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Champions-League-Titel : Glänzende Krönung für den FC Bayern

Ein Triumph des Teams, aber Trainer Hansi Flick hat einen immensen Anteil am Erfolg. Bild: EPA

Kein anderer Münchner Triumph in der Champions League war so verdient wie dieser. Der Triple-Erfolg ist vor allem das Werk von Trainer Hansi Flick. Der Gewinner von Lissabon heißt aber auch: Qatar!

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          Dass Trainer Hansi Flick mit Kingsley Coman einen einzigen neuen Spieler im Finale in die Startformation berief, der dann nach knapp einer Stunde mit seinem Treffer zum 1:0 dem FC Bayern das Tor zum Gewinn der Champions League öffnete, war nur das letzte Detail in einer dreifachen Münchner Siegersaison, in der bis zum glanzvollen Ende alles zusammenpasste. Flick hatte darauf gesetzt, dass man von dem in Paris geborenen Bayern-Profi gegen seinen Heimatverein im Finale noch ein bisschen mehr als ohnehin erhoffen konnte.

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          Und genau so kam es. In einem hochspannenden und teilweise auch hochklassigen Finale setzen sich die Bayern in der Königsklasse gegen die PSG-Superstars Neymar, Mbappe und di Maria mit Kraft, Konzentration und geballtem Können die verdiente Krone auf. Mit dem Triple haben die Bayern nun einen der höchsten Gipfel ihrer langen Vereinsgeschichte erreicht.

          Es war ein Endspiel, in dem die Bayern und PSG immer wieder ihre Extraklasse zeigten. Aber die etwas größere Geschlossenheit und Ausgeglichenheit der selbstbewussten Münchner mit ihrer überragenden Nummer eins Manuel Neuer machten am Ende den kleinen aber entscheidenden Unterschied gegen ein von PSG-Trainer Thomas Tuchel taktisch stark vorbereitetes Team. Es war ein bis zur letzten Sekunde packendes Duell, bei dem ein großer Torwart und ein paar Zentimeter bei den Torabschlüssen den Unterschied machten.

          Der Triumph des FC Bayern ist vor allem das Werk von Flick, der in der Rekordzeit von 35 Spielen einen wankenden Giganten in die beste Mannschaft Europas verwandelte. Als nach einem 1:5 in Frankfurt der damalige Assistent von Niko Kovac im vergangenen November zum Cheftrainer gemacht wurde, erschien das Triple noch wie ein unerreichbarer Traum. Trotzdem zeichnete sich schon in den vergangenen Monaten während der Bundesliga nach der Corona-Pause ab, dass die besten Bayern, die es vielleicht je gab, nach acht Jahren auch wieder das Zeug zur Nummer eins in Europa haben.

          Diese Ausdauerleistung auf Topniveau haben Flick und sein Team in Lissabon nun erst mit einem historischen 8:2 gegen Barcelona, einem 3:0 im Halbfinale gegen Lyon und am Sonntag mit einem 1:0 gegen PSG im Finale gekrönt – und damit sich selbst. Elf Siege in elf Spielen der Champions League hat es noch nicht gegeben. Der dritte Triumph in der Champions League nach zuvor drei Siegen im Europapokal der Landesmeister ist so verdient wie kein anderer zuvor für ein Team, das als Mannschaft über sich hinausgewachsen ist.

          Der Gewinner von Lissabon heißt aber auch: Qatar! Das war zur Freude der großen Geldgeber und Prestigenehmer im internationalen Fußball schon vor dem Finale klar. Als Partner von PSG und des FCB hatte Qatar Airways das Endspiel bereits vorab als #Qlassico für das Emirat vereinnahmt. Die Frage für die qatarischen Finanziers war am Sonntagabend nur, ob die neue Nummer eins in Europa derjenige Klub sein würde, den das WM-Ausrichterland vollständig in seiner Hand hat oder ob man sich am bayerischen Ärmel ins internationale Spiel gebracht hat. Es wurde am Ende nur der Ärmel für Qatar. Aber auch in diesem Stückchen Stoff erkennt man den Sport des 21. Jahrhunderts.

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          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

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