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Skandal in Champions League : Abbruch nach Rassismusvorwurf bei Spiel von Paris Saint-Germain

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Im Rededuell: Schiedsrichter Ovidiu Hategan und Basaksehirs Demba Ba (r.) Bild: Reuters

Eklat beim Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Basaksehir Istanbul: Der Vierte Offizielle soll einen Istanbuler Betreuer rassistisch beleidigt haben. Das Spiel wurde stundenlang unterbrochen. Es soll am Mittwoch fortgesetzt werden.

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          Nach einem Rassismusvorwurf gegen den Vierten Offiziellen ist das Champions-League-Spiel zwischen dem französischen Fußball-Meister Paris Saint-Germain und Basaksehir aus Istanbul abgebrochen worden. Wie die Europäische Fußball-Union (Uefa) am späten Dienstagabend nach Gesprächen mit beiden Klubs mitteilte, wird die Partie am Mittwoch um 18.55 Uhr neu angepfiffen.

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          Mit einem neuen Schiedsrichtergespann sollen die verbleibenden Minuten gespielt werden. „Eine gründliche Untersuchung des Vorfalls“ werde unverzüglich eingeleitet, hieß es weiter. Zuvor hatte Basaksehir auf Twitter bereits angekündigt: „Unsere Spieler haben beschlossen, nicht mehr auf das Spielfeld zurückzukehren.“

          Am Dienstagabend war das Spiel nach rund einer Viertelstunde Spielzeit zunächst unterbrochen worden. Beide Mannschaften verließen nach minutenlangen Diskussionen beim Stand von 0:0 den Platz. In der 14. Minute hatte das Schiedsrichtergespann den Basaksehir-Assistenzcoach Pierre Webo wegen unsportlichen Verhaltens mit der Roten Karte auf die Tribüne geschickt. Bei diesem Vorgang soll das Wort „negro“ gefallen sein, dies warfen Istanbuler Offiziellen dem rumänischen Schiedsrichter lautstark vor, wie deutlich über die Außenmikrofone zu hören war.

          Das Schiedsrichtergespann wurde angeführt von Ovidiu Hategan, der Vierte Offizielle ist Sebastian Coltescu. Wie zu hören war, soll das Schiedsrichter-Team aus Rumänien versucht haben, sich damit zu verteidigen, dass der Vierte Offizielle das rumänische Wort für Schwarzer (negru) benutzt haben.

          Webo und auch der frühere Bundesliga-Profi Demba Ba wiesen anschließend lautstark darauf hin, dass die Schiedsrichter bei einem weißen Spieler auch nicht „der Weiße“ gesagt hätten, um diesen zu identifizieren. Basaksehir twitterte das Logo der Uefa-Kampagne „No to Racism - Respect“.

          Am Spielfeldrand kam es zu hitzigen Debatten, die PSG-Stars Kylian Mbappé und Neymar standen lange dicht beim Geschehen. Auf Fernseh-Bildern war zu sehen, wie Mbappé auch sprach.

          Der Brasilianer Neymar hatte zuletzt Mitte September im Liga-Spiel gegen Olympique Marseille seinem Gegenspieler Rassismus vorgeworfen. Nachdem die Gäste-Mannschaft aus der Türkei in die Kabinen gegangen war, folgte auch wenige Sekunden später das Team des deutschen Trainers Thomas Tuchel.

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