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0:5 gegen Chelsea : Blamage und Pfiffe für Schalke

  • -Aktualisiert am

Gelb ist nicht unbedingt die Schalker Lieblingsfarbe Bild: dpa

Und es heißt doch Schalke 05: Die Königsblauen gehen in der Champions League gegen Chelsea unter. Das Achtelfinale rückt nach diesem haarsträubenden Abend in weite Ferne.

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          Mit Chelsea hatte Roberto Di Matteo einst in der Champions League den Titel gewonnen – gegen Chelsea wollte der Fußball-Lehrer, inzwischen beim FC Schalke 04 angestellt, im vorletzten Gruppenspiel die Chance wahren, in der aktuellen Auflage des bedeutendsten Klubwettbewerbs das Achtelfinale zu erreichen.

          Doch das Wiedersehen endete mit einem niederschmetternden Ergebnis. So hieß es am Ende vor 54.000 Zuschauern in der Arena 0:5. Die Westfalen hatten gegen den Tabellenführer der englischen Premier League nicht den Hauch einer Chance.

          Das frühe Tor von John Terry (2. Minute) brachte sie früh auf Abwege. Willian (29.) und Jan Kirchhoff (44.), der ins eigene Tor traf, machten die Partie für Schalke noch vor der Pause zu einem Desaster. Im zweiten Durchgang nahm das Schalker Unheil weiter seinen Lauf, was sich aufgrund der Treffer von Didier Drogba (76.) und Ramires (78.) auch im Ergebnis niederschlug. (Alle Tore sehen Sie auch im Video in der ZDF-Mediathek) „Wir haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“, schimpfte Manager Horst Heldt. „Das ist so nicht akzeptabel!“

          „Wir haben ein bisschen zu viel Respekt gehabt und Raum gegeben. Das haben die brutal ausgenutzt. Wir wollten etwas anderes bieten“, sagte Schalke-Coach Di Matteo. „Da ist es schwer, passende Worte zu finden. Ich kann mich nur bei allen entschuldigen, die ins Stadion gekommen sind“, sagte Benedikt Höwedes bei Sky. Chelsea-Coach José Mourinho versuchte fast zu trösten: „Die Mannschaft hat fantastisch gespielt, wir hatten alles unter Kontrolle. Schalke muss akzeptieren, dass sie gegen eine viel bessere Mannschaft verloren haben.“

          Was nun Schalke? Nicht nur Boateng ist am Boden Bilderstrecke

          Was für ein Debakel für Di Matteo, diesen Fachmann für Defensivfußball, der durch Chelseas erfolgreiche Abwehrschlacht im Champion-League-Finale von München als Trainer über Nacht berühmt geworden war. Während Chelsea sich vorzeitig den Gruppensieg sicherte, verlor Schalke den zweiten Platz an Sporting Lissabon. Der Revierverein besitzt nur noch geringe Chancen, in der Königsklasse zu überwintern.

          Selbst wenn Schalke am 10. Dezember in Maribor gewinnt (20.45 Uhr / Live bei Sky und im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET), kommt die Mannschaft nur dann weiter, wenn die Portugiesen ihr letztes Spiel in London verlieren. Dem Cheftrainer des FC Schalke war vorher bewusst gewesen, dass in der Arena zwei wesentliche Faktoren zusammenkommen mussten, damit Schalke gegen den Favoriten eine Siegchance haben würde. „Wir müssen ein Superspiel machen und hoffen, dass Chelsea nicht seinen besten Tag erwischt“, hatte Di Matteo gesagt.

          Beide Voraussetzungen traten nicht ein. Dass Chelsea da nicht mitspielen würde, war nach nicht einmal neunzig Sekunden klar. Als ein Eckstoß von Cesc Fabregas durch den Strafraum flog, setzte sich Kapitän Terry im Kopfballduell gegen Benedikt Höwedes durch und brachte seine Elf in Führung. Während die Profis des FC Chelsea nun souverän aus einer Position der Stärke auftraten, vermochte Schalke sich von dem frühen Schock nicht zu erholen. Die Königsblauen waren ihren leichtfüßig wirkenden Gegenspielern in allen Belangen überlegen. Das einzige, was ihnen gelang war wenig Ballbesitz zu haben; ein Umstand, der sonst die Schalker Erfolgschancen zumindest steigert.

          Ein einziges Mal nur weckte Schalke die Illusion, es könnte der Ausgleich fallen – als Eric Maxim Choupo-Motings abgefälschter Schuss wie aus dem Nichts die Latte traf. Die Engländer wirkten bissiger und schnappten prompt zu, als sich wieder die Gelegenheit dazu bot. Ein eleganter Doppelpass mit Eden Hazard und ein Fehler von Torhüter Ralf Fährmann ermöglichten Willian den zweiten Treffer. Gegen Ende des ersten Durchgangs bereitete Marco Höger die Fans des FC Schalke mit einem haarsträubenden Fehlpass mental schon einmal darauf vor, dass es noch schlimmer kommen sollte.

          Wütende Pfiffe untermalten den Frust auf den Rängen. Wenig später steigerte sich das Maß der Missbilligung weiter, als Mittelfeldspieler Jan Kirchhoff seine indiskutable Leistung mit einem Eigentor krönte. Eine Minute zuvor hatte Fährmann einen höheren Rückstand noch verhindern können. Nach der Pause ging es für Schalke nur noch darum, keinen weiteren Schaden mehr zu nehmen.

          Aber auch das gelang nicht. Chelsea schaltete zwar in einen Energiesparmodus um, machte die Partie für den Bundesliga-Siebten durch einen Doppelschlag der Einwechselspieler Didier Drogba und Ramires aber dennoch zum Debakel. Nach der schwachen ersten Hälfte konnten die weiteren Tore die Fans des FC Schalke aber nicht mehr schocken. Sie trugen das Elend mit Fassung. Mit Galgenhumor sangen sie ihr altes Lied aus der Ära der legendären Eurofighter.

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