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0:2 gegen Real Madrid : Der rosarote Ronaldo war wieder zu gut für Schalke

Schalker Schrecksekunde: Cristiano Ronaldo erzielt per Kopf das 1:0 Bild: Reuters

Wer hat an der Uhr gedreht, ist es für Schalke schon zu spät? Nach der Heimniederlage gegen Real Madrid im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League stehen die Königsblauen vor dem Aus. Die rosarot gekleideten Spanier sind zu effizient für Schalke.

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          Nein, eine Demütigung wie im vergangenen Jahr hat der FC Schalke nicht erleben müssen, aber die realistischen Chancen auf ein Weiterkommen im Achtelfinale und damit auf nichts mehr als ein sportliches Wunder sind schon nach dem Hinspiel gegen Real Madrid dahin. Die Gelsenkirchener verteidigten zwar mit viel Leidenschaft, konnten aber die 0:2-Heimniederlage gegen die Spanier nicht verhindern. Ronaldo vor der Pause und Marcelo nach dem Wechsel trafen für den spanischen Titelverteidiger.

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          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          „Es wird ein Test sein, wie weit wir sind, wie wir uns entwickelt haben“, hatte Schalke-Trainer Roberto Di Matteo vor der Partie gesagt, und diese Härteprüfung war seine Mannschaft anders als bei der 1:6-Heimniederlage gegen Real vor einem Jahr – noch unter seinem Vorgänger Jens Keller – sehr konzentriert angegangen. Das Spiel entwickelte sich wie erwartet: Real wollte den Ball haben und das Spiel gestalten, Schalke dagegen vor allem erst einmal kein Gegentor hinnehmen und steckte seine ganzen Hoffnungen in Konter über den in der Bundesliga noch gesperrten Torjäger Klaas-Jan Huntelaar. Der Niederländer hatte von Januar bis August 2009 selbst für Real gestürmt, war nach acht Toren in 20 Ligaspielen aber aussortiert worden.

          Ronaldo trifft

          Die Schalker Spieler setzten die Pläne des Trainers zunächst konsequent um, ließen vor allem die prominente Sturmreihe der Madrilenen mit Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Gareth Bale überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Da halfen auch die guten Ideen von Toni Kroos nicht weiter, der schon früh nach einem taktischen Foul die Gelbe Karte (9.) vorgehalten bekam.

          Nach 25 Minuten durften die Zuschauer sogar auf ein bisschen mehr hoffen, nachdem Huntelaar mit einem Schuss aus 25 Metern für die erste torgefährliche Situation des Spiels gesorgt hatte und Casillas sich im Tor der Gäste hatte strecken müssen. Doch all die Zuversicht, die in dieser Szene für die Schalker steckte, war kurz danach dahin, als Cristiano Ronaldo im Gegenzug das 0:1 gelang. Aogo hatte Rechtsverteidiger Carvajal flanken lassen, und in der Mitte konnte Matip nach seinem Stellungsfehler den Portugiesen nicht mehr am Kopfball hindern. Torwart Timon Wellenreuther hatte in seinem ersten Champions-League-Spiel keine Chance, den Treffer zu verhindern.

          Danach aber häuften sich die schlechten Nachrichten für den FC Schalke. Erst musste Huntelaar, der sich bei einem Tritt gegen das Bein von Varane verletzt hatte, vom Platz humpeln, dann sah Boateng nach einem Foul an Ronaldo die Gelbe Karte, was ihn im Rückspiel am Mitwirken hindern wird. Schalke verlor in der Folge ein wenig von seiner Kompaktheit in der Defensive, was Ronaldo nach einem feinen Pass von Kroos beinahe ausgenutzt hätte, wenn ihn Wellenreuther nicht durch mutiges Herauslaufen abgedrängt hätte.

          Schalke mutiger

          Insgesamt aber hatte sich Schalke in der Abwehrarbeit sehr aufmerksam gezeigt, nach vorne allerdings brachten die Gelsenkirchener nur wenig zustande. Mehr Risiko aber wollte Di Matteo trotzdem nicht wagen – für den schon verwarnten Robert Neustädter kam im defensiven Mittelfeld mit Jan Kirchhoff (57.) eher ein Vertreter der robusten Spielart, der kurz nach seiner Einwechslung nach einem Tritt gegen den ehemaligen Leverkusener Carvajal gleich die Gelbe Karte sah.

          Die Schalker aber wagten sich nun trotzdem häufiger nach vorne, vielleicht auch ermutigt durch die Gangart von Real, das den Vorsprung verwaltete und offenbar in aller Gelassenheit darauf setzte, irgendwann die Gelegenheit zu einem zweiten Treffer schon herauszuspielen.

          Das aber hätte sich mit einem Paukenschlag in der 74. Minute rächen können – und dies ausgerechnet durch den jüngsten Schalker. Der erst 18 Jahre alte Huntelaar-Vertreter Felix Platte bewies, dass er bei seinem Debüt in der Königsklasse keine Scheu vor großen Namen hatte, traf bei seinem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze aber nur die Latte. Den verunglückten Nachschuss von Uchida bekam Real-Torwart Casillas dann zu fassen.

          Wieder aber wiederholten sich die Ereignisse und die Hoffnung der Schalker auf eine Überraschung währte nicht lange, denn in der 79. Minute nahmen die Dinge ihren Lauf. Ronaldo überlistete gleich zwei Gegenspieler und legte Marcelo den Ball in den Lauf. Der Brasilianer bedankte sich mit einem Schuss aus 16 Metern in den Winkel zum 0:2. An einem perfekten Tag wäre dem FC Schalke so vielleicht ein Remis gelungen – dieser war aber nur sehr ordentlich gegen einen übermächtigen Gegner.

          „Wir haben uns ein bisschen schwergetan, was auch am Platz lag, das soll keine Ausrede sein, aber der war eine Katastrophe. Wir können mit dem 2:0 sehr gut leben“, sagte Reals deutscher Mittelfeld-Stratege Toni Kroos bei Sky.

          Eine erste Entwarnung gab es für Schalke nach dem Spiel mit der Diagnose für Klaas-Jan Huntelaar. Eine starke Prellung, aber keinen Bruch, stellten die Ärzte beim Niederländer fest, berichtete Manager Horst Heldt.

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