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Pressestimmen zu Juventus-Aus : „Ajax versenkt das Phänomen Ronaldo“

  • Aktualisiert am

Es hat wieder nicht gereicht: Für Cristiano Ronaldo ist mit Juventus Turin in der Champions League Schluss. Bild: AFP

Die Presse in Italien urteilt hart über das Champions-League-Aus von Juventus Turin. Selbst Superstar Ronaldo kann gegen ein furioses Ajax Amsterdam nicht helfen. Zur Zukunft von Trainer Allegri gibt es bereits eine Entscheidung.

          Der italienische Fußball-Rekordmeister Juventus Turin hält ungeachtet des vorzeitigen Scheiterns in der Champions League an Trainer Massimiliano Allegri fest. „Wir machen mit Allegri weiter“, sagte Klubpräsident Andrea Agnelli nach dem 1:2 (1:1) von Cristiano Ronaldo und Co. im Viertelfinal-Rückspiel gegen Ajax Amsterdam.

          Champions League
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          Allegris Vertrag läuft bis Sommer 2020. „Der Kader ist jung und kann mit Allegri als Coach weiter wachsen“, sagte Agnelli und stellte klar: „Die Champions League bleibt unser Ziel.“ Allegri (51), der seit 2014 bei den Bianconeri arbeitet, gab sich ähnlich kämpferisch. „Ich bleibe, weil es noch viel Arbeit gibt“, sagte er: „Hätte ich keine Motivation mehr, hätte ich längst den Klub gewechselt. Doch es ist nicht so.“ Superstar Ronaldo, der wie im Hinspiel (1:1) per Kopf getroffen hatte (28.), bekam vom Coach ein Sonderlob. „Er hat uns in dieser Saison viel geholfen“, sagte Allegri: „Wir haben ihn unter Vertrag genommen, um unsere Erfolgschancen in der Champions League zu steigern, aber Fußball ist keine Mathematik.“

          Das Scheitern von Juventus machte sich derweil auch an der Börse bemerkbar: Der Wert der Klubaktie fiel am Mittwochmorgen um satte 20 Prozent. Sichtlich geschockt haben auch die italienischen Medien auf das Champions-League-Aus reagiert, die Blätter in den Niederlanden hingegen bringen die Freude über die große Leistung von Ajax zum Ausdruck. Die Pressestimmen im Überblick:

          Italien

          Gazzetta dello Sport: „Endstation! Champions League Adieu. Verheerende Enttäuschung für Juve. Die jungen Ajax-Spielern erteilen den Turiner Meistern eine schmerzhafte Lehrstunde. Die Niederländer sind auch für Cristiano Ronaldo zu stark. Ajax mit den Enkelsöhnen Cruyffs überrollt Juve mit einem vollauf verdienten Sieg.“

          Corriere dello Sport: „Apokalypse! Für Juventus bleibt die Champions League eine unendliche Obsession. Ajax versenkt das Phänomen Ronaldo, das Juve über 300 Millionen Euro gekostet hat. Und auch diesmal muss Juve seine Champions League-Träume auf das nächste Jahr verschieben. Die Wunde bleibt offen. Nicht einmal eine enorme Investition wie der Ronaldo-Transfer genügen, um den Titel zu erobern, der Juve seit 1996 fehlt.“

          Tuttosport: „Endlose Enttäuschung. CR7 genügt nicht. Die Champions League bleibt für Juve verwunschen. Lob für Ajax, der den Sieg voll verdient hat. Ein Tor Ronaldos genügt nicht, um die Bianconeri über Wasser zu halten, die die Niederlage vollauf verdient haben. Klubchef Andrea Agnelli hält Coach Allegri die Treue. Doch jetzt braucht Juve weitere Investitionen für die nächste Saison.“

          Corriere della Sera: „Juve erlebt eine Niederlage ohne Entschuldigungen. Ronaldo trägt die ganze Mannschaft auf seinen Rücken, doch er allein genügt nicht. Emre Can ist eine Lokomotive, doch diesmal hat er einige Waggons verloren.“

          La Repubblica: „Nach Real Madrid vernichtet Ajax jetzt die Bianconeri. Ein Tor von Ronaldo genügt nicht, um Juve über Wasser zu halten. Der Portugiese schafft es gegen das kollektive Spiel der Niederländer nicht.“

          La Stampa: „Eine junge, schnelle und technisch wendige Mannschaft aus Kinder-Champions voller Persönlichkeit versenken Ronaldos Juve. CR7 ist mit Szczesny der einzige unter den Juve-Spielern, der sich vor Kritik rettet. Juve ohne Entschuldigungen wandelt zwischen den Splittern zerstörter Träume und steckt  in einem Albtraum, der seit dem letzten CL-Titel vor 23 Jahren anhält.“

          Niederlande

          De Telegraaf: „Ajax hat wieder für eine super Überraschung in Turin gesorgt. Die Elf von Trainer Erik ten Hag hat in der Champions League nach Real Madrid nun auch Juventus rausgeschmissen.“

          Algemeen Dagblad: „Phänomenales Ajax unter den letzten Vier der Champions League. Die magische Tour von Ajax durch Europa hört einfach nicht auf. Nach dem glorreichen 2:1-Sieg bei Juventus ist tatsächlich alles möglich. Eine niederländische Mannschaft im Halbfinale der Champions League – ein Überraschungsteam für die Ewigkeit.“

          Trouw: „Ajax wirft auch Favorit Juventus aus dem Turnier. Es war wieder ein historischer Abend für Ajax in der Champions League. Einer für die Spieler, die jung und strebsam sind, einer für den Trainer, der trotz der notwendigen Improvisationen, seinen Plan gelingen sah. Und vor allem für den Verein, der im Vergleich mit der vermögenden europäischen Elite im Champions-League-Viertelfinale eine Leistung von Format ablieferte.“

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