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Krise bei den Königlichen : Kroos und Real stehen mit dem Rücken zur Wand

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Zum Haare raufen: Real Madrid um Toni Kroos (rechts) sind in der Champions League bislang nicht in Schwung gekommen. Bild: dpa

Real Madrid ist so schlecht wie noch nie in eine Champions-League-Saison gestartet. In der Partie bei Galatasaray Istanbul steht viel auf dem Spiel für das Team – auch für Trainer Zinedine Zidane.

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          Vielleicht hilft ja der Blick zurück ins Jahr 2013. Beim bislang letzten Spiel im Ali-Sami-Yen-Stadion von Galatasaray Istanbul legte Real Madrid mit einer 6:1-Gala den Grundstein für „La Decima“, seinen lange ersehnten zehnten Titel im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb. Dass sich ein Weltklub wie Real Madrid überhaupt an positive Erinnerungen klammern muss, ist der aktuellen königlichen Krise geschuldet.

          Champions League

          Das jüngste 0:1 in der spanischen Liga bei RCD Mallorca könnten die Fans angesichts von Tabellenplatz zwei noch einigermaßen verschmerzen, wären da nicht die Sorgen in der Champions League. Vor dem Gastspiel am Dienstag (21.00 Uhr 21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) in Istanbul steht Madrid bereits mit dem Rücken zur Wand. „Wir wissen, worum es dort geht“, sagte der längst nicht mehr unumstrittene Trainer Zinedine Zidane fast schon trotzig, „uns hilft nichts anderes als ein Sieg, wir werden jetzt über nichts anderes nachdenken.“

          Bei nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen hätte eine Niederlage fatale Folgen, ein Abstieg in die „zweitklassige“ Europa League oder gar ein noch peinlicheres Vorrunden-Aus würden drohen. Und Zidane müsste verstärkt um seinen Job bangen. Noch genießt der frühere Weltklasse-Spieler die Rückendeckung des mächtigen Präsidenten Florentino Perez. Doch auch Perez dürfte nicht entgangen sein, dass in Zidanes zweiter Amtszeit nach der höchst erfolgreichen ersten Ära (2016 bis 2018) vieles im Argen liegt. „Im Fußhall wird schnell vergessen, was du in der Vergangenheit geleistet hast“, sagte Zidane am Montag: „So ist das Leben.“

          In der Abwehr schleichen sich immer wieder Unkonzentriertheiten ein, eine offensive Spielidee ist kaum erkennbar. Die teuren Neuzugänge Eden Hazard und Luka Jovic erweisen sich (noch) nicht als die erhofften Verstärkungen. Doch Zidane will von Krise nichts wissen, dem 47-Jährige fehlt eigentlich nur eine Sache: „Wenn wir dieses Jahr etwas erreichen wollen, braucht es mehr Konstanz.“ Kapitän Sergio Ramos sieht die Lage schon etwas dramatischer: „Wir müssen mehr machen, und wir müssen es besser machen, ganz klar.“

          Nationalspieler Toni Kroos, der zuletzt wegen einer Leistenverletzungen gefehlt hatte, kehrt in Istanbul wohl zurück auf den Rasen – anders als die weiter angeschlagenen Luka Modric und Gareth Bale. Doch auch die vermeintlichen Topspieler hatten vor ihrer Zwangspause nicht wirklich überzeugt. Die Verletzungsmisere taugt nur bedingt als Ausrede.

          Die Krise hat aber nicht nur Negatives. Weil viele Stars schwächeln und verletzt ausfallen, konnte sich Youngster Federico Valverde in den Vordergrund spielen. Der 21 Jahre alte Uruguayer ist einer der wenigen Gewinner der Saison bei Real, auch beim richtungsweisenden Champions-League-Spiel in Istanbul könnte Zidane auf Valverde setzen. „Zidane fordert von mir, dass ich mein Bestes gebe, so wie ich es im Training mache“, sagte der Mittelfeldspieler. Es sei enorm hilfreich, „wenn dir dein Trainer Vertrauen schenkt“. Zidane selbst muss um Vertrauen zurzeit hart kämpfen.

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