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0:0 gegen Tottenham Hotspur : Wieder nur ein Unentschieden für Leverkusen

  • -Aktualisiert am

Ein zähes Ringen im Regen in Leverkusen: Javier Hernandez (links) kommt gegen Tottenhams Danny Rose nicht wirklich voran. Bild: dpa

In einem zähen Spiel müht sich Bayer 04 Leverkusen gegen Tottenham Hotspur zu einem Punkt und verpasst den ersten Saisonsieg in der Königsklasse. Im Rückspiel in London steht Leverkusen damit unter Zugzwang.

          Im hundertsten Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte zeigten die Fußballprofis von Bayer Leverkusen wieder einmal zwei Gesichter. Nachdem sie zunächst zaghaft zu Werke gegangen waren und ihren Fans Anlass zur Sorge gegeben hatten, steigerten die Rheinländer sich nach der Pause deutlich und waren dem Siegtreffer näher als ihr Gegner Tottenham Hotspur. Trotz einer Reihe guter Möglichkeiten reichte es auch im dritten Gruppenspiel jedoch wieder nur zu einem Teilerfolg. Nach dem 0:0 gegen Tottenham ist Leverkusen zwar immer noch ungeschlagen, aber auch weiterhin ohne Sieg. Die Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale beginnen für den aktuellen Tabellendritten allmählich zu schwinden. In zwei Wochen trifft Bayer in London abermals auf die Tottenham, die aktuell einzige Mannschaft, die in der englischen Premier League nach acht Spieltagen noch ungeschlagen ist.

          Bayer-Trainer Roger Schmidt hatte zum ersten Mal in dieser Saison die beiden zentralen Stürmer Javier Hernandez und Stefan Kießling gemeinsam in die Startelf berufen. Die beiden Nationalspieler Julian Brandt und Kevin Volland saßen dagegen auf der Ersatzbank. Zwei Stürmer mit Vollstreckerqualität nützten Leverkusen allerdings wenig, anfangs schon mangels Gelegenheit. Die Heimmannschaft brachte im Laufe des ersten Durchgangs nichts zustande, womit Kießling oder Hernandez etwas hätten anfangen können.

          Kevin Kampl erobert den Ball gegen Dele Alli von Tottenham Hotspur. Bilderstrecke

          Dem Leverkusener Spiel fehlte es zunächst an Tempo und an zündenden Ideen. So bekam der Gegner das Geschehen immer besser in den Griff – und hatte auch die einzigen guten Torchancen. Mitte der ersten Halbzeit scheiterte Mittelfeldspieler Dele Alli mit einem wuchtigen Kopfball, der knapp das Ziel verfehlte. Später boten sich der Mannschaft aus dem Norden Londons drei Chancen in einer Spielsituation. Erst blockte Abwehrchef Ömer Toprak einen Schuss von Alli ab, dann traf Vincent Janssen die Latte, den dritten Versuch schließlich vereitelte Torhüter Bernd Leno, indem er den Nachschuss von Lamela reaktionsschnell über den Querbalken lenkte. Vielleicht wäre Leverkusen in jener 38. Minute schon in Rückstand geraten, wenn Tottenham seinen Torjäger Kane hätte aufbieten können, doch der fehlte aufgrund einer Knöchelverletzung.

          Die Rheinländer zeigten sich bei ihren Angriffsversuchen zu zaghaft. Der Fehlschuss von Hernandez kurz vor dem Halbzeitpfiff stand exemplarisch für den mangelnden Druck im Spiel der „Werkself“. Der torlose Zwischenstand nach fünfundvierzig Minuten schmeichelte dem Bundesligaklub. Und der Stadionsprecher sah sich veranlasst, den Spielern Mut zuzusprechen. „Das geht noch was.“ Diesen Eindruck muss Trainer Schmidt seinem Personal in der Pause auch vermittelt haben. Die Leverkusener kehrten voller Tatendrang auf den Rasen zurück und zeigten sich dort viel energischer als bei ihrem diskreten Auftritt im ersten Durchgang. Plötzlich spielten sie wie eine Heimelf, die weiß, dass sie nach zwei Unentschieden dringend einen Sieg braucht, um den Einzug ins Achtelfinale nicht aus den Augen zu verlieren. Vor dem Tor der „Spurs“ ging es nun lebhaft, mitunter turbulent zu.

          Nach einer Stunde und einer Serie von drei, vier sehr guten Möglichkeiten hätte Bayer die Führung verdient gehabt. Bei Hernandez“ Schuss aus kurzer Entfernung hatte mancher den Ball schon im Tor gesehen, aber die Torlinientechnik zeigte eindeutig, was mit bloßem Auge kaum zu erkennen war: Die hatte nicht mit vollem Durchmesser die Linie überschritten.

          Nach diesem vielversprechenden Auftakt zur zweiten Hälfte häuften sich die Chancen für Leverkusen. Aber weder ein gefährlicher Freistoß von Aránguiz noch die folgenden Versuche von Hernandez und Mehmedi führten zum Erfolg. Vom gefälligen Spiel der Engländer war nichts mehr zu sehen. Den Offensivkräften um den früheren Leverkusener Heung-Min Son fiel es schwer, wenigstens ein wenig Entlastung zu schaffen. Der Südkoreaner vermochte nicht zu zeigen, warum er jüngst zum Premier-League-Spieler des Monats September gewählt wurde. In der Schlussphase bot sich nochmals die Chance für Bayer, die Partie zu entscheiden, aber Kießling wirkte zu überrascht vom Fehler seines Gegenspielers Eric Dier, der den Ball verpasste und dem Leverkusener Routinier unverhofft in Position brachte. Bayer hatte am Ende zwar doch noch einen guten Eindruck hinterlassen, aber kein gutes Ergebnis erzielt.

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