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Champions League : Videobeweis überführt Tuchels PSG und die Roma

  • Aktualisiert am

Im Visier von Thomas Tuchel: Schiedsrichter Damir Skomina hat nach Konsultation des Videobeweises auf Elfmeter entschieden. Bild: Reuters

Auch die Champions League hat ihre Videoassistentendebatte: Thomas Tuchel scheitert mit PSG nach dem Hinspielsieg in Old Trafford noch an Manchester United. Die Entscheidung in der Nachspielzeit fällt nach einer höchst strittigen Elfmeterentscheidung. In Porto wiederholt sich die Geschichte.

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          Die Titelträume von Thomas Tuchel und Paris St. Germain sind geplatzt, die "Mission Henkelpott" ist wieder einmal frühzeitig und krachend gescheitert: Das Star-Ensemble von PSG verspielte im heimischen Prinzenpark bei der 1:3 (1:2)-Niederlage im Achtelfinal-Rückspiel gegen ein verletzungsgeplagtes Manchester United im dritten Jahr in Folge den Viertelfinal-Einzug in der Champions League. Das Hinspiel im Old Trafford hatte Paris noch 2:0 gewonnen. Marcus Rashford (90.+4) verwandelte in letzter Sekunde einen Elfmeter nach einem Handspiel von Presnel Kimpembe.

          Champions League

          Der belgische Stürmerstar Romelu Lukaku (2./30.) verhalf den von großen Verletzungssorgen geplagten Red Devils nach einem groben Schnitzer von Nationalspieler Thilo Kehrer zu einem Blitzstart und nutzte einen Patzer von Torwart-Ikone Gianluigi Buffon zum Doppelpack. Der ehemalige Bayern-Profi Juan Bernat (12.) sorgte auf Vorlage von Weltmeister Kylian Mbappe für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Paris erlebte sein nächstes Trauma: 2017 hatte PSG im Achtelfinale gegen den FC Barcelona einen 4:0-Erfolg aus dem Hinspiel verspielt und in Katalonien dramatisch 1:6 verloren.

          „Das frühe 1:0 gab uns den Zusatzglauben, dass wir es schaffen können“, sagte Solskjaer, das Symbol für die wundersame Wende zugunsten von United im Champions-League-Finale von 1999 gegen Bayern München, als die Engländer einen 0:1-Rückstand binnen der letzten beiden Spielminuten in einen 2:1-Sieg drehten. „Das ist der Geist dieses Klubs, dass wir immer daran glauben, es schaffen zu können.“

          United trotzt Verletzungspech

          Weltmeister Julian Draxler und Kehrer wurden nach 70 Minuten ausgewechselt. Draxler hatte sich bei einem Flankenversuch kurz zuvor am Oberschenkel verletzt. Die beiden Stürmerstars Neymar und Edinson Cavani verpassten die Partie weiterhin verletzt.

          Uniteds Teammanager Ole Gunnar Solskjaer musste in Paris auf zehn prominente Spieler verzichten, darunter der gesperrte Weltmeister Paul Pogba (Gelb-Rote Karte im Hinspiel) sowie Jesse Lingard, Anthony Martial, Juan Mata und Alexis Sanchez. Auf der Bank der Red Devils nahmen in Tahith Chong (19), Mason Greenwood (17), Angel Gomes (18) und James Garner (17) gleich vier Nachwuchsspieler Platz. PSG begann mit der gleichen Elf wie im Hinspiel.

          Vor 47.441 Zuschauern im Prinzenpark ermöglichte der ehemalige Schalker Kehrer mit einem verunglückten Rückpass die frühe Führung der Gäste durch Lukaku, der nach 111 gespielten Sekunden alleine vor Buffon cool blieb. Angestachelt von dem Rückstand drängte die Tuchel-Elf sofort auf den Ausgleich. Mbappe (7.) verpasste erst noch eine scharfe Hereingabe von Angel di Maria. Kurz darauf legte der 20-Jährige für die drückend überlegenen Gastgeber zum Ausgleich durch Bernat auf. In den ersten zwanzig Minuten hatte PSG 85 Prozent Ballbesitz. Bei einem der wenigen Angriffe der Gäste ließ Buffon einen Schuss von Marcus Rashford auf dem bei strömenden Regen glitschigen Rasen abprallen, Lukaku staubte ab.

