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Juventus Turin : Ronaldo gibt Rätsel auf – und schweigt zu Pirlo

  • Aktualisiert am

Cristiano Ronaldo kann es nicht fassen: Juventus Turin scheitert früh in der Champions League. Bild: dpa

Das frühe Aus in der Champions League macht Cristiano Ronaldo zu schaffen. Bei Juventus Turin soll es nun überraschend Andrea Pirlo als Trainer richten. Gianluigi Buffon zieht den früheren Mitspieler gleich auf.

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          Fußball-Star Cristiano Ronaldo hat nach dem frühen Aus mit Juventus Turin in der Champions League eine gründliche Analyse des Scheiterns angekündigt, konkret aber wurde er dabei nicht. „Jetzt ist Zeit zum Nachdenken, Zeit um die Höhen und Tiefen zu analysieren, weil man sich nur durch kritisches Nachdenken verbessern kann“, schrieb der Portugiese nach dem Achtelfinal-K.o. gegen Olympique Lyon auf Instagram. Er sei stolz auf den Meistertitel und seine Tore für Juve und das Nationalteam, „aber die Fans erwarten mehr von uns. Und wir müssen liefern.“ Vergangene Saison schied Juve in der Champions League im Viertelfinale gegen Ajax Amsterdam aus.

          Champions League

          Zur Entscheidung seines Klubs, sich von Trainer Maurizio Sarri zu trennen und den früheren Nationalspieler Andrea Pirlo als Nachfolger zu verpflichten, äußerte sich Ronaldo nicht. Auch Gerüchte um einen möglichen Weggang aus Turin kommentierte der 35-Jährige nicht. Die Rätsel um die Zukunft des mehrfachen Weltfußballers bleiben also – und ein möglicher Abschied von Juve ist weiter möglich. „Möge es die kurze Urlaubspause uns allen erlauben, die besten Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und stärker und noch engagierter als je zuvor zurückzukommen“, schrieb er.

          Nach der Überraschung ist Fußball-Italien nun gespannt auf Pirlo als Chefcoach. Der frühere Ausnahmespieler übernimmt den Rekordmeister als Novize komplett ohne Erfahrung an der Seitenlinie. Der 41-Jährige unterschrieb am Samstag als Nachfolger von Sarri einen Vertrag für zwei Jahre bis Mitte 2022. „Pirlo hat außergewöhnliche, intellektuelle Fähigkeiten“, sagte dessen Weltmeister-Teamkollege von 2006, Alessandro Del Piero, bei Sky. „Andrea kennt das Umfeld, die Spieler und den Verein. Das ist natürlich eine große Überraschung, aber ihm wird Großes gelingen.“

          Turins Fußball-Chef Fabio Paratici hat große Hoffnungen. „Der Junge war einer von uns, hat bei uns gespielt und ist immer mit uns in Kontakt geblieben. Wir denken auch daran, dass er ein Auserwählter sein kann, so wie er es als Fußballer war“, sagte er.

          Pirlo hatte seine lange Karriere, während der er Weltmeister, Champions-League-Sieger und mehrmaliger italienischer Meister war, zum Jahresende 2017 bei New York City in der MLS beendet. Erst Ende Juli nahm in Juventus als U-23-Trainer unter Vertrag – gut eine Woche später folgte die Beförderung zum Chefcoach der Profis um Ronaldo. „Muss ich dich jetzt also Mister nennen!?!?!“, flachste Torwart Gianluigi Buffon bei Instagram. Die beiden hatten jahrelang zusammen im Verein und in der Nationalmannschaft gespielt.

          Der frühere Nationalspieler Alessandro Costacurta, der zusammen mit Pirlo zweimal die Champions League mit dem AC Mailand gewonnen hatte, wünscht dem ehemaligen Mittelfeld-Regisseur einen Draht zur neuen Spielergeneration. „Diese Wahl ist ein Wagnis, daran besteht kein Zweifel, sowohl für Andrea als auch für Juve. Aber es ist eine schöne Wette. Ich hatte es nicht erwartet, vielleicht er selbst auch nicht.“

          Nach der Inthronisierung von Pirlo ist die Zukunft von Sami Khedira beim italienischen Meister ungewiss. Der Klub will sich unter neuer sportlicher Leitung nach Medienberichten verjüngen und noch in diesem Sommer von mehreren „Senatoren“ trennen, die bei den Bianconeri millionenschwere Gehälter beziehen, in der vergangenen Saison aber unter den Erwartungen gespielt hatten. Zu diesen älteren Spielern zählt wohl auch der 33 Jahre alte Khedira, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft.

          Juventus könne sich eine Vertragsverlängerung mit dem Rio-Weltmeister bei einem Jahresgehalt von sechs Millionen Euro ohnehin nicht mehr leisten, kommentierte „Corriere dello Sport“. Der frühere Stuttgarter hatte zuletzt immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und nur 18 Pflichtspiele absolviert. „Seit Dezember war für mich persönlich alles frustrierend“, schrieb Khedira kürzlich auf Instagram: „Ich hätte mir mehr von mir selbst erwartet. Doch jedes Mal wenn man stürzt, muss man wieder aufstehen. Das ist mein Verhalten seit 14 Jahren, in denen ich 20 Titel in Europas besten Ligen erobert habe.“

          Khedira ist nicht der einzige Star, der um seine Zukunft in Turin bangen muss. Die Alte Dame denkt auch an eine Trennung vom argentinischen Stürmer Gonzalo Higuain (32) sowie vom Franzosen Blaise Matuidi (33), dem laut Medien ein Vertrag in Lyon winkt. Auf der Liste der Fußballer, die sich bald von Turin verabschieden könnten, zählt angeblich auch der 26 Jahre alte Nationalspieler Federico Bernardeschi.

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