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Eintracht erkämpft Remis : „So ein 0:0 nehmen wir dann auch mit“

Die Eintracht holt einen wichtigen Punkt – Kevin Trapp freut’s. Bild: EPA

Eintracht Frankfurt verpasst gegen Tottenham den zweiten Sieg in der Champions League, wahrt jedoch alle Chancen auf das Achtelfinale. Die Leistung gegen den vermeintlichen Topfavoriten lässt hoffen.

          3 Min.

          Keine Tore, aber viel Kampf, Herz und Leidenschaft. Nach dem 0:3 zum Auftakt der Champions-League-Kampagne gegen Sporting Lissabon und dem 1:0 bei Olympique Marseille hat sich die Eintracht mit dem 0:0 gegen den dritten Gegner Tottenham Hotspur alle Möglichkeiten offengehalten, in der spannenden Gruppe D das Traumziel Achtelfinale zu erreichen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Gegen den vermeintlichen Topfavoriten, mit dem es die Frankfurter ein zweites Mal schon in der kommenden Woche im Rückspiel in London zu tun haben werden, zeigte die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner am Dienstagabend in der mit 50.500 Zuschauern ausverkauften Arena eine starke Leistung.

          „Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber so ein 0:0 nehmen wir dann auch mit“, sagte Nationaltorhüter Kevin Trapp nach dem Spiel bei Amazon Prime: „Wir haben es sehr konzentriert gemacht, hatten auch unsere Situationen nach vorne. Wenn wir die Torchancen besser ausspielen, wäre auch mehr drin gewesen.“

          Champions League

          Antonio Conte, der italienische Trainer der Engländer, hatte es irgendwie geahnt. „Das wird ein hartes Spiel“, sagte er zur Einstimmung. „Eintracht hat die Europa League gewonnen und gehört zu den besten Mannschaften Deutschlands. Die Gruppe ist sehr ausgeglichen.“

          Eine Einschätzung, die sich durch das Ergebnis der beiden anderen Gruppengegner bestätigte. Olympique Marseille schaffte mit dem 4:1 gegen Tabellenführer Sporting Lissabon den ersten Sieg. Alle vier Mannschaften haben in den noch ausstehenden drei Spielrunden alle Chancen, sich für die K.o.-Phase zu qualifizieren.

          Für das zweite Königsklassenheimspiel hatten sich die Frankfurter Anhänger etwas Besonderes einfallen lassen. Statt wie sonst üblich großflächig mit Bildern und Worten zu arbeiten, war es diesmal ein riesiges Fahnenmeer in schwarz, weiß und rot, mit dem die Spieler begrüßt wurden.

          Der Auftrag gegen die Engländer war klar: Glasners Mannschaft wollte vor eigener Kulisse endlich den ersten vollen Erfolg. „Wir spielen auf Sieg“, sagte der Eintracht-Coach zur Einstimmung auf das Kräftemessen mit Tottenham. Alles anderes wäre auch verwunderlich gewesen.

          Schließlich befindet sich seine Mannschaft seit Wochen im Aufwind. Beflügelt durch das 1:0 in Marseille und weiteren Siegen im Kerngeschäft Bundesliga, war das Selbstbewusstsein der Eintracht deutlich gewachsen. „Ein geiler Gegner, komplett Flutlicht, ich freue mich ungemein“, sagte der Frankfurter Kapitän Sebastian Rode.

          Ein Gegner, der die Eintracht von Beginn an beschäftigte. Es war ein Spiel von hoher Intensität und feinen Kombinationen. Immer wieder brandete von den Rängen Beifall auf, als die Eintracht flink kombinierte und so versuchte, die stabile Defensive von Hotspur zu knacken. Eine schwierige, herausausfordernde Aufgabe, der sich Glasners Mannschaft mit großer Leidenschaft stellte. In der 18. Minute war es Rode, der mit seinem Schuss Pech hatte, wurde er doch noch leicht, aber entscheidend abgefälscht.

          Kane zielt daneben

          Tottenham beschränkte sich zunächst ganz auf Torabsicherung. Nur selten drang der Tabellendritte der Premier League gefährlich in die Frankfurter Defensive ein. In der 25. Minute war es der auf den Knien rutschende Spielführer Harry Kane, der im Frankfurter Tor landete – nicht aber der Ball. Kane, bislang in 396 Spielen auf famose 255 Tore gekommen, versuchte es drei Minuten später mit einem Schuss, der aber strich am linken Pfosten vorbei.

          Für die beste Aktion von Tottenham zeichnete Heung-Min Son verantwortlich (40.). Für die Eintracht galt es, die letzten Minuten bis zum Seitenwechsel unbeschadet zu überstehen, denn auch Ivan Perisic bot sich eine gute Einschussgelegenheit (43.). Es war eine Art kroatische Koproduktion, denn sein Schuss prallte von Kristijan Jakics Bein ins Aus.

          Knauff hat die beste Chance

          Da Mario Götze wegen seiner im Bundesligaspiel gegen Union Berlin erlittenen Knöchelverletzung fehlte, lastete viel strategische Arbeit auf den Schultern von Daichi Kamada. Der Japaner hat ja beste Erfahrungen mit Pflichtspielen gegen englische Mannschaften. In vier zurückliegenden Europa-League-Spielen gegen Arsenal und West Ham United erzielte der Japaner drei Tore. Gegen Tottenham war er bestrebt, Treffer Nummer vier folgen zu lassen. Doch gegen die bestens organisierte Abwehr der Londoner kam er nicht in die rechte Schussposition.

          Kamadas Landsmann Makoto Hasebe, seit Wochen in bestechender Form, war auch gegen Tottenham der Ruhepol in der Frankfurter Dreierabwehrkette. Djibril Sow kehrte erwartungsgemäß wieder in die Startelf zurück, und der Schweizer war es auch, der mit einem Lupfer Ansgar Knauff bediente.

          Doch dessen Drehschuss im Strafraum fehlte das letzte Quäntchen Fortüne (50.). Vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick, der sich an der Seite von Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann die Champions-League-Partie anschaute, forcierten die Frankfurter auch in der Folgezeit ihre Bemühungen, Tottenham in Bedrängnis zu bringen.

          In der 56. Minute entschied sich Glasner für den ersten Personal­wechsel. Randal Kolo Muani, der sich nicht wunschgemäß durchsetzen konnte, ging vom Feld. Für den Franzosen kam der Kolumbianer Rafael Borré ins Spiel. Kurze Zeit später hatten Glasner und seine Spieler schon den Torschrei auf den Lippen. Doch Jesper Lindström, Siegtorschütze beim 1:0 in Marseille und gleichfalls seit Wochen in prächtiger Form, verzog aus 16 Metern (60.).

          Als Rode in der 71. Minute aus­gewechselt wurde, erhoben sich die Zuschauer von ihren Sitzen. Der Kapitän erhielt viel Beifall für eine starke Partie, in die sich nun Luca Pellegrini einschaltete. Auch Junior Dina Ebimbe kam noch für Lindström in die Partie (86.) und tat alles, um zum Sieg zu ­kommen. Doch das Bollwerk von Hotspur hielt.

          Champions League

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