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Bayern-Gegner Sevilla : Der verlorene Zauber

  • -Aktualisiert am

Viel Frust: Sandro Ramirez und der FC Sevilla haben es derzeit schwer Bild: AFP

Sogar Lokalrivale Betis steht in der Liga besser da: Dem FC Sevilla droht viel Frust im Fall des Ausscheidens in der Champions League gegen Bayern München. Die Andalusier geben sich kampfeswillig.

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          Zu den schwierigeren Aufgaben eines Fußballtrainers gehört der Umgang mit den Emotionen seiner Mannschaft. So kommt es, dass vor einem wichtigen Pokalspiel gegen einen hochklassigen Gegner vermeintlich leichte Aufgaben danebengehen. Beispiel FC Sevilla: Das Team, das an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ live im F.A.Z.-Liveticker, ZDF und Sky)zum Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Bayern München antreten muss, zeigte sich zuletzt in schlechter Verfassung. Am Wochenende verlor es in der spanischen Liga 0:4 in Vigo. In der Liga hat das Team nach dem Einzug in das Viertelfinale der Königsklasse überhaupt nicht mehr gewonnen. Die Spanier, die mit einem Aus in München rechnen müssen nach der 1:2-Niederlage auf heimischem Terrain, könnten am Saisonende mit leeren Händen dastehen.

          Dabei begann der FC Sevilla in Vigo gefällig, wie im Hinspiel gegen den FC Bayern. Doch durch ein Eigentor geriet das Team in Rückstand. Die restlichen drei Treffer Vigos schoss dann der neue Star unter den spanischen Stürmern, Iago Aspas. Zudem verletzte sich der dänische Innenverteidiger Simon Kjær, er fällt gegen den FC Bayern aus. Dafür ist Spielmacher Éver Banega, im Hinspiel noch gesperrt, ist in München mit dabei. In Vigo blieb er farblos, ebenso wie Mittelstürmer Wissam Ben Yedder. Acht Treffer hat er in der in der Champions League erzielt. Auch der im Sommer aus Genua in die andalusische Hauptstadt gekommene Luis Muriel ist mit seinen bislang neun Treffern in dieser Saison kein ausgesprochener Torjäger. Der FC Sevilla kommt damit nach 31 Spieltagen in Spanien auf lediglich 39 Tore. So wenige Treffer hatte das Team zuletzt in der Saison 2011/2012 auf dem Konto.

          Auf der Suche nach einem Verantwortlichen fällt der Blick schnell auf den Trainer. Vincenzo Montella ist Italiener. Doch mit 50 Gegentreffern gehört sein Team zu denen der Liga, die am schlechtesten verteidigen. In einer Online-Umfrage der Zeitschrift „Estadio Deportivo“ sprachen sich darum 82 Prozent der Beteiligten dafür aus, dass Montella den Verein zu Saisonende verlassen sollte. Er hatte das Team zum Ende des vergangenen Jahres übernommen. Als Nachfolger des Argentiniers Eduardo Berizzo. Bei dessen Entlassung stand der FC Sevilla auf dem fünften Tabellenplatz – jetzt ist er Siebter. Mit Berizzo holte das Team 1,7 Punkte pro Spiel, unter Montella sind es nur noch 1,2 Punkte.

          Die Trainerdiskussion hat mit den enttäuschten Erwartungen zu tun, die bei den Andalusiern nach Jahren der Bescheidenheit mit dem Aufrücken in die Champions League schnell gewachsen sind – zumal nach dem Coup im Achtelfinale, in dem Manchester United bezwungen wurde. Hatte der FC Sevilla jahrelang Spieler stets billig geholt und später für gutes Geld verkauft, leistet er sich in dieser Saison das teuerste Team in seiner Geschichte. Die Spielergehälter sollen beim FC Sevilla mit 141 Millionen Euro zu Buche schlagen, das ist ein Drittel mehr als in der vergangenen Saison. Es ist der vierthöchste Etat der spanischen Liga.

          Die Kraft geht aus

          Doch in den drei Wettbewerben gehen den Profis die Kräfte aus. In zwei Wochen steht das Endspiel im Königspokal gegen den FC Barcelona an. Fast ein Endspiel wird auch das Heimspiel gegen den FC Villareal am kommenden Samstag. Der Gegner steht in der Tabelle auf Position sechs, was wenigstens noch zur Teilnahme an der Europa League berechtigen würde.

          Und ohne Europapokal wird der Kader nächste Saison nur schwer zu finanzieren sein. Ein dicker Kater droht. Und eine besonders große Schmach für die Fans im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán ist dies: Lokalrivale Betis spielt derzeit erfolgreicher als das eigene Team. Er ist Fünfter, mit drei Punkten Vorsprung. Damit würde Betis in der nächsten Saison in der Europa League spielen – und der FC Sevilla zuschauen.

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