          In der zweiten Halbzeit verflachte die Partie. United war mit Verteidigen beschäftigt und brachte Offensiv lange nichts zustande. Ein Treffer der Gastgeber durch di Maria (56.) wurde wegen einer Abseitsstellung zu Recht zurückgepfiffen. In der Schlussphase wurde es dann dramatisch: Presnel Kimpembe wehrte einen Schuss des eingewechselten Portugiesen Diogo Dalot im Strafraum mit der Hand ab, nach Hinweis des Videoassistenten und Konsultation der Videobilder entschied Schiedsrichter Damir Skomina auf Strafstoß. Die Entscheidung war höchst umstritten. Marcus Rashford blieb vom Elfmeterpunkt cool.

          Auch in Porto entscheidet der Videoassistent

          In Porto wiederholte sich das Pariser Szenario in der Verlängerung des Duells mit AS Rom. Nachdem die Portugiesen das Rückspiel nach 90 Minuten ebenso mit 2:1 gewonnen hatten nach Treffern von Soares und Marega sowie einem Gegentreffer durch de Rossi wie vor drei Wochen die Roma das Heimspiel in Italien, musste die Verlängerung die Entscheidung bringen. Dort entschied Schiedsrichter Cüneyt Cakir aus der Türkei ebenfalls nach Ansicht der Videobilder in der 117. Minute auf Elfmeter. Florenzi hatte Fernando Andrade am Trikot gezogen. Die Entscheidung war ebenfalls strittig. Telles traf anschließend zum 3:1, das Porto den Weg ins Viertelfinale ebnete.

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          Die Roma verpasste es, zum vierten Mal in der Klub-Geschichte den Einzug in die Runde der letzten Acht perfekt zu machen. In der vergangenen Saison waren "I Giallorossi" bei ihrer ersten Halbfinalteilnahme am englischen Traditionsklub FC Liverpool gescheitert. Vor 49.029 Zuschauern im Estadio do Dragao hatte Jesus Corona (3.) mit einem Distanzschuss die erste Möglichkeit für die Gastgeber, die druckvoll starteten. Porto konnte in Marega, der das Hinspiel wegen einer Oberschenkelverletzung verpasst hatte, wieder auf seinen Top-Torjäger in der Königsklasse zurückgreifen. Telles traf nach knapp zehn Minuten freistehend das Außennetz.

          Nach einem fahrlässigen Ballverlust von Roma-Abwehrchef Kostas Manolas erzielte Soares (26.) nach exzellenter Vorarbeit von Corona und Marega den hochverdienten Führungstreffer. Doch aus dem Nichts Roma-Kapitän De Rossi glich nach einem Foul von Eder Militao an Diego Perotti vom Punkt aus. Die Chance zur abermaligen Führung für Porto verhinderte der nach einer Wadenverletzung zurückgekehrte Roma-Schlussmann Robin Olsen (45.). Auch nach dem Seitenwechsel knüpfte Porto an die ansprechende Vorstellung aus den ersten 45 Minuten an. Nachdem Soares freistehend am Fünfer per Kopf vergab, machte es Marega mit seinem sechsten Treffer im laufenden Wettbewerb besser.

          Nach einer schönen Hereingabe von Corona in den Rücken der löchrigen Roma-Abwehr schob der 27 Jahre alte malische Nationalspieler direkt ein. In der Verlängerung war zunächst die Roma am Drücker und scheiterte knapp zweimal durch den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Edin Dzeko - dann setzte Porto den entscheidenden Stich. Auch dank des Videoassistenten.

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