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Champions League : „Wir gehen auf dem Zahnfleisch“

  • -Aktualisiert am

So kopflos agierten die Schalker in der ersten Halbzeit Bild: AFP

Schalker Blamage gegen Maribor: Nach dem Derbysieg über Dortmund gelingt den Königsblauen gegen den Außenseiter aus Slowenien nur ein 1:1 in der Champions League. Huntelaar rettet das Remis.

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          Jens Keller, der Trainer des FC Schalke 04, hatte dem zweiten Gruppenspiel voller Vorfreude entgegengesehen. „Wir spielen Champions League, und schon wenn die Musik ertönt, ist das ein Erlebnis“, sagte er. Seine Mannschaft geriet auf dem Rasen jedoch wieder einmal aus dem Takt.

          Beim 1:1 gegen NK Maribor hatte sie nichts zu bieten, was an das Erlebnis drei Tage zuvor an selber Stelle erinnert hätte. Der Derby-Kür, mit einem Sieg über Borussia Dortmund gekrönt, folgte drei Tage später eine enttäuschende Pflicht.

          Damjan Bohar hatte den slowenischen Rekordmeister überraschend sogar in Führung geschossen (38. Minute). Im zweiten Durchgang spielte Schalke zwar überlegen, brachte vor 48.000 Zuschauern aber nur das Ausgleichstor von Klaas-Jan Huntelaar (56.) zustande. „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie will, aber wir gehen in den letzten Wochen auf dem Zahnfleisch“, nahm Keller sein Team im TV-Sender Sky in Schutz.

          „Die Punkte hatten wir heute fest eingeplant, aber es sind noch genügend Spiele und da werden wir die nötigen Punkte holen“, sagte Weltmeister Julian Draxler. Auch Tranquillo Barnetta war über das Remis enttäuscht. „Das ist ein kleiner Rückschlag“, gestand der Schweizer. „Wir haben gut angefangen, aber das Gegentor hat uns ein bisschen wehgetan.“

          Der mit dem Ball tanzt: Weltmeister Draxler kontrolliert das Spielgerät Bilderstrecke

          Die Punkteteilung gegen die nominell schwächste Mannschaft der Gruppe G ist ein herber Rückschlag für die Gelsenkirchener, die mit einem 1:1 beim FC Chelsea in die europäische „Königsklasse“ gestartet waren. Nach dem berauschenden Derbysieg ging es für Schalke darum, möglichst schnell umzuschalten – vor allem im Kopf.

          „Wir müssen höllisch aufpassen, für die Psyche ist das jetzt eine große Herausforderung“, hatte Sportdirektor Horst Heldt vor dem Anpfiff gesagt. Doch das fiel den Schalkern schwer. Obwohl Julian Draxler, in der Liga zuletzt gesperrt, wieder zur Verfügung stand, waren die Vorstöße der Heimelf meist zu durchsichtig und zu unpräzise, um den solide verteidigenden Gegner in Bedrängnis zu bringen.

          Von dieser Regel gab es in der ersten Hälfte nur eine Ausnahme: Kevin-Prince Boateng verfehlte mit einem Kopfball knapp das Ziel. Der Schwung, der Schalke beim Sieg über Dortmund ausgezeichnet hatte, war wie weggeblasen. Maribor fasste Mut und kam allmählich ins Spiel. So verwunderte es nicht einmal, dass die Westfalen sieben Minuten vor der Pause in Rückstand gerieten.

          Die Slowenen hatten ihren Führungstreffer zwar hübsch herausgespielt, aber auch davon profitiert, dass der spanische Schiedsrichter Velasco Carbalo eine Abseitsposition übersah. In der Anfangsphase hatte Schalke eine erste Schrecksekunde zu überstehen, als Bohars Schuss aus dem Mittelkreis über Torhüter Ralf Fährmann hinweg log, dann aber auf das Tornetz tropfte.

          Im zweiten Durchgang wurde Schalke energischer und nutzte gleich die erste Chance. Torschütze Huntelaar profitierte von einem Missgeschick. Statt nach einer Balleroberung zu klären, gab Mija Viler Linksverteidiger mit einem haarsträubenden Fehlpass die Vorlage zum Ausgleich. Das Geschehen fand jetzt überwiegend in der Hälfte der Slowenen statt. Draxler und Huntelaar vergaben die Chance, die Partie auch im Ergebnis zu drehen.

          Die Schalker versuchten, ihre Pflicht zu erfüllen, spielten überlegen, aber nicht zwingend. Der Elan aus dem Derby war ihnen abhanden gekommen, und als die Zeit knapp wurde, kam auch noch Nervosität auf. In der Schlussphase hofften die Fans auf einen Geistesblitz des Mittelfeld-Talents Max Meyer. Der Neunzehnjährige kam für Boateng ins Spiel, Tranquillo Barnetta, der als Spielmacher den Vorzug erhalten hatte, wechselte ins defensive Mittelfeld. Aber auch Meyer vermochte den Abend für Schalke nicht mehr zu retten.

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