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Sergio Agüero und Lionel Messi : Champions-League-Duell der besten Freunde

Nicht nur im argentinischen Nationalteam verstehen sich Sergio Agüero (links) und Lionel Messi Bild: Imago

Geteilte Schlafzimmer, gemeinsamer Urlaub: Sergio Agüero und Lionel Messi sind beste Freunde – doch wenn am Dienstag (20.45 Uhr) im Achtelfinale der Champions League ManCity und Barcelona aufeinander treffen, herrscht Funkstille.

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          Die Champions League bringt jedes Jahr die besten Fußballer der Welt zusammen. Lionel Messi und Sergio Agüero brauchen sie dafür eigentlich nicht. Sie sind dicke Freunde, teilen sich ein Schlafzimmer beim argentinischen Nationalteam und trafen sich zum Beispiel vorletzte Woche mit ihren Freundinnen zu ein paar gemeinsamen Tagen in Barcelona. Nur einmal im Jahr ist „die Freundschaft vorbei“, wie Agüero sagt. Für zwei Spiele, weil das Los es wie 2014 wieder so wollte.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Vor einem Jahr setzte sich Messi mit dem FC Barcelona im Achtelfinale gegen Agüero und Manchester City durch. Auch an diesem Dienstag (20.45 Uhr / Live bei Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET), im Hinspiel in England, ist Barca favorisiert, und das, obwohl die spanische Serie von elf Siegen am Samstag mit einem 0:1 gegen den FC Málaga überraschend riss. Messi hat sich in den letzten Monaten in einer atemraubenden Form präsentiert wie lange nicht mehr. Er kommt auf 37 Tore und 21 Torvorlagen in 34 Saisonspielen. Zusammen mit seinem neuen Lieblingspartner Neymar hat er 61 der 110 Treffer des Teams erzielt.

          Der FC Barcelona ist seit 2008 Stammgast im Viertelfinale der Champions League, eine achte Teilnahme in Folge wäre Rekord, während City noch nicht ein einziges Mal so weit gekommen ist. Doch Agüero, 2011 von Atlético Madrid (nach 100 Toren in 230 Spielen) zu den neureichen „Citizens“ gewechselt (bisher 97 in 150), warnt die Katalanen, dass sein Team „zu einer europäischen Größe“ heranwachse. Er leitet das auch aus dem 3:2-Sieg über den FC Bayern in der Vorrunde ab, bei dem der deutsche Meister allerdings bereits für die K.o.-Runde qualifiziert war und siebzig Minuten in Unterzahl spielte. Dennoch beeindruckte Agüero an jenem Abend. Der frühere Schwiegersohn von Diego Maradona schoss alle drei Tore gegen Manuel Neuer.

          Der 26 Jahre alte Argentinier ist ein Mittelstürmer mit einem solch natürlichen Zug zum Tor, wie ihn der moderne Fußball eigentlich nicht mehr produziert. So einer wird nicht gemacht, sondern geboren. Der kleine, so wendige wie wuchtige Kerl gab schon einen Monat nach seinem 15. Geburtstag sein Debüt in der ersten argentinischen Liga, der Jüngste bis heute. Im teuren Star-Ensemble von City ist Agüero neben dem am Dienstag gesperrten Mittelfeld-Boss Yaya Touré der einzige, der nicht gleichwertig ersetzbar scheint. So geriet die Titelverteidigung in der Premier League ins Stocken, nachdem Agüero im Dezember mit einer Knieverletzung vom Platz humpelte und Touré mit der Elfenbeinküste zum Afrika-Cup fuhr.

          Torjäger und Schlitzohr: Sergio Agüero

          Seit dem Neujahrstag, als City gleichauf mit Chelsea vorn stand, hat man ohne Agüeros Tore sieben Punkte eingebüßt. Nun, da er nach fünf Spielen Pause und vier Spielen Anlaufzeit wieder trifft, hat sich der Abstand auf fünf reduziert. Die Tormaschine der „Blues“ rollt wieder, 4:1 bei Stoke City, 5:0 gegen Newcastle United, mit zusammen drei Toren des Argentiniers. Er hat damit in der Torjägerliste mit 17 Treffern zum führenden Diego Costa (FC Chelsea) aufgeschlossen.

          Auch für Argentiniens Nationalteam war Agüero bei der Weltmeisterschaft 2014 unersetzlich. Ohne den Stürmer, der sich im zweiten Vorrundenspiel gegen Nigeria am Oberschenkel verletzte, hing die Torgefahr nahezu allein von Messi ab. Im Finale gegen Deutschland kam Agüero erst spät für den harmlosen Gonzalo Higuain, war aber nicht fit. Außer einem Frustfoul an Bastian Schweinsteiger, dem er einen blutenden Cut unter dem Auge zufügte, fiel er nicht auf.

          Torjäger und Triumphator: Lionel Messi

          Nun scheint er rechtzeitig wieder in Form. Javier Mascherano, sein Landsmann vom FC Barcelona, warnt, Agüero sei „ein großartiger Spieler mit hohem Tempo in engen Räumen und phantastisch im Eins-zu-eins-Duell“. Der Abwehrchef der argentinischen Nationalmannschaft fügt hinzu, warum Barcelona sich trotzdem keine großen Sorgen machen müsse: „Niemand kann sich mit Messi messen.“ Der Stubenkamerad wird es aber probieren.

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