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Champions League in Paris : Viel Solidarität nach Abbruch durch Rassismus-Eklat

Ein aufgebrachter Demba Ba (links) redet auf den Schiedsrichter ein. Bild: EPA

Das Spiel zwischen Paris und Basaksehir dauert nicht lange, weil der Vierte Offizielle angeblich rassistisch beleidigt. Die Aufregung ist groß, die Solidarität auch. Der türkische Präsident Erdogan meldet sich ebenfalls zu Wort.

  • Aktualisiert am
          4 Min.

          Neymar, Kylian Mbappé, Thilo Kehrer – in den Stunden nach dem abgebrochenen Champions-League-Spiel gegen Basaksehir aus Istanbul zeigten sich die Fußball-Profis von Paris Saint-Germain auch im Internet solidarisch. „Diskriminierung hat keinen Platz. Nicht im Fußball, nicht auf der Welt“, schrieb Nationalspieler Kehrer auf Instagram, Neymar veröffentlichte ein „BLACK LIVES MATTER“ (Schwarze Leben zählen) und von Mbappé hieß es: „Say no to Racism. M. Webo we are with you“ (Wir sind bei dir). Nachdem das Team von Trainer Thomas Tuchel wie die Gegner das Feld verlassen und ein deutliches Signal gegen Rassismus gesetzt hatten, bewiesen die Pariser auch danach Haltung.

          Champions League

          Warum das nötig war? Der Assistenztrainer der Gäste, der frühere kamerunische Nationalspieler Pierre Webo, hatte in der ersten Halbzeit die Rote Karte gesehen, dabei soll es zu einer rassistischen Beleidigung durch den Vierten Offiziellen gekommen sein. Sebastian Coltescu wurde vorgeworfen, eine rassistische Formulierung für Schwarze benutzt zu haben, die im Deutschen inzwischen mit dem Begriff „N-Wort“ umschrieben wird. Dieser Ausdruck war im leeren Prinzenpark-Stadion während der TV-Übertragung über die Mikrofone am Spielfeldrand deutlich zu hören.

          Die Partie wurde schließlich beim Stand von 0:0 abgebrochen und soll an diesem Mittwoch (18.55 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) fortgesetzt werden. Die Europäische Fußball-Union teilte am späten Dienstagabend mit, dass das komplette Schiedsrichter-Team ausgetauscht werde. Am Morgen wurde bekannt, dass der Niederländer Danny Makkelie die Partie leiten wird. Zur Seite stehen dem 37-Jährigen an den Linien sein Landsmann Mario Diks und der Pole Marcin Boniek. Als Vierter Offizieller wurde der Pole Bartosz Frankowski nominiert. Der Italiener Marco Di Bello bleibt als Videoassistent eingesetzt. Der Dachverband kündigte zudem eine „gründliche Untersuchung“ an.

          Durch das 3:2 von RB Leipzig gegen Manchester United ist Paris sicher im Achtelfinale, kann die Sachsen aber noch von Platz eins der Gruppe verdrängen. Selbst bei einer Niederlage wäre PSG weiter. Dann hätte die Tuchel-Elf wie Manchester neun Punkte, hat aber den direkten Vergleich gewonnen (1:2 gegen United daheim, 3:1 in Manchester). Der rumänische Fußballverband (FRF) drohte derweil mit Konsequenzen, sollten sich die Anschuldigungen bewahrheiten. „Der Rumänische Fußballverband distanziert sich mit Nachdruck von jeder Aktion oder Erklärung rassistischer oder fremdenfeindlicher Art“, hieß es in einer Stellungnahme am Mittwoch. Man habe die Vorgänge zur Kenntnis genommen und warte hierzu auf das Prüfungsergebnis der Uefa.

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verurteilte „die rassistische Aussage gegenüber Pierre Webo“ und teilte via Twitter mit: „Wir sind bedingungslos gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport und in allen Lebensbereichen.“ Erdogan ist Basaksehir stark verbunden. Nach eigener Aussage war er an der Gründung des noch jungen Vereins stark beteiligt. Beim Eröffnungsspiel des neuen Stadions stand er auf dem Rasen. Zum Vereinspräsidenten hat er verwandtschaftliche Beziehungen.

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