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3:2 gegen FC Porto : Leipziger Entschlossenheit wird belohnt

Die Freude bei den Spielern von RB Leipzig ist nach dem Treffer zur 1:0-Führung groß. Bild: AFP

RB Leipzig gelingt in einem mitreißenden Spiel mit dem 3:2 über den FC Porto der erste Sieg in der Champions League. Damit hat die Mannschaft von Trainer Hasenhüttl die Chancen auf ein Weiterkommen erheblich gesteigert.

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          RB Leipzig hat sich mit seinem ersten Sieg in der Champions League die Chance erhalten, die Gruppenphase erfolgreich zu bestehen. Die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl siegte nach einem vor allem in der ersten Halbzeit begeisternden Spiel gegen den FC Porto verdient mit 3:2. Leipzig rückte mit diesem Erfolg auf den zweiten Platz vor, der zum Einzug ins Achtelfinale berechtigen würde. Kapitän Willi Orban hatte Leipzig früh in Führung gebracht (8. Minute).

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Emil Forsberg (40.) und Jean-Kevin Augustin (42.) erhöhten nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Vincent Aboubakar (18.) auf 3:1, aber Porto kam noch vor der Pause in einer turbulenten und temperamentvollen Schlussphase durch Ivan Marcano (44.) wieder heran. Leipzig versuchte nach dem Wechsel mehr Ruhe ins Spiel zu bringen, die Abwehr zu stabilisieren und durch Konter zumindest gelegentlich für Gefahr zu sorgen. Der Plan ging weitgehend auf. Nun hat auch die Champions League den Neuling aus Leipzig kennengelernt.

          Dabei hatte Leipzig in seiner erst dritten Partie in der Königsklasse gegen die Routiniers aus Porto, die ihre 22. Saison in der Champions League spielen, von Beginn an unter Druck gestanden. Nach nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen war eigentlich schon ein Remis zu wenig, um sich in der Gruppe G mit Besiktas Istanbul und dem AS Monaco noch Chancen auf das Achtelfinale ausrechnen zu können.

          Ein Sieg musste her gegen Porto. Das war von Beginn an die Devise von Trainer Hasenhüttl und seinem Team. Was folgte in der ersten Halbzeit, war ein Spektakel. Ein mitreißendes, tempo- und torreiches Europapokalspiel, nur drei Tage nach dem begeisternden Bundesliga-Spitzenspiel mit dem Leipziger Sieg in Dortmund.

          Champions League

          Doch der Reihe nach: Schon in der achten Minute lag RB gegen Porto in Führung. Durch ein Tor, in dem sich die ganze Entschlossenheit ausdrückte, mit der der internationale Neuling bei seinem zweiten Heimspiel zu Werke ging. Einen Schuss von Bruma ließ der Casillas-Ersatz Sá abprallen, Augustin setzte energisch nach und brachte den Torwart so wieder in Bedrängnis. Dadurch kam Willi Orban an den Ball und traf aus kurzer Entfernung zum 1:0. Das erste Tor in der Champions League des Kapitäns, der auch schon in der zweiten Liga für Leipzig gespielt hatte.

          Leipzig ließ nach der Führung nicht locker. Das Team machte immer wieder Druck, setzte nach Ballverlusten entschlossen nach und kam regelmäßig zu Chancen. Augustin bot dem Publikum zudem ein herrliches Dribbling, bei dem er sich mit Sturz, eingesprungener Schraube und dem Ball unter der Sohle gegen zwei Portugiesen durchsetzte. Nach einer Viertelstunde war Leipzig drückend überlegen. Knapp 80 Prozent Ballbesitz, enormes Tempo, schöne Kombinationen und Torchancen – der Neuling zeigte alles, was er zu bieten hatte. Aber Porto nutzte den ersten eigenen Angriff kühl zum Ausgleich. Nach einem Einwurf, einer Kopfballverlängerung und einer unaufmerksamen Leipziger Defensive war Aboubakar mit einer schnellen Drehung aus wenigen Metern erfolgreich – 1:1 (18.).

          Die Leipziger zeigten sich vom Rückschlag nicht beeindruckt, im Gegenteil. Zwischen der 20. und 22. Minute kamen sie zweimal durch Sabitzer sowie durch Bruma zu guten Torgelegenheiten, aber es fehlte dabei entweder ein wenig Fortune oder ein bisschen Ruhe und Übersicht beim Abschluss. Kurz vor der Pause folgten die Höhepunkte dann wieder im Minutentakt – aber diesmal als Volltreffer. Forsberg blieb nach Zuspiel von Sabitzer trotz Bedrängnis überlegt vor Torwart Sá und traf zum 2:1 (38.). Porto war beeindruckt.

          Die Routiniers leisteten sich nun den ersten schweren Fehler in ihrem Aufbauspiel – und Augustin nutzte ihn zum 3:1 (40.). Das Stadion erbebte. Aber schon in der 44. Minute wurde es deutlich ruhiger, als Marcano nach einer schlecht verteidigten Ecke zum 3:2 traf. Leipzig ging zwar mit 14:3-Torschüssen nach einem offensiv herausragenden Auftritt in die Pause, aber eben auch mit einem beunruhigend schmalen Vorsprung.

          RB Leipzig überzeugt unter anderem mit Torschütze Jean-Kevin Augustin gegen FC Porto. Bilderstrecke
          Live Ticker : Champions League

          Leipzig versuchte nach dem Wechsel das Spiel in etwas zurückgezogener Weise zu kontrollieren, ohne das letzte Risiko mit einem 3:2-Vorsprung im Rücken zu gehen. Die Partie war nun nach den Spielanteilen ausgeglichener. Zu Chancen kam Leipzig dennoch. In der 62. Minute kratzte Marcano den Ball für seinen schon geschlagenen Torhüter nach einem Schuss von Keita mit einer Grätsche von der Linie. In der 74. Minute verfehlte Augustin sein Ziel nur knapp, als sein Schuss über die Latte strich.

          Aber es wäre besser und aussichtsreicher gewesen, wenn er in diesem Moment den völlig freistehenden Sabitzer angespielt hätte. Aber dieses Versäumnis sollte sich nicht rächen. Leipzig, das in der letzten Viertelstunde wieder auf Timo Werner zurückgreifen konnte, brachte den Vorsprung unter tosenden Jubel über die Zeit.

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