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6:1-Sieg über Porto : Warum Guardiolas Plan perfekt aufging

Bild: Reuters

Der FC Bayern kannte die beiden Schwachstellen des FC Porto genau – und nutzt sie beim 6:1 gnadenlos aus. Ohne Robben und Ribéry ergaben sich für einen Münchener ganz neue Möglichkeiten. Die Analyse der Bayern-Gala.

          2 Min.

          Wie gut, dass ein Duell in den K.o.-Runden der Champions League – abgesehen vom Finale – aus zwei Spielen besteht. Nicht nur die drei individuellen Fehler, die der FC Bayern beim 1:3 in Porto machte, waren fatal. Doch die Münchner und Trainer Pep Guardiola lernten aus den ersten 90 Minuten – und legten sich für die zweite Partie einen Matchplan zurecht, der perfekt aufging. Durch den 6:1-Sieg erreichten die Bayern zum vierten Mal in Folge das Halbfinale der Champions League. Auf den nächsten Gegner müssen sie aber noch etwas warten. Die Auslosung findet erst am Freitag statt.

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Wie im Hinspiel fehlten die verletzten Flügelstürmer Arjen Robben und Franck Ribéry. Da aber bei Porto die Außenverteidiger Danilo, der im Sommer für mehr als 30 Millionen Euro zu Real Madrid wechseln wird, und Alex Sandro wegen ihrer Gelb-Sperren in München aussetzen mussten, wollte Guardiola die Portugiesen dennoch über die Seiten knacken. Die Ersatzverteidiger Diego Reyes, der schon nach einer guten halben Stunde ausgewechselt wurde, und Bruno Martins Indi erwiesen sich tatsächlich als Schwachstellen. Juan Bernat und Mario Götze über links sowie Rafinha und Philipp Lahm über rechts sorgten permanent für gut besetzte Außenpositionen und Druck.

          Eingesetzt, auch das ein bisher selten gesehenes Stilmittel unter Guardiola, wurden sie immer wieder durch Diagonalbälle der Innenverteidiger Jerome Boateng und Holger Badstuber. Auch Xabi Alonso passte aus der Zentrale schnell und weit Richtung Seitenlinien. Im Hinspiel noch versuchten es die Münchner überwiegend durch die Mitte gegen das zweikampfstärkste Team der Champions League, nun verteilten sich die Angriffe mehrheitlich auf die Außen, wo es mehr Platz und weniger direkte Duelle gab. Das Resultat: Vier der sechs Tore wurden über die Seiten vorbereitet, nur Thomas Müllers abgefälschter Fernschuss (4:0) und Alonsos zentraler Freistoß (6:1) nicht.

          Wie sehr die Münchner den Weg über außen suchten, erkennt man auch bei den Kombinationen vor den Toren (Wählen Sie in der Grafik unten bitte das gewünschte Tor aus). Zweimal profitierte Robert Lewandowski. Besonders sehenswert war das 3:0 als Lahm volley eine Flanke schlug, Thomas Müller den Ball ohne Bodenkontakt weiterleitete und der Mittelstürmer vollendete. Lewandowski profitiert sogar vom Fehlen von Robben und Ribéry, die als Außenspieler selten flanken, sondern oft selbst nach innen ziehen und den Abschluss suchen. Nun legte Müller Lewandowski zweimal von außen vor – und der Pole vollstreckte im Zentrum wie einst in Dortmunder Zeiten.

          Wie dominant die Bayern zunächst waren, aber auch, dass sie in der zweiten Halbzeit einen Gang herausnahmen, zeigen die Aktionszonen (Wählen Sie in der Grafik über das Menü einen Zeitraum). In der ersten Hälfte fanden 36 Prozent der Aktionen um oder im Strafraum von Porto statt, während die Portugiesen nur zu 15 Prozent ins Angriffsdrittel kamen.

          Nach der Pause verschoben sich die Werte. Das Spiel fand vor allem im Mittelfeld statt. Das hing nicht nur mit dem beruhigenden Vorsprung der Bayern zusammen. Vielmehr setzte Porto Stoßstürmer Jackson Martinez auf Alonso an, der das Münchner Spiel daher nicht mehr wie gewohnt lenken konnte. Anders als noch in Porto aber schob sich Alonso deswegen nicht zurück zwischen die Innenverteidiger und lief Gefahr den Ball dort zu verlieren – so war das 0:1 im Hinspiel gefallen. Noch eine Lehre, die Guardiola erfolgreich zog.

          Trotz seiner defensiven Sonderaufgabe schoss Jackson Martinez das einzige Tor für Porto. Schon im Hinspiel hatte der Kolumbianer, dessen Einsatz vergangene Woche wegen einer Verletzung ziemlich überraschend kam, ebenfalls einen Treffer erzielt. Im Vergleich der Mittelstürmer mit Lewandowski schnitt Martinez am Dienstag nicht schlecht ab. Er spielte mehr Pässe, die mehrheitlich ankamen, gewann mehr Zweikämpfe am Boden wie in der Luft als der Bayern-Angreifer, der aber einmal mehr traf – und das zählt schließlich. (Vergleichen Sie die Leistungen aller Spieler über das Menü.)

          Nach der theoretischen Analyse gibt es hier alle Tore auch nochmal im Video:

          Zum Niederknien: Die Bayern brauchen nur 45 Minuten, um die scheinbar knifflige Angelegenheit zu klären - und Müller gibt danach den Takt an Bilderstrecke
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