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Champions-League-Kommentar : Der verkaufte Reiz des Fußballs

  • -Aktualisiert am

Alles auf Sieg – auch wenn man dann verliert: Julian Nagelsmann. Bild: AFP

Zum letzten Gruppen-Spieltag der Champions League schickten einige Klubs eine bessere B-Elf. Sie konnten es sich leisten. Einer, der das Geschäftsprinzip offenbar nicht verstanden hat, ist der Hoffenheimer Trainer Julian Nagelsmann.

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          Das war eine schöne Zeit damals, als es im Fußball-Europapokal immer und in jedem Spiel um etwas ging. Ein Hinspiel, ein Rückspiel, und der Sieger kam weiter – die Wahrscheinlichkeit für den Zuschauer, dass er einen entsprechenden Gegenwert für sein Erscheinen im Stadion bekam, war dementsprechend hoch. Mittlerweile ist das, wie der letzte Gruppenspieltag der Champions League in dieser Woche zeigte, nur noch eine hochriskante Wette. Die Besucher etwa in Madrid – und nicht nur dort – wurden nicht mit Dumpingpreisen gelockt, dabei wäre ein verbilligter Eintritt doch durchaus angemessen gewesen.

          Champions League

          Weil das Achtelfinale schon erreicht war, spielte nur eine bessere B-Mannschaft von Real, die mit dem 0:3 gegen ZSKA Moskau etwas Historisches auf die Beine stellte – die höchste Heimniederlage in einem internationalen Wettbewerb. Aus Vereinssicht ist es verständlich, seinen dank der vielen Wettbewerbe vielbeschäftigten Akteuren eine Pause zu gönnen – vor allem, wenn das Geschäftsmodell so abgesichert ist, dass keine Einbuße droht. Was aber würden wohl Konzertbesucher machen, wenn ein Musiker merkte, er sei doch ein wenig müde und würde stattdessen mehr oder weniger eine Coverband auftreten lässt?

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