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Champions League : Wiedersehen mit Demichelis

High Five: Demichelis feiert seinen Treffer gegen den FC Arsenal in der Premier League Bild: Reuters

Einst schied Martin Demichelis im Unfrieden von Bayern München, inzwischen erlebt der Argentinier bei Manchester City einen erstaunlichen Aufschwung im Herbst seiner Karriere.

          2 Min.

          Von allen Spielern, die der FC Bayern in diesem Jahrzehnt ausgemustert hat, kommt Martín Demichelis auf die erstaunlichste Spätkarriere. Im zarten Fußballalter von 33 Jahren blickt er schon jetzt auf sein bestes Jahr zurück. Am Anfang dieses Jahres war er Ersatzmann bei Manchester City und weit von einer WM-Nominierung für Argentinien entfernt - und wenige Monate später Stammspieler, englischer Meister, WM-Zweiter.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          An diesem Mittwoch kehrt Demichelis stolz an den Ort zurück, den er Anfang 2011 nach sieben Jahren als Bayern-Profi aus Wut über die Degradierung zum Bankdrücker unter Trainer Louis van Gaal Richtung Málaga verließ. Er erwartet „eine sehr emotionale Angelegenheit“.

          Vergangene Zeiten: Demichelis auf Champions-League-Auswärtsfahrt mit dem FC Bayern in Brüssel im März 2008

          Und eine womöglich sehr Gefährliche für die Bayern. City hat seine unter Trainer Manuel Pellegrini kontinuierlich gesteigerte europäische Qualität vergangene Saison mit einem 3:2-Sieg in München unterstrichen. Wenngleich die Bayern da schon fürs Achtelfinale qualifiziert waren, sind sie nun gewarnt vor der Stärke des teuren Ensembles aus England. Gerade in dieser Frühphase der Saison, in der sie selbst durch WM-Spätfolgen und Verletzungen - aktuell wird Franck Ribéry wegen abermaliger Knieprobleme ausfallen, Arjen Robben aber wieder in die Mannschaft zurückkehren - langsamer in Tritt gekommen sind als gewohnt.

          Ihre Vorrundengruppe ist fast identisch mit der des Vorjahres, mit City und ZSKA Moskau abermals als Gegnern. Dass anstelle der harmlosen Tschechen von Viktoria Pilsen nun die cleveren Italiener von AS Rom die Gruppe komplettieren, schafft eine deutlich tückischere Konstellation.

          Deshalb gratuliert man sich an der Säbener Straße inzwischen zu der für viele überraschenden Idee, vor gut zwei Wochen kurz entschlossen Xabi Alonso zu verpflichten. Der spanische Veteran, für 7,5 Millionen Euro von Real Madrid gekommen, hat in München nicht nur die Grünwalder Villa des zu Real gewechselten Toni Kroos übernommen, auch dessen Rolle und die der verletzten Schweinsteiger, Thiago und Martínez gleich mit.

          Zumindest lässt die Selbstverständlichkeit, mit der Alonso sich im neuen Ensemble einfand, es schon nach zwei Einsätzen so aussehen, als erledige er im Bayern-Mittelfeld so gut wie alles.

          „Ich versuche, das zu machen, was ich meine ganze Karriere gemacht habe“, sagt der bald 33-jährige Spanier: „Die Verbindung zwischen Defensive und Angriff zu sein, der Mittelpunkt des Ganzen.“

          Er wagte es sogar schon, dem Chef zu widersprechen, Trainer Pep Guardiola, der davor gewarnt hatte, Alonso in den beginnenden drei englischen Wochen zu viel aufzubürden: „Wenn er so weitermacht, ist er in einem Monat tot.“ Alonso dementierte die reduzierte Lebenserwartung: „Ich hoffe nicht, dafür trainiere ich hart.“

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