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PSG im Champions-League-Finale : Das ist Tuchels Werk

Der Dompteur auf der Eiskiste: Weil sein Fuß gebrochen ist, coacht der „verhinderte Spieler“ Tuchel aus dem Sitzen heraus. Bild: AFP

Die Hungrigen von Paris. Was wie ein Filmtitel klingt, passt zur gegenwärtigen Verfassung von Paris St-Germain. Die Glamour-Truppe aus der Hauptstadt hat gelernt zu schuften – und damit eine ganz besondere Mischung freigesetzt.

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          Wenn Thomas Tuchel gewinnt, kann er sich zu einem der charmantesten Menschen auf dem Planeten Fußball verwandeln. Am Dienstag, kurz vor der Geisterstunde, konnte man dieser Veränderung live vor dem Fernseher beiwohnen. Zuvor hatte sich allerdings noch eine bemerkenswertere Metamorphose vollzogen: die von Tuchels Team. Befreit von der äußeren und inneren Last – immer nur siegen zu müssen und immer nur siegen zu wollen –, war es einem übers ganze Gesicht strahlenden und geradezu beseelten Trainer nach dem Einzug von Paris St-Germain ins Finale der Champions League auch noch wichtig, dass jeder sein Team, seine Arbeit und ihn selbst nun aus anderer Perspektive sehen sollte. Vieles schien nun anders als das, was man bis dahin über Tuchel und sein Team zu wissen glaubte, vielleicht sogar alles. Denn die Wahrheit auf dem Platz hatte zuvor jeder sehen können, der sie sehen wollte. In den 90 Minuten des Halbfinals von Lissabon vollzogen Neymar und Co. in der Königsklasse mit ihrem Auftritt im Arbeitermodus eine Kulturrevolution bei PSG.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In dieser Nacht besiegte das Konstrukt aus Paris nicht nur RB Leipzig absolut souverän 3:0. Im Schweiße ihres Angesichts stürzten sie damit auch die abgezockte Millionärstruppe vom Sockel, die sie selbst jahrelang gewesen waren und in der sich jeder Superstar vor allem selbst gefiel. In Lissabon übernahm stattdessen ein Team die Macht, in der selbst genialische Fußballexzentriker für den Erfolg schuften. Eine von vielen verhasste und verspottete Weltauswahl machte sich zu einem echten Team. Eines, das Spaß macht. Den Fußballfans – und auch sich selbst. Das ist Tuchels Werk.

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