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Verletzung im Endspiel : Bittere Tränen und Angst um WM bei Salah

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Am Boden zerstört: Mo Salah muss verletzt vom Platz in Kiew. Bild: dpa

Die schwere Verletzung von Torjäger Salah ist der erste große Schock für Liverpool im Finale. Weinend geht er vom Platz. Fußball-Ägypten ist in heller Aufregung. Denn bei der WM ist Salah nicht zu ersetzen.

          Mohamed Salah weinte – und mit ihm ein ganzes Land. Der König der Pharaonen, der beste Fußballer, den Ägypten je hervorgebracht hat, war am Boden zerstört. Niedergezerrt vom unerbittlichen Sergio Ramos, böse gestürzt und noch schlimmer aufgeprallt. Die Fans in Kairo, Alexandria oder Gizeh standen unter Schock, Salahs Trainer Jürgen Klopp reagierte bestürzt.

          Die Schulterverletzung des Stürmerstars sei „wirklich sehr ernst“ und „sehr schlecht für Ägypten“, sagte der Teammanager des FC Liverpool nach dem 1:3 (0:0) im Champions-League-Finale gegen Real Madrid. Ist sogar die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Gefahr? Der endgültige WM-Kader Ägyptens wird am 4. Juni verkündet. Das erste WM-Spiel steht am 15. Juni in Jekaterinburg gegen Uruguay an. Weitere Gegner in der Gruppe A sind Gastgeber Russland am 19. Juni in St. Petersburg und Saudi-Arabien am 25. Juni in Wolgograd. Keines der für Russland qualifizierten Teams ist derart abhängig von einem Spieler wie Ägypten von Salah.

          Die ägyptische Nationalmannschaft gibt die Hoffnung auf einen WM-Einsatz von Salah nicht auf. Der anfangs befürchtete Bruch der Schulter oder des Schlüsselbeins habe sich bei einer Röntgenuntersuchung nicht bestätigt, teilte der nationale Fußball-Verband EFA via Twitter nach Rücksprache mit den Reds mit. „Die Verantwortlichen in Liverpool sagen, es sei eine Bänderverletzung“, hieß es in der Stellungnahme. Mannschaftsarzt Mohamed Abou al-Ela sei „optimistisch, dass Salah es angesichts dieser Diagnose zur WM schaffen kann". Selbst Staatspräsident Abdel Fatah El-Sisi twitterte: „Meine herzlichsten Genesungswünsche an unseren Champion. Ich hoffe, er wird schnell auf den Platz zurückkehren und sein Stern wird wieder erstrahlen.“

          „Es war eine sehr harte Nacht, aber ich bin ein Kämpfer. Ungeachtet aller Prognosen bin ich zuversichtlich, dass ich in Russland dabei sein werde, um Euch alle stolz zu machen“, twitterte Salah am Sonntag etwa 22 Stunden nach dem Match in Kiew, in dem er nach einem Foul von Sergio Ramos nach einer knappe halben Stunde ausgewechselt werden musste. „Eure Liebe und Unterstützung wird mir die Kraft geben, die ich brauche“, wandte er sich an seine Fans.

          Der 25-Jährige ist mehr als ein vielseitig begabter Torjäger, mehr als ein preisgekrönter und als Spieler des Jahres in der Premier League ausgezeichneter Fußballstar. Salah ist ein Held des Volkes in seiner Heimat, spätestens seit seinem Siegtor in der fünften Minute der Nachspielzeit gegen die Demokratische Republik Kongo, das die Tür zur WM-Endrunde aufstieß. Der ersten für die stolzen Ägypter seit 28 Jahren. „Mit der WM-Qualifikation ging für mich ein als Fußballer, als ägyptischer Staatsbürger und als Fan lange gehegter Traum endlich in Erfüllung“, hatte Salah gesagt. Es könnte ein böses Erwachen geben, und Sergio Ramos hat daran keinen geringen Anteil. „In Ägypten“, mutmaßte Klopp, habe sich der Spanier mit seinem Foul „wohl keine Freunde gemacht“.

          Die Wrestling-Einlage mit dem bitteren Ende für Salah sorgte nach 30 starken Minuten nicht nur für den Bruch im Liverpooler Spiel, sie sorgte auch für Wut und Entrüstung im Internet. Das Ziel: Ramos, in seinen Zweikämpfen oft ebenso furchtlos wie fahrlässig, und diesmal vielleicht spielentscheidend? „Der Schock war offensichtlich, und wir haben uns dann zu sehr zurückgezogen. Wir wissen nicht, was gewesen wäre ohne die Verletzung, aber jeder hat die ersten 30 Minuten gesehen.“, sagte Klopp: „Wir wollten alles und haben nichts bekommen und noch weniger. Ägypten hat Salah vielleicht für die WM verloren.“ Der „Täter“ Ramos schickte noch in der Nacht Genesungswünsche. „Manchmal zeigt einem der Fußball seine gute Seite und manchmal seine schlechte“, schrieb er bei Twitter: „Werde bald wieder gesund.“ Ein frommer Wunsch, und das einzige, was Ramos und Millionen Ägypter derzeit vereint.

          Liverpool-Trainer Jürgen Klopp verlor wieder ein Endspiel in der Champions League.

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