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Coronavirus im Fußball : Fans aus Turin als „Tifosi von Juvirus“ verspottet

  • Aktualisiert am

Maskenmänner: Fans von Juventus Turin beim Spiel in Lyon Bild: EPA

Nicht nur die Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League schlägt Juventus Turin aufs Gemüt. Die Atemschutzmasken gegen das Coronavirus dämpfen die Stimmung. Und willkommen sind die Fans aus Italien in Lyon nicht.

          2 Min.

          Die Atemschutzmasken der 3000 mitgereisten Fans dämpften die Unterstützung für Juventus Turin deutlich hörbar. Doch dass Italiens Rekordmeister nach der 0:1 (0:1)-Niederlage bei Olympique Lyon um das Weiterkommen in der Champions League bangen muss, war einzig und allein einer ganz schwachen Tagesform der Alten Dame zuzuschreiben.

          Champions League

          Dabei waren die Juve-Anhänger alles andere als willkommene Gäste im mit 55.000 Zuschauern ausverkauften Groupama-Stadion. Ein französischer Radiosender brandmarkte sie als „Tifosi von Juvirus“, aber eine rechtliche Handhabe, ihnen die Einreise zu verweigern, gab es nicht. Im Piemont ist bislang noch niemand mit dem Coronavirus infiziert.

          Immerhin 480 Autobahnkilometer nahmen die Juve-Fans für An- und Abreise auf sich. Umso verärgerter war Turins Trainer Maurizio Sarri über das Ergebnis – und fast noch mehr über die Art und Weise, wie es zustande kam. „Im Training lief der Ball noch doppelt so schnell durch unsere Reihen. Für ein Champions-League-Spiel war unsere Leistung bei Weitem nicht ausreichend“, sagte der Coach sichtbar enttäuscht.

          Superstar Cristiano Ronaldo war zwar spätestens nach dem Gegentor in der 31. Minute bemüht, sich selbst und seine Teamkollegen wieder in die Spur zu bringen. Aber in der Rolle des Alleinunterhalters war der Portugiese diesmal überfordert. „Ronaldo allein genügt nicht, um die ganze Mannschaft auf den Schultern zu tragen“, stellte die „Gazzetta dello Sport“ nüchtern und zutreffend fest.

          Und das drohende Aus in der Königsklasse ging dem 35-Jährigen sichtlich an die Nieren. Kurz vor dem Abpfiff stürmte ein Flitzer auf den Rasen. Unwirsch ließ Ronaldo seinen Verehrer mit einer abwehrenden Geste abblitzen, ehe Ordner den Anhänger vom Rasen führten.

          Im Vergleich zur aktuellen Corona-Problematik sicherlich eine Petitesse. Schon am Sonntag (20.45 Uhr bei DAZN) wird Tabellenführer Juve im Topspiel der Serie A gegen Verfolger Inter Mailand vor leeren Rängen zum Geisterspiel antreten. Denn die Lombardei ist aktuell zusammen mit Venetien die Region mit den meisten Infizierten in Italien.

          Dies bekommt auch der deutsche Fußballprofi Robin Gosens bei Atalanta Bergamo in der Lombardei zu spüren. „Man merkt, dass da eine große Panik herrscht – das lässt mich natürlich nicht kalt. Ich persönlich aber bin ruhiger, weil ich weiß, dass es letztlich nur eine Art Grippe ist“, sagte der 25-Jährige dem „Kicker“.

          Doch die Gefahr rückt näher, auch in Bergamo. Wie spanische Medien übereinstimmend berichten, soll sich beim Achtelfinal-Hinspiel in der Königsklasse in der vergangenen Woche zwischen Bergamo und dem FC Valencia (4:1) ein 44 Jahre alter Fan der Spanier mit dem Virus infiziert haben. Noch ist offen, ob und welchen Einfluss dies auf das Rückspiel am 10. März in Valencia haben könnte.

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