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Champions League : Turbulenzen bei Real Madrid nach Blamage

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Dani Carvajal und Real Madrid spielen gegen Brügge nur 2:2. Bild: AP

Die Königlichen müssen in der Champions League ums Weiterkommen bangen. Trainer Zinedine Zidane gerät so langsam in Erklärungsnot. Und dann kommt bei Real Madrid noch ein veritables Torwartproblem hinzu.

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          Zinedine Zidane war nach dem schlechtesten Start in Real Madrids ruhmreicher Champions-League-Historie in Erklärungsnot. „Unsere Situation ist etwas schwieriger geworden“, räumte der einstige Erfolgstrainer des stolpernden Starensembles nach einem phasenweise stümperhaften Auftritt gegen den FC Brügge ein. Real, den Königlichen, droht das Schreckensszenario Europa League. Oder sogar der direkte Europacup-K.o.

          Champions League

          Kein Glanz, keine Ausstrahlung, stattdessen unerklärliche Aussetzer – in der Form kann sich der Rekordchampion den Traum vom 14. Titel frühzeitig abschminken. „Wir müssen mehr machen“, meinte Sergio Ramos nach dem 2:2 (0:2) gegen den belgischen Underdog: „Wir müssen es besser machen. Das ist klar.“ Sonst könnte es für Zidane ziemlich ungemütlich werden. Zuletzt waren schon die Namen von Xabi Alonso und Jose Mourinho als mögliche Nachfolger gehandelt worden.

          Die mit Weltklassespielern gespickte Mannschaft des 47 Jahre alten Franzosen Zidane hatte die zweite Pleite im zweiten Spiel zwar noch durch Tore von Ramos (55.) und Casemiro (85.) verhindert. Doch auch so ist die Bilanz für Real-Verhältnisse besorgniserregend: Zwei sieglose Partien zum Auftakt einer Königsklassen-Saison hatte es für den stolzen Klub noch nicht gegeben. Madrid ist Letzter der Gruppe A.

          Der Auftritt des Teams um den bemühten deutschen Nationalspieler Toni Kroos warf viele Fragen auf. Nach der Form von hochdekorierten Profis wie Ramos, dem einstigen Weltfußballer Luka Modric oder Star-Einkauf Eden Hazard. Und nach dem Plan des Trainers. „Zidane hat seinen Anteil an der Verantwortung“, schrieb Marca, das Blatt vermisst noch immer einen überzeugenden Spielstil. Es gebe keinen Spielraum für Fehler mehr, betonte El Mundo und brachte die für Real-Fans fürchterlich klingende Europa League  als mögliche Perspektive ins Spiel: „Noch ein Ausrutscher und Real findet sich im Februar in einem Duell in Weißrussland wieder.“

          Soweit wird es nicht kommen. In der Europa League ist gar kein Klub aus Weißrussland mehr vertreten. Auftritte in Bratislava, Düdelingen oder Rasgrad sind für die erfolgsverwöhnten Madridistas aber ebenso schwer vorstellbar. Doch sie könnten Realität werden, wenn der Tabellenführer der spanischen Liga international nicht schnell die Kurve kriegt nach dem nächsten Rückschlag, den Brügges Doppelpacker Emmanuel Dennis so richtig auskostete.

          Nach seinen beiden Treffer feierte der Nigerianer im Stile von Cristiano Ronaldo. „Ich habe gejubelt wie Ronaldo, weil ich ihnen zeigen wollte, dass sie etwas verloren haben“, sagte Dennis frech. Mit dem portugiesischen Superstar im Team hatte Zidane dreimal den so begehrten Henkelpott gewonnen. Derzeit deutet kaum etwas darauf hin, dass Zidane das Kunststück auch ohne Ronaldo schafft.

          Real Madrid muss nun nicht nur um das Weiterkommen in der Champions League bangen. Der spanische Rekordmeister muss sich zu allem Übel nun auch mit einer Keeper-Kontroverse herumschlagen. Der DFB lässt grüßen. Thibaut Courtois wurde im Bernabéu zur Pause überraschend ausgewechselt, nachdem er bei beiden Toren nicht gut ausgesehen hatte und von den eigenen Fans ausgebuht worden war.

          Inoffiziell war von Magenproblemen die Rede. Trainer Zinedine Zidane sagte nur: „Courtois ging es schlecht.“ Der Torwart sei nach mehreren schwachen Leistungen, unter anderem beim 0:3 zum Auftakt der  Königsklasse in Paris, „ganz unten“ angelangt, stellte die Zeitung „AS“ fest. Zumal „Ersatzmann“ Alphonse Areola prächtig hielt.

          „Areola vergrößert das Problem“, schrieb „Marca“. In der Tat: Es ist kaum denkbar, dass Stareinkauf Courtois die Bank drückt, ohne dass es kracht. Um Krach zu vermeiden, war Konkurrent Keylor Navas im Tausch mit Areola nach Paris geschickt worden. Areola würde, anders als Dreifach-Champions-League-Sieger und Fan-Idol Navas, kaum Probleme machen, hatte Florentino Pérez gedacht. Doch der Klubboss irrte sich. „AS“ brachte die Gesamtlage auf Seite eins auf den Punkt: „ALARM“.

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