen Valencia durch.

          Für das Spiel beim BVB dürfen die Katalanen jedoch wieder auf die Mithilfe von Messi hoffen. „Wir werden es morgen entscheiden“, sagte FC-Trainer Ernesto Valverde am Montagabend in Dortmund. „Er hat zwei, drei Mal mit der Mannschaft trainiert und einen gute Eindruck gemacht.“

          Unabhängig von dieser Personalie warnte Marc-André ter Stegen seine Mitspieler vor dem BVB. „Es ist sehr schwer, hier zu spielen. Als wir hier mit Mönchengladbach gespielt haben, mussten wir sehr leiden. Es ist ein großartiges Stadion mit verrückten Fans“, sagte der deutsche Torhüter des FC Barcelona und ehemalige Gladbacher. Auf seinen einstigen Clubcoach Favre hält er große Stücke. „Er ist einer der besten Trainer, die ich in meinem Leben hatte. Er wird versuchen, etwas zu finden, was uns wehtun könnte.“

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