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Borussia Dortmund : Funkstille zwischen Klopp und Weidenfeller

  • Aktualisiert am

Wann darf Roman Weidenfeller im Dortmunder Tor wieder zupacken? Bild: Picture-Alliance

Die Verbannung von Weltmeister Weidenfeller auf die Dortmunder Ersatzbank sorgt weiter für heftige Debatten. Auf Fragen zum Thema reagiert BVB-Trainer Klopp vor dem Spiel gegen Anderlecht (20.45 Uhr) zunehmend genervt.

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          Für die einen ist er das größte Opfer der Dortmund-Krise, für die anderen der degradierte Weltmeister. Die Verbannung von Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller auf die Ersatzbank im Bundesliga-Spiel gegen Hoffenheim am vorigen Freitag sorgt noch immer für heftige Debatten.

          Der Aufregung um seine überraschende Personalentscheidung kann BVB-Trainer Jürgen Klopp wenig abgewinnen. Auf Fragen der Journalisten zum Thema reagiert der BVB-Coach zunehmend genervt: „Wie euch das beschäftigt, tut mir richtiggehend leid. Das ist kein Drama, sondern eine ganz normale Entscheidung.“

          Nach zuvor zehn Bundesliga-Spielen mit nur einem Sieg und dem Sturz auf den letzten Tabellenplatz ergriff der Fußball-Lehrer besondere Maßnahmen. In Weidenfeller, Erik Durm, Kevin Großkreutz und Matthias Ginter fehlten gegen Hoffenheim gleich vier Weltmeister in der Startformation.

          Doch für die lebhafteste Diskussion sorgte der Schritt, den langjährigen Stammkeeper durch Mitch Langerak zu ersetzen. Klopp sprach von einer „reinen Bauchentscheidung für nur ein Spiel: Ich wollte die Frische, das Lächeln von Mitch im Tor stehen haben.“

          „Das ist kein Drama, sondern eine ganz normale Entscheidung“: BVB-Trainer Jürgen Klopp

          Aus rein fachlicher Sicht war die Torwart-Rochade nachvollziehbar. Weidenfeller spielt bisher allenfalls eine durchwachsene Saison. Er patzte beim 1:2 in Köln und trug auch beim 0:2 in Frankfurt eine Mitschuld am letzten Treffer. „Das war eine rein sportliche Entscheidung vom Trainer, die ich natürlich akzeptieren werde“, kommentierte der 34 Jahre alte Torhüter zum Wochenbeginn bei „Sport Bild Plus“.

          Für weniger Verständnis von Weidenfeller dürfte jedoch die Vorgehensweise von Klopp gesorgt habe. Denn der Coach informierte den 34 Jahre alten Routinier nicht in einem persönlichen Gespräch über seine Degradierung, sondern erst in der Mannschaftssitzung vor der Partie. Klopp machte darum wenig Aufhebens: „Eine Entscheidung, die getroffen ist, zu erklären, dafür haben wir keine Zeit. Diese Phase steht für: alles wird dem Mannschaftserfolg untergeordnet.“

          Gemeinsames Training, aber nur einer kann spielen: Mitch Langerak (links) und Roman Weidenfeller

          Vor dem Abend in der Königsklasse gegen Anderlecht am Dienstag (20.45 Uhr / Live bei Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) herrschte Funkstille zwischen Trainer und Torhüter: „Wenn der Spieler zu mir kommt, ist immer ein Gespräch möglich. Das hat er nicht eingefordert, dementsprechend hat keines stattgefunden“, verriet der BVB-Coach am Montag und fügte an: „Hätte ich eine Entscheidung bis Juni getroffen, dass Mitch die Nummer eins ist, dann hätte ich natürlich mit Roman Weidenfeller gesprochen. Diese Entscheidung habe ich aber nicht getroffen.“

          Klopp ließ vorerst offen, wer beim nächsten Spiel der Borussia am Samstag in Berlin (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) das Tor hütet. Auch Mittelfeldstratege Sebastian Kehl würdigte Weidenfeller zwar als „super verdienten Spieler“, wollte aber keine Prognosen über dessen Zukunft abgeben. Offenbar befindet sich Klopp noch immer in der Entscheidungsphase: „Ich vertraue Roman Weidenfeller zu 100 Prozent - aber Mitch eben auch. Das ist alles.“

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