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Champions League : Tränen bei Höwedes – Streit bei Schalke

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Emotionale Ehrenrunde: Benedikt Höwedes „auf“ Schalke. Bild: EPA

Nach der Rückkehr mit Lok Moskau dreht Benedikt Höwedes eine höchst emotionale Ehrenrunde. Bei den Schalker Siegern gibt es dagegen eine öffentlich ausgetragenen Diskussion – was nicht allen gefällt.

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          Rückkehrer Benedikt Höwedes fühlte sich wie in alten Zeiten. Die Fans von Schalke 04 feierten ihren Helden der Vergangenheit überschwänglich, und die Chefetage der Gegenwart stritt sich wie früher in aller Öffentlichkeit. Zur Diskussion um einen Transfer-Berater für Sportvorstand Christian Heidel meinte der langjährige Kapitän der Königsblauen mit einem Schmunzeln, eine solche Aufgabe sei für ihn „vielleicht noch ein bisschen verfrüht“.

          Champions League

          Der Weltmeister von 2014 war beim Schalker 1:0 (0:0) im letzten Champions-League-Gruppenspiel gegen seinen neuen Klub Lokomotive Moskau der umjubelte Protagonist. Vor dem Anstoß unter tosendem Applaus verspätet verabschiedet, drehte er nach dem Abpfiff in seinem „Wohnzimmer“ eine höchst emotionale Ehrenrunde. „Blau und weiß ein Leben lang“, sangen die Fans, als sich der 30-Jährige von ihnen „mit Tränen in den Augen“ verabschiedete.

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          „Es tut schon weh“, gab Höwedes zu, der nach 16 Jahren mit „viel Herzblut“ auf Schalke von der aktuellen sportlichen Leitung aussortiert worden war. Entscheidungen wie diese, die Abgänge anderer Identifikationsfiguren, vor allem aber die vielen, teuren Transferflops haben Heidel in den Fokus der Kritik gebracht – auch intern. Nach dem Absturz in den Tabellenkeller waren aus dem Aufsichtsrat die Forderung nach einem Experten, der bei Transfers helfen soll, und damit Zweifel an Heidels Fußball-Kompetenz öffentlich geworden. Dagegen wehrte sich der Manager am Dienstagabend vehement. „Bei uns braucht sich niemand zu bewerben“, sagte Heidel: „Es besteht kein Bedarf.“

          Aufsichtsratschef Clemens Tönnies habe „nur mal laut gedacht“, berichtete der langjährige Manager des FSV Mainz 05, der 2016 nach Gelsenkirchen gewechselt war. Die Entscheidung über einen Transfer-Berater liege beim Vorstand. Und der sei sich, so Heidel, „komplett einig“, dass ein zusätzlicher Kaderplaner nicht notwendig sei. Das Thema sei damit für ihn erledigt, „für mich gab es dieses Thema nicht“. Allerdings kritisierte er Tönnies: „Es ist einfach komplett überflüssig, so etwas in der Öffentlichkeit zu diskutieren.“

          Heidel steht in der Kritik, weil er seit seinem Amtsantritt für mehr als 145 Millionen Euro neue Spieler holte, die sich in der Mehrzahl nicht als Verstärkungen entpuppten. Im Gegenteil: Durch den Abgang der Nationalspieler Leroy Sane, Leon Goretzka und Thilo Kehrer sowie des U-21-Europameisters Max Meyer verlor die Schalker Mannschaft deutlich an Qualität. Wie sehr die Fans in dem zusammengekauften Team Identifikationsfiguren vermissen, machten sie nach dem Last-Minute-Sieg durch ein spätes Tor von Alessandro Schöpf (90.+1) deutlich, als sie nicht die eigene Mannschaft, sondern Höwedes feierten.

          Die Krise beim Vizemeister könnte sich noch vor Weihnachten zuspitzen. In den letzten Hinrundenspielen am Samstag beim FC Augsburg, am nächsten Mittwoch gegen Bayer Leverkusen und am 22. Dezember beim VfB Stuttgart geht es ohne fünf verletzte Stürmer darum, nicht noch tiefer in die Abstiegskampf zu geraten. Für den Rest der Hinrunde ausfallen wird zudem Außenverteidiger Hamza Mendyl, der sich gegen Moskau eine Verletzung am rechten Sprunggelenk sowie der Syndesmose zuzog.

